WOCHENCHRONIK VOM 7. BIS ZUM 13. JU­LI

Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe - - 8 POLITIK - Sz

US-Prä­si­dent Do­nald Trump stürzt die Na­to mit ei­nem Ul­ti­ma­tum zur Stei­ge­rung der Wehr­aus­ga­ben in ei­ne kurz­fris­ti­ge, aber hef­ti­ge Kri­se. Auf dem Gip­fel in Brüs­sel setzt er sei­nen Bünd­nis­part­nern am Don­ners­tag, 12. Ju­li, ein Ul­ti­ma­tum bis nächs­tes Jahr. Falls die Län­der ih­re Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben bis Ja­nu­ar 2019 nicht auf das ge­wünsch­te Ziel von zwei Pro­zent der Wirt­schafts­kraft stei­ger­ten, wür­den die „USA ei­nen Al­lein­gang star­ten“. Kei­ne zwei St­un­den spä­ter stellt sich Trump vor die Welt­pres­se und wirkt wie aus­ge­wech­selt. Er si­chert zu, wei­ter zur Na­to zu ste­hen, lobt die Bünd­nis­part­ner für ih­re An­stren­gun­gen bei der Er­hö­hung der Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben und hebt den groß­ar­ti­gen kol­le­gia­len Geist bei den Ge­sprä­chen her­vor. Die Na­to sei ei­ne „fein ab­ge­stimm­te Ma­schi­ne“. Und vor Deutsch­land, das er im­mer wie­der ge­rügt hat, ha­be er gro­ße Ach­tung.

Nach Rück­trit­ten wich­ti­ger Mi­nis­ter steht die bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May stark un­ter Druck. Am Sonn­tag­abend, 8. Ju­li, hat­te Da­vid Da­vis sei­nen Rück­tritt als Br­ex­it-Res­sort­chef er­klärt, tags dar­auf leg­te Bo­ris John­son sein Amt als Au­ßen­mi­nis­ter nie­der. Bei­de gel­ten als An­hän­ger ei­nes „har­ten Br­ex­it“. May er­nennt den bis­he­ri­gen Ge­sund­heits­mi­nis­ter Je­re­my Hunt zum neu­en Chef­di­plo­ma­ten. Hunt gilt im Ka­bi­nett als ein füh­ren­der Ver­fech­ter der Kom­pro­miss­lö­sung zu­guns­ten ei­nes „wei­chen Br­ex­it“, für den sich May stark­macht. USPrä­si­dent Do­nald Trump und May ver­ein­ba­ren bei ei­nem Tref­fen in Ay­les­bu­ry am Frei­tag, 13. Ju­li, ein „am­bi­tio­nier­tes“Han­dels­ab­kom­men. Trump hat­te genau dies noch St­un­den zu­vor an­ge­zwei­felt.

Nach mehr als fünf Jah­ren NSU-Pro­zess wird die Rechts­ter­ro­ris­tin Bea­te Zschä­pe am Mitt­woch, 11. Ju­li, we­gen der Mord­se­rie des „Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Un­ter­grunds“zu le­bens­lan­ger Haft ver­ur­teilt. Das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen spricht die 43-Jäh­ri­ge un­ter an­de­rem des zehn­fa­chen Mor­des und der Mit­glied­schaft in ei­ner ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung schul­dig. Es stellt die be­son­de­re Schwe­re der Schuld fest. Da­mit ist ei­ne vor­zei­ti­ge Haft­ent­las­sung nach 15 Jah­ren so gut wie aus­ge­schlos­sen. Die mit­an­ge­klag­ten Un­ter­stüt­zer des Tri­os er­hal­ten re­la­tiv kur­ze Haft­stra­fen.

Nach ei­ner drei Ta­ge an­dau­ern­den, dra­ma­ti­schen Ret­tungs­ak­ti­on wer­den am Di­ens­tag, 10. Ju­li, die letz­ten der zwölf in ei­ner über­schwemm­ten Höh­le in Thai­land ein­ge­schlos­se­nen Jun­gen so­wie ihr Fuß­ball­trai­ner be­freit. Al­le sind aus­ge­zehrt, aber wohl­auf. Die Grup­pe hat­te 18 Ta­ge in der Höh­le fest­ge­ses­sen. Von Sonn­tag, 8. Ju­li, an wur­den die Ein­ge­schlos­se­nen nach und nach ge­ret­tet. Die auf­wen­di­ge Ak­ti­on stand un­ter Zeit­druck: Es wa­ren wei­te­re Re­gen­fäl­le vor­her­ge­sagt, des­we­gen woll­ten die Hel­fer den Ein­satz noch am Di­ens­tag ab­schlie­ßen. Der Re­gen hät­te die Höh­le wei­ter über­flu­ten kön­nen.

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