Durch­su­chun­gen im Bamf-Fall

Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe - - POLITIK -

Mün­chen – Die Staats­an­walt­schaft Bre­men hat an die­sem Don­ners­tag aber­mals Ma­te­ri­al bei der ehe­ma­li­gen Lei­te­rin der Au­ßen­stel­le Bre­men des Bun­des­am­tes für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge (Bamf) be­schlag­nahmt. Da­bei ging es um das Han­dy und den Lap­top der Be­schul­dig­ten. Die Da­ten bei­der elek­tro­ni­scher Ge­rä­te hat­te die Po­li­zei be­reits bei der ers­ten Durch­su­chung En­de April ge­si­chert. Mit der neu­er­li­chen Durch­su­chung hat die Staats­an­walt­schaft nun auch Zu­griff auf die seit­her er­folg­te Kom­mu­ni­ka­ti­on. Die Staats­an­walt­schaft Bre­men be­stä­tig­te der Süd­deut­schen Zei­tung, dem NDR und Ra­dio Bre­men die neue Durch­su­chung, teil­te aber nicht mit, wo die­se statt­ge­fun­den hat. Die Be­schul­dig­ten in der Af­fä­re ha­ben die Vor­wür­fe der Straf­ver­fol­ger, bei der An­er­ken­nung von Flücht­lin­gen il­le­gal ge­han­delt zu ha­ben, im­mer be­strit­ten.

In der Bamf-Au­ßen­stel­le Bre­men soll zwi­schen 2013 und 2016 Hun­der­ten Schutz­su­chen­den Asyl ge­währt wor­den sein, ob­wohl die Be­trof­fe­nen dar­auf kei­nen recht­li­chen An­spruch hat­ten. Ne­ben der ehe­ma­li­gen Lei­te­rin der Au­ßen­stel­le er­mit­telt die Staats­an­walt­schaft auch ge­gen ei­ni­ge Rechts­an­wäl­te und Flücht­lin­ge. Sie wer­den be­schul­digt, das Asyl­ver­fah­ren ma­ni­pu­liert zu ha­ben. Die Au­ßen­stel­le darf vor­erst kei­ne wei­te­ren Asy­l­ent­schei­dun­gen tref­fen. Die Af­fä­re war auch wie­der­holt The­ma im In­nen­aus­schuss des Bun­des­ta­ges. AfD und FDP ha­ben in der Sa­che ei­nen Un­ter­su­chungs­aus­schuss be­an­tragt, bis­lang fehlt ih­nen da­zu aber die nö­ti­ge Mehr­heit im Par­la­ment.

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