John­son für har­ten Br­ex­it

Bri­ti­scher Au­ßen­mi­nis­ter for­dert Pre­mier­mi­nis­te­rin May her­aus

Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe - - POLITIK -

Aber Ih­re Par­tei hat ja auch ei­ge­ne Grün­de, war­um sie ge­gen ei­nen wei­chen Br­ex­it ist. Die Re­de ist da­von, dass da­mit nur der Sta­tus quo ver­län­gert und die har­ten Fol­gen für die bri­ti­sche Wirt­schaft nur auf­ge­scho­ben wür­den.

Bour­ne­mouth – Mit ei­nem Gast­bei­trag für die Zei­tung Te­le­graph hat der bri­ti­sche Au­ßen­mi­nis­ter Bo­ris John­son in die na­tio­na­le De­bat­te um den Br­ex­it ein- und gleich­zei­tig die Pre­mier­mi­nis­te­rin an­ge­grif­fen. The­re­sa May will am kom­men­den Frei­tag in Flo­renz ei­ne Re­de hal­ten, die Be­we­gung in die sto­cken­den Ver­hand­lun­gen mit Brüs­sel brin­gen soll. In ih­rer kon­ser­va­ti­ven Par­tei hat­ten sich zu­letzt die Stim­men für ei­nen wei­chen Br­ex­it und ei­ne Über­gangs­pha­se nach 2019 ge­mehrt. John­son, der zu­letzt auf­fäl­lig schweig­sam ge­we­sen war, hat nun mit sei­nem Plä­doy­er für ei­nen har­ten Br­ex­it die Auf­merk­sam­keit auf sich ge­zo­gen, die De­bat­te zu­ge­spitzt und sich bri­ti­schen Me­di­en zu­fol­ge da­mit gleich­zei­tig als Par­tei­chef nach ei­nem mög­li­chen Sturz von May er­neut ins Ge­spräch ge­bracht.

Der Mi­nis­ter sagt Groß­bri­tan­ni­en nach dem Br­ex­it ei­ne glor­rei­che Zu­kunft vor­aus und nennt al­le, die das be­zwei­feln, fei­ge. Ein wei­cher Br­ex­it sei ei­ne Er­nied­ri­gung, Zah­lun­gen an die EU nach dem Aus­stieg be­deu­te­ten Ver­rat. Groß­bri­tan­ni­en kön­ne wie­der das groß­ar­tigs­te Land auf der Er­de wer­den – nach dem Br­ex­it. John­son wie­der­hol­te auch sei­ne viel kri­ti­sier­te Be­haup­tung, Lon­don kön­ne 350 Mil­lio­nen Pfund wö­chent­lich in das na­tio­na­le Ge­sund­heits­sys­tem NHS in­ves­tie­ren, wenn end­lich die läs­ti­gen Zah­lun­gen an Brüs­sel weg­fie­len.

Die Lon­do­ner Ti­mes schreibt, John­sons Kampf­an­sa­ge ha­be ei­nen „Bür­ger­krieg“bei den To­ries aus­ge­löst. Ei­ne Rei­he von Po­li­ti­kern hat sich hin­ter John­son ge­stellt, May-Un­ter­stüt­zer for­dern da­ge­gen sei­ne Kün­di­gung.

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