9 Haar­trock­ner im Test

Testjahrbuch - - INHALT - VON JAN STOLL

Auch wenn al­le Test­kan­di­da­ten über ei­ne wirk­lich gu­te Wär­me­ver­tei­lung auf den hei­ßen Glätt­plat­ten ver­fü­gen, zeig­te der Pro­ban­den­test, dass dies al­lei­ne noch kein gu­tes Er­geb­nis ga­ran­tiert. Be­son­ders die Haar­spit­zen er­wie­sen sich als neur­al­gi­scher Punkt.

Die per­fek­te Tem­pe­ra­tur für das Haar­sty­ling in Kom­bi­na­ti­on mit ei­nem mög­lichst star­ken Luft­strom und ei­nem de­zen­ten Be­triebs­ge­räusch ste­hen auf der Lis­te der Ei­gen­schaf­ten, die den per­fek­ten Haar­trock­ner aus­ma­chen. Bleibt nur noch die Fra­ge: Wel­ches Ge­rät er­füllt denn all die An­for­de­run­gen?

Wie stark ist „stark“ei­gent­lich? Wel­che Luft­ge­schwin­dig­keit braucht der haa­re­trock­nen­de Mensch? Prin­zi­pi­ell ei­ne ho­he, gern auch hö­her – z.B. 90 Ki­lo­me­ter pro St­un­de. Das ist der Top-Wert des Tests, er­zielt vom In­fi­ni Pro CV 8730 von Ro­wen­ta, der in dieser Dis­zi­plin un­schlag­bar ist und für ei­nen Or­kan an Heiß­luft sorgt. Al­ler­dings siegt der Ro­wen­ta nur knapp, denn der 6000E von BaBy­liss er­zielt mit 88km/h eben­falls ei­nen be­ein­dru­ckend sehr ho­hen Wert und auch der KHD 223 von Ko­e­nic ist mit 79 km/h ein ech­ter Or­k­an­spen­der. Doch auch die „nur“60km/h des HD 7581 von Grun­dig sind ab­so­lut in Ord­nung, denn auch nas­ses, lan­ges Haar kann hier­mit schnell ge­trock­net wer­den. Un­term Strich sind die mo­der­nen Haar­trock­ner im Test­feld al­so al­le­samt leis­tungs­fä­hig und es dies ist – für den An­wen­der si­cher er­freu­lich – kei­ne Fra­ge des Kauf­prei­ses.

Per­fekt tem­pe­riert

Dies gilt auch für die pas­sen­den Luft­tem­pe­ra­tu­ren, je­weils zwei nied­rig- und zwei doch eher hoch­prei­si­ge Test­kan­di­da­ten er­rei­chen qua­si per­fekt den Ziel­wert von 75 Grad Cel­si­us. CV 9730 und das Mo­dell 531 von Car­re­ra so­wie der VC 5312 und der KHD 223 lie­gen hier nur um Haa­res­brei­te (Mes­s­to­le­ranz) ne­ben dem Op­ti­mal­wert. Leicht hitz­köp­fig geht der HT 1951 von MIA zu Wer­ke, mit 84 °C auf Ge­blä­se­stu­fe #1 und 82°C auf Ge­blä­se­stu­fe #2 ist es rat­sam, das kom­pak­te Leicht­ge­wicht mit sei­nem sehr leis­tungs­fä­hi­gen Hei­z­ele­ment et­was wei­ter vom Haar weg­zu­hal­ten bzw. ein we­nig mehr krei­sen­de Be­we­gun­gen mit der Hand zu voll­füh­ren, da­mit die hei­ße Luft we­ni­ger Ein­wirk­zeit hat. Das mit Ab­stand stärks­te Hei­z­ele­ment be­sitzt üb­ri­gens der HD 7581, hier ge­nügt schon Tem­pe­ra­tur­stu­fe 2 für die fast per­fek­te Luft­tem­pe­ra­tur. Die Tem­pe­ra­tur­stu­fe 3 ist nur in den sel­tens­ten Fäl­len sinn­voll, nur ro­bus­tes Haar ver­lang nach dieser Stu­fe, der Nut­zer hat al­so die Wahl und kann die für sich pas­sen­de Tem­pe­ra­tur­stu­fe wäh­len.Der Ten­denz zu leicht über­höh­ten Luft­tem­pe­ra­tu­ren kann sich nur ein ein­zi­ger Test­kan­di­dat kom­plett er­weh­ren, der BHD1 1000 von Beu­rer er­zielt mit 66 bzw. 68°C ver­gleichs­wei­se „küh­le“Luft­tem­pe­ra­tu­ren, geht da­her sehr struk­tur­scho­nend mit dem Haar zu Wer­ke. Ge­schul­det ist dies, wenn man hier von Schuld spre­chen kann, der ver­gleichs­wei­se ge­rin­gen No­mi­nal­leis­tung von nur 1 400 Watt, an­ge­sichts der Leis­tungs­dif­fe­renz zu den meist ja über 2 000 Watt star­ken Ge­rä­ten, die ei­nen Groß­teil der Leis­tung für das Hei­z­ele­ment nut­zen, ar­bei­tet der BHD1 1000 so­mit sehr ef­fi­zi­ent. Sehr scho­nend agiert er auch beim Be­triebs­ge­räusch, denn wo die meis­ten Test­kan­di­da­ten mit Wer­ten gen 85 oder gar über 90dB(A) auf sich auf­merk­sam ma­chen, ist der Beu­rer mit 77,5 bzw. 83,5 dB(A) nicht ein­mal halb so laut wie der CV 5312. Auf­grund der Ge­blä­se­stär­ken ist aber – auch das ist ein er­freu­li­cher Trend – das Nut­zen der höchs­ten Ge­blä­se­stu­fe gar nicht im­mer zwin­gend not­wen­dig. Der CV 8730 zeigt dies ein­drucks­voll, er ist selbst auf nied­ri­ger Ge­blä­se­stu­fe noch stär­ker als der BHD1 1000 auf höchs­ter Stu­fe.

Grif­fig ge­stal­tet

An­ge­sichts der Be­dien­ele­ment­ge­stal­tung könn­te man mei­nen, die Her­stel­ler wür­den sich un­ter­ein­an­der bzgl. der Gestal­tung dieser ab­spre­chen, doch es sind rein er­go­no­mi­sche Grün­de, die da­für sor­gen, dass zwei Wipp­schal­ter und ei­ne CoolShot-Tas­te fast über­all im Test­feld an­zu­tref­fen sind. Die Aus­nah­men (CV 5312 und 6000E) sind aber eben­so pro­blem­los nutz­bar, lo­gisch und sim­pel ge­stal­tet sich die Hand­ha­bung, wo­bei der CV 5312 nach Pro­ban­den­auf­fas­sung dar­un­ter lei­det, dass der Schie­be­schal­ter auf der fal­schen Griff­sei­te an­ge­bracht ist, näm­lich am Heck des Griff, nicht an der Front, wo­durch bei der Dau­men-Griff-Hal­tung die Be­tä­ti­gung des Schal­ters nicht mög­lich ist. Als ein­zi­ges Ge­rät im Test bie­tet der klei­ne Ro­wen­ta auch kein ab­nehm­ba­res Fil­ter-Git­ter am Heck, für die Rei­ni­gung des­sen emp­fiehlt sich aber ei­ne tro­cke­ne (!), al­te Zahn­bürs­te oder ein ro­bus­ter Pin­sel. Al­le an­de­ren Fil­ter-Git­ter kön­nen von in­nen und au­ßen mit ei­nem feuch­ten Lap­pen ge­säu­bert wer­den.

Die Best­no­te beim Haar­ver­fang­schutz er­zielt in die­sem Test nur der HD 7581, an des­sen fei­nem Dop­pel-Fil­ter-Git­ter kann sich die Kon­kur­renz durch­aus ein Bei­spiel neh­men. Ein ech­tes Ri­si­ko be­steht aber auch bei den an­de­ren Test­kan­di­da­te nicht, die An­saug­kraft am Heck soll­te man al­ler­dings nicht un­ter­schät­zen, der Luft­durch­satz der tur­bi­nen­ar­ti­gen Lüf­ter ist ein gi­gan­ti­scher, der Luft­ein­zug am Heck da­her wirk­lich kein ge­rin­ger!

Wel­chen Haar­trock­ner man letzt­lich für sich ganz pri­vat in An­spruch nimmt, bleibt wie im­mer den vie­len in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­sen vor­be­hal­ten – die fol­gen­den Ta­bel­len­sei­ten er­leich­tern die Kauf­ent­schei­dung aber si­cher­lich un­ge­mein.

(1) Die Vo­lu­menDü­se des BHD1 1000 be­her­bergt ei­ne durch den Luft­strom an­ge­trie­be­ne, dre­hen­de Dü­se, die das Hand­ge­lenk­krei­sen qua­si über­flüs­sig macht. Die ex­tra-schma­le On­du­lier­dü­se des BaBy­liss kon­zen­triert den Luft­strom auf brchia­le Art

(2) Mit­hil­fe des Ane­mo­me­ters wird prä­zi­se die Luft­strö­mungs­ge­schwin­dig­keit ge­mes­sen, gleich­zei­tig auch die Luft­tem­pe­ra­tur

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