Kla­ge ein­ge­reicht

Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe - - FEUILLETON -

Sechs der Frau­en, die dem ge­feu­er­ten Film­pro­du­zen­ten Har­vey Wein­stein se­xu­el­le Über­grif­fe vor­wer­fen, ha­ben am Mitt­woch in New York ei­ne Sam­mel­kla­ge ein­ge­reicht – ge­gen Wein­stein selbst, aber auch ge­gen sei­ne frü­he­re Fir­ma Mi­ra­max und ge­gen die Wein­stein Com­pa­ny, die er bis Ok­to­ber mit sei­nem Bru­der Bob Wein­stein führ­te, so­wie ge­gen den Bru­der per­sön­lich und ge­gen meh­re­re Mit­glie­der des Auf­sichts­rats. Die Kla­ge be­zieht sich dar­auf, dass Wein­steins Ta­ten über Jah­re hin­weg sys­te­ma­tisch ver­schlei­ert wur­den. Wie beim or­ga­ni­sier­ten Ver­bre­chen wä­ren da­für al­le zur Re­chen­schaft zu zie­hen, die die Ver­schleie­rung mit­ge­tra­gen ha­ben. Mehr­fach wa­ren Ab­fin­dun­gen ge­zahlt wor­den, um die Op­fer zum Schwei­gen zu brin­gen, un­ter an­de­rem an die Schau­spie­le­rin Ro­se McGo­wan, die Wein­stein Ver­ge­wal­ti­gung vor­wirft.

Die sechs Klä­ge­rin­nen sind die Schau­spie­le­rin­nen Loui­set­te Geiss, Ka­the­ri­ne Kendall, Zoe Brock, Sa­rah Ann Mas­se, Me­lis­sa Sa­ge­mil­ler und Nan­net­te Klatt. Sie wol­len, heißt es in ei­nem ge­mein­sa­men State­ment, „die­se An­ge­le­gen­heit bis zum En­de ver­fol­gen“. Die An­wäl­te, die die sechs Frau­en ver­tre­ten, ru­fen wei­te­re Wein­stein-Op­fer da­zu auf, sich der Sam­mel­kla­ge an­zu­schlie­ßen.

Die Wein­stein Com­pa­ny schweigt bis­lang. Mi­ra­max hat auf die Kla­ge re­agiert – ei­ne Spre­che­rin ver­wies dar­auf, dass Mi­ra­max schon seit 2005 nicht mehr den Wein­steins ge­hört. Die Fir­ma rei­he sich ein in je­ne Stim­men in der Film­bran­che, die Wein­steins Ta­ten ver­ur­tei­len. Meh­re­re der be­klag­ten Vor­stands­mit­glie­der wei­sen die Be­haup­tung zu­rück, sie hät­ten von Wein­steins Über­grif­fen oder gar den Ab­fin­dun­gen ge­wusst.

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