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Thüringer Allgemeine (Apolda) - - Erste Seite -

ber­ho­len oh­ne ein­zu­ho­len – die­se Po­li­tik­flos­kel aus lan­ge ver­gan­ge­nen DDR-Zei­ten – hat­te mit der Ein­kom­mens­ent­wick­lung in Thü­rin­gen im ver­gan­ge­nen Jahr­zehnt wahr­lich nichts zu tun.

Zwar ha­ben die voll­zeit­be­schäf­tig­ten Frau­en und Män­ner in Thü­rin­gen in­zwi­schen deut­lich mehr auf dem mo­nat­li­chen Lohn­kon­to als noch vor zehn Jah­ren, das war an­ge­sichts der Aus­gangs­ba­sis aber auch drin­gend not­wen­dig.

Der stärks­te Lohn­zu­wachs al­ler Bun­des­län­der in den letz­ten zehn Jah­ren klingt auf den ers­ten Blick gut. Doch ba­siert er nicht un­we­sent­lich dar­auf, dass Thü­rin­gen jah­re­lang die ro­te La­ter­ne bei den Löh­nen in der Bun­des­re­pu­blik in­ne­hat­te. Es gab Zei­ten, da wur­de dies im Rin­gen um In­ves­to­ren und An­sied­lun­gen so­gar als Stand­ort­vor­teil an­ge­prie­sen.

Doch der Ar­beits- und der Aus­bil­dungs­markt ha­ben sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auch in Thü­rin­gen kom­plett ge­dreht. Längst sind es die Fir­men­chefs, die mit lu­kra­ti­ven An­ge­bo­ten um den be­nö­tig­ten Nach­wuchs und die Fach­kräf­te buh­len. Die schau­en nicht mehr aus­schließ­lich auf die Ge­halts­an­ge­bo­te, die ih­nen of­fe­riert wer­den, aber si­cher­lich auch und durch­aus mit zu­erst auf die­se.

Fest steht: In den kom­men­den Jah­ren wird der Kampf um die bes­ten Köp­fe noch här­ter wer­den. Im­mer mehr Stel­len kön­nen schon jetzt nicht mehr oder nur mit gro­ßen Ver­zö­ge­run­gen be­setzt wer­den. Wol­len Thü­rin­gens Un­ter­neh­men in die­sem Wett­streit be­ste­hen, muss die Ein­kom­mens­lü­cke zu den al­ten Län­dern klei­ner wer­den. Wei­ter auf­ho­len und im güns­tigs­ten Fal­le ein­ho­len, soll­te da­her die De­vi­se für die nächs­ten Jah­ren lau­ten.

Bernd Jentsch über Löh­ne und be­nö­tig­te Fach­kräf­te

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