Die po­li­ti­sche Pa­ra­ly­se en­det

Thüringer Allgemeine (Arnstadt) - - Erste Seite -

Das zu­min­dest hat sie al­so ge­schafft. An­ge­la Mer­kel wird heu­te zum vier­ten Mal zur Bun­des­kanz­le­rin ge­wählt. Und sie wird es wohl bis 2021 blei­ben.

Der Vor­gang ist ein be­acht­li­ches Bei­spiel der Kunst des po­li­ti­schen Über­le­bens. In ei­ner Zeit, in der die 1990 aus­ge­ru­fe­ne Frie­de-Freu­de-Eier­ku­chenE­po­che en­det und in der so ei­ni­ges drun­ter und drü­ber geht, steht die­se Kanz­le­rin fest­ge­mau­ert in der schwan­ken­den Er­de.

Doch egal, ob man nun Mer­kel mag oder nicht, egal, ob man den Ko­ali­ti­ons­ver­trag für Murks hält und egal, ob man sich links, rechts, oben oder un­ten ver­or­tet: Dass heu­te die Bun­des­re­pu­blik wie­der ei­ne hand­lungs­fä­hi­ge Re­gie­rung be­kommt und die­se po­li­ti­sche Pa­ra­ly­se auf­hört – das ist erst ein­mal gut.

Der ein­zi­ge lin­ke Mi­nis­ter­prä­si­dent, der be­kannt­lich kaum Zu­nei­gung zu CDU und Kanz­le­rin ver­däch­tig ist, hat die Vor­tei­le für Thü­rin­gen durch­de­kli­niert. Das Land be­kommt end­lich wie­der An­sprech­part­ner in Ber­lin und die po­li­ti­schen Be­tei­lig­ten er­hal­ten Pla­nungs­si­cher­heit. Schließ­lich gibt es ja bis­her nicht ein­mal an­satz­wei­se ei­nen Bun­des­haus­halt für 2018.

Au­ßer­dem wur­de so ei­ni­ges aus­ge­han­delt, von dem auch die Men­schen in Thü­rin­gen pro­fi­tie­ren wer­den. Der Ka­ta­log reicht von der Grund­ren­te bis zu den Kom­mu­nal­hil­fen.

Ja, rich­tig: Vie­les wirkt halb­her­zig oder halb­gar. Es ist das ty­pi­sche Groko-Kud­del­mud­del. Doch den Lu­xus, lie­ber nicht als falsch zu re­gie­ren, konn­te sich nur die bes­ser­aus­se­hen­de FDP gön­nen. An­de­re muss­ten Ver­ant­wor­tung über­neh­men.

Mar­tin De­bes über die Wahl der al­ten und neu­en Kanz­le­rin

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