Jun­ge Uni­on will 5000 Eu­ro Ba­by-Prä­mie

CDU-Nach­wuchs möch­te Ide­en im Land­tags­wahl­pro­gramm ver­an­kern, um mehr jun­ge Fa­mi­li­en dau­er­haft in Thü­rin­gen zu hal­ten

Thüringer Allgemeine (Apolda) - - Thüringen - Von Ti­no Zip­pel

Er­furt.

Die Jun­ge Uni­on (JU) be­fin­det am Wo­che­n­en­de beim Lan­des­tag in Il­men­au über den Leit­an­trag „Hei­mat Thü­rin­gen. Im Her­zen Eu­ro­pas“. Da­mit ver­bun­den sind For­de­run­gen, die die CDU-Nach­wuchs­or­ga­ni­sa­ti­ons ins Land­tags­wahl­pro­gramm fürs 2019 brin­gen will.

„Die Wah­len ha­ben ge­zeigt, dass die Hei­mat und der länd­li­che Raum wich­ti­ge The­men sind, um ge­gen Po­pu­lis­mus zu be­ste­hen“, sagt der JU-Lan­des­vor­sit­zen­de Ste­fan Gruh­ner. „Un­ser Ziel ist, be­son­ders für jun­ge Fa­mi­li­en das Le­ben in Stadt und Land at­trak­ti­ver zu ma­chen.“So ent­hält der Leit­an­trag un­ter an­de­rem die Klau­sel, dass die Grund­er­werbs­steu­er beim Erst­erwerb von Wohn­ei­gen­tum für Fa­mi­li­en mit min­des­tens ei­nem Kind ent­fällt. „Die Steu­er von 6,5 Pro­zent auf den Kauf­preis stellt ei­ne er­heb­li­che Zu­satz­be­las­tung dar“, sagt Gruh­ner. Zu­mal Thü­rin­gen mit an­de­ren Bun­des­län­dern zu­sam­men den höchs­ten Steu­er­satz ver­langt. In Sach­sen und Bay­ern be­trägt je­ner nur 3,5 Pro­zent.

Die JU schlägt zu­dem vor, ein Thü­rin­ger Ge­bur­ten­geld ein­zu­füh­ren. In Thü­rin­gen le­ben­de El­tern sol­len nach der Ge­burt ih­res Kin­des 5000 Eu­ro als zins­lo­ses Dar­le­hen er­hal­ten. „Die Rück­zah­lung wird er­las­sen, wenn das je­wei­li­ge Kind bis zur Voll­en­dung des zehn­ten Le­bens­jah­res sei­nen Wohn­sitz un­un­ter­bro­chen in Thü­rin­gen hat­te“, er­läu­tert Gruh­ner. Er ver­spricht sich da­von ei­nen Stopp der Ab­wan­de­rung und Ar­gu­men­te, jun­ge Fa­mi­li­en nach Thü­rin­gen zu lo­cken. Thü­rin­gens star­ke Ach­se sei die Städ­te­ket­te ent­lang der A 4, sagt der Lan­des­vor­sit­zen­de. „Wir wol­len aber dar­auf ach­ten, dass Thü­rin­gen kein Land der zwei Ge­schwin­dig­kei­ten wird“, sagt Gruh­ner.

Die Gleich­wer­tig­keit der Le­bens­ver­hält­nis­se sei ein wich­ti­ges Ziel, ob­wohl Gleich­heit nicht er­reich­bar ist. Wäh­rend im länd­li­chen Raum nied­ri­ge­re Mie­ten, sau­be­re Luft und die Na­tur lo­cken, bie­ten Städ­te mehr Frei­zeit- und Bil­dungs­an­ge­bo­te vor der Haus­tür.

Als ein Ele­ment der Struk­tur­po­li­tik nennt die JU die wei­te­re De­zen­tra­li­sie­rung der Thü­rin­ger Wis­sen­schafts­land­schaft. Die Grün­dung der Hoch­schu­len in Nord-, Ost- und Süd­thü­rin­gen ha­be po­si­ti­ve struk­tur­po­li­ti­sche Ef­fek­te ge­bracht. Die­ser Weg sol­le bei künf­ti­gen Stand­ort­ent­schei­dun­gen wei­ter­ge­gan­gen wer­den.

Ein wei­te­rer The­men­kom­plex wid­met sich dem The­ma Eu­ro­pa. Ent­schie­den wol­le sich die JU für die eu­ro­päi­sche Idee ein­set­zen. Eu­ro­pa müs­se ei­ne Wer­te­ge­mein­schaft blei­ben, dür­fe aber kei­ne Trans­fer­uni­on wer­den. Die JU spricht sich für star­ke Mit­glieds­staa­ten aus.

Kein Land der zwei Ge­schwin­dig­kei­ten

Die JU schlägt vor, ein Ge­bur­ten­geld für Thü­rin­ger El­tern ein­zu­füh­ren. Fo­to: Ute Gr­a­bow­sky, im­a­go

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