Grenz­kon­trol­len blei­ben

Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe - - 8 POLITIK - Kit

Lu­xem­burg – In meh­re­ren Staa­ten des Schen­gen­raums wird es vor­erst bei Grenz­kon­trol­len blei­ben. Wie beim Tref­fen der EU-In­nen­mi­nis­ter in Lu­xem­burg be­kannt wur­de, ha­ben Deutsch­land, Frank­reich, Ös­ter­reich und drei wei­te­re Län­der die EU-Kom­mis­si­on in­for­miert, dass sie ih­re vor­über­ge­hen­den Kon­trol­len um ein wei­te­res hal­bes Jahr ver­län­gern wol­len. Sie wa­ren erst­mals 2015 ein­ge­führt wor­den. Be­grün­det wer­den sie nicht mehr wie bis­her un­ter Ver­weis auf die Flücht­lings­kri­se, son­dern mit der an­dau­ern­den An­schlags­ge­fahr in Eu­ro­pa, die Frank­reich von Be­ginn an als Grund ge­nannt hat­te. Die Kom­mis­si­on kün­dig­te an, die An­trä­ge prü­fen zu wol­len. Die Be­hör­de hat­te kürz­lich ei­ne Re­form des Schen­ge­ner Grenz­ko­dex’ vor­ge­schla­gen, die ei­ne Ver­län­ge­rung der Kon­trol­len auf bis zu drei Jah­re er­mög­li­chen wür­de. In­wie­fern die­se Kon­trol­len an ein­zel­nen Grenz­ab­schnit­ten die An­schlags­ge­fahr kon­kret min­dern kön­nen, ha­ben die Re­gie­run­gen bis­her nicht nä­her aus­ge­führt. Bei der Re­form des ge­mein­sa­men eu­ro­päi­schen Asyl­sys­tems sind nach An­ga­ben der est­ni­schen Rats­prä­si­dent­schaft ei­ni­ge klei­ne Fort­schrit­te zu ver­zeich­nen. Der zen­tra­le Streit­punkt, die Fra­ge der So­li­da­ri­tät bei der Ver­tei­lung von Flücht­lin­gen, bleibt aber un­ge­löst.

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