PER­SO­NA­LI­EN

Sind un­se­re Mit­ar­bei­ter der Wo­che. Die Kon­junk­tur brummt, aber sie sol­len auf Ge­halt ver­zich­ten, weil an­de­re Su­per­märk­te noch schlech­ter zah­len. Ta­rif­flucht ist im Ein­zel­han­del ei­ne Mas­sen­be­we­gung. Aber die­se Flücht­lin­ge ha­ben kein Mit­leid ver­dient.

Sueddeutsche Zeitung Deutschland-Ausgabe - - 24 WIRTSCHAFT - Hfr kut

ge­ra­de neu und ver­su­chen, zu Le­bens­be­glei­tern zu wer­den, um den Kon­takt nicht zu ver­lie­ren. Denn groß ist die Furcht vor Ver­gleich­spor­ta­len, Au­to­kon­zer­nen, die auch als Ver­si­che­rer auf­tre­ten, und In­ter­net­grö­ßen wie Ama­zon.

Hei­nisch kennt sich aus: Seit 2004 ar­bei­tet sie bei der Al­li­anz, zu­letzt als Che­fin der Be­rei­che Un­fall, Rechts­schutz und Tier­kran­ken­ver­si­che­rung. Zur Ent­span­nung fährt sie Ski, und zwar seit ih­rer Di­plom-Ar­beit. Da­mals war sie mit Kom­mi­li­to­nen zur Fei­er des Ab­schlus­ses in den Ber­gen und ge­hör­te zu den drei Teil­neh­mern, die nicht Ski fah­ren konn­ten. Aber schon am ers­ten Tag auf der Hüt­te wur­de ihr klar­ge­macht, dass der ein­zi­ge Weg zum Mit­tag­es­sen über ei­ne ro­te Pis­te mit mitt­le­rem Schwie­rig­keits­grad führ­te. Hei­nisch kam un­fall­frei run­ter, seit­her fährt sie so oft wie mög­lich.

Nicht so weit zum neu­en Job wie Hei­nisch hat es Klaus End­res, 42. Er sitzt ak­tu­ell im Vor­stand der Zu­rich in Bonn und soll bei der Axa Chef für die ge­sam­te Ver­wal­tung wer­den, nur die IT ge­hört nicht da­zu. End­res kommt zu­rück zur Axa, er hat­te schon bis 2013 fünf Jah­re dort ge­ar­bei­tet. Da­vor war er wie Hei­nisch Un­ter­neh­mens­be­ra­ter, aber nicht wie sie bei Bos­ton Con­sul­ting, son­dern beim Erz­ri­va­len McKin­sey.

29, chi­ne­si­scher Grün­der, fühlt sich in Deutsch­land miss­ver­stan­den. Shi ist Chef von Obike, dem Un­ter­neh­men aus Sin­ga­pur, das seit ei­nem Jahr sil­ber­gel­be Leih­fahr­rä­der in den Städ­ten die­ser Welt ver­teilt. Und das im Ju­ni In­sol­venz an­ge­mel­det hat. Nun ste­hen und lie­gen in Frank­furt, Ber­lin und Mün­chen Tau­sen­de Obikes her­um, die Be­geis­te­rung bei Ver­wal­tung und Bür­gern war oh­ne­hin nur mit­tel. „In Deutsch­land sind vie­le ir­re­füh­ren­de Nach­rich­ten im Um­lauf“, sagt Shi dem Han­dels­blatt: „Wir ha­ben nicht die Ab­sicht, den Be­trieb ein­zu­stel­len.“Da hat man in Frank­furt an­de­res ge­hört. Im Ver­kehrs­de­zer­nat sei ein Schrei­ben ein­ge­gan­gen, wo­nach Obike sich aus der Stadt zu­rück­zie­hen wer­de. Shi gab zu, dass das Start-up ein fi­nan­zi­el­les Pro­blem ha­be: „Im Ma­nage­ment fehl­te ein Ver­ständ­nis für or­dent­li­che Buch­füh­rung.“Im­mer­hin: Ab nächs­ter Wo­che müs­sen Kun­den in Deutsch­land kei­ne Kau­ti­on mehr hin­ter­le­gen. Wer die 79 Eu­ro be­reits ge­zahlt hat, kön­ne sie zu­rück­for­dern.

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