Zehn Jah­re Si­cher­heit

Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe - - WIRTSCHAFT - Fran­zis­ka augstein

Te­kin Na­sik­kol, 49, Be­triebs­rat bei Thys­sen­krupp, for­dert Zu­ge­ständ­nis­se für sei­ne Stahl­wer­ker. Der Dax-Kon­zern plant, sei­ne Stahl­spar­te in ein Ge­mein­schafts­un­ter­neh­men mit dem in­di­schen Kon­zern Ta­ta aus­zu­la­gern, was bis zu 2000 Ar­beits­plät­ze in Deutsch­land ge­fähr­det. Die IG Me­tall will nun über ei­nen mög­li­chen Ta­rif­ver­trag für die mehr als 20 000 Stahl­wer­ker von Thys­sen­krupp in Deutsch­land ver­han­deln. Die Ge­werk­schaft for­dert zehn Jah­re Ga­ran­tie für die Stand­or­te und Ar­beits­plät­ze. Nach Weih­nach­ten will die IG Me­tall ih­re Mit­glie­der ab­stim­men las­sen, ob die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter der Stahl­fu­si­on zu­stim­men. „Stand heu­te wür­de sich mei­ner Ein­schät­zung nach kei­ne Mehr­heit für ei­ne Fu­si­on er­ge­ben“, sagt Na­sik­kol am Don­ners­tag. „Zu vie­le Schul­den, zu we­ni­ge Zu­sa­gen, zu we­nig Si­cher­heit – so wird das nichts!“Bis­lang hat Thys­sen­krupp al­le weit­rei­chen­den Ent­schei­dun­gen im Ein­klang mit den Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tern ge­fällt. Prä­si­den­ten von Ve­ne­zue­la: Ni­colás Ma­du­ro will ei­ne Kryp­towäh­rung na­mens „Pe­tro“ein­füh­ren. Da­mit will er Sank­tio­nen un­ter­wan­dern, wel­che die USA ge­gen Ve­ne­zue­la er­lie­ßen. Wie die FAZ be­rich­te­te, ma­chen die­se die „von Ma­du­ro an­ge­streb­te Re­struk­tu­rie­rung der ve­ne­zo­la­ni­schen Aus­lands­schul­den über den in­ter­na­tio­na­len Fi­nanz­markt prak­tisch un­mög­lich“. Al­so soll der „Pe­tro“hel­fen. Dass das funk­tio­nie­ren wird, ist un­wahr­schein­lich. Und die Kryp­to-Ge­mein­de meint: Ih­re Wäh­run­gen sei­en nicht Staats­sa­che.

Auch für die Um­welt ist Bit­co­in schäd­lich: Der Bit­co­in ist si­cher, weil er über vie­le Com­pu­ter läuft. Falls Bit­co­in wei­ter­hin flo­rie­ren soll­te, wird die nö­ti­ge Tech­nik bald Strom ver­schlin­gen, der dem Ver­brauch ei­nes Lan­des wie Dä­ne­mark gleich ist. Kann, soll, darf man das hin­neh­men?

Ein Gu­tes hat Bit­co­in: Seit ei­ni­ger Zeit wird de­bat­tiert, ob das Bar­geld ab­ge­schafft wer­den sol­le – und da­mit ein gro­ßer Teil des Pri­vat­le­bens al­ler Bür­ger: Je­der Blu­men­strauß wä­re re­gis­triert (für wen der wohl ge­dacht war?). Al­le, die da­für plä­die­ren, weil sie mei­nen, da­mit der or­ga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät vor­zu­beu­gen, ha­ben nun an den Kryp­towäh­run­gen schwer zu kau­en. Mit de­nen kön­nen Groß­ver­bre­cher sehr viel Geld ver­schie­ben. Bar­geld in Koffern, das sind ver­gleichs­wei­se mick­ri­ge Sum­men. An die­ser Stel­le schrei­ben je­den Frei­tag Fran­zis­ka Augstein und Ni­ko­laus Pi­per im Wech­sel.

(FO­TO: DPA)

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