Welt­meis­ter mit Schnul­ler

Thüringer Allgemeine (Artern) - - Thüringen - Von Mar­cus Pfeif­fer

Al­ten­stadt. Phil­ipp Led­din aus St­ruth-Hel­mers­hof (Land­kreis Schmal­kal­den-Mei­nin­gen) ist neu­er Ein­zel-Welt­meis­ter im Schnul­ler-Spu­cken. Der 29 Jah­re al­te Thü­rin­ger setz­te sich bei der Schnul­ler-Weit­spuck-WM am Sams­tag im hes­si­schen Al­ten­stadt mit 7,01 Me­tern ge­gen die Kon­kur­renz durch. Ins­ge­samt ma­ßen sich 240 Teil­neh­mer in den ver­schie­de­nen Ein­ze­lund Mann­schafts­wett­be­wer­ben der Meis­ter­schaft. Rund 500 Zu­schau­er ver­folg­ten nach An­ga­ben des Ver­an­stal­ters die Ti­tel­kämp­fe. Die Re­geln für den un­ge­wöhn­li­chen Wett­kampf sind ein­fach: Wer den Schnul­ler am wei­tes­ten auf die et­wa zwölf Me­ter lan­ge Wett­kampf-Bahn spuckt, ge­winnt. Ei­ge­ne Schnul­ler durf­ten die Spie­ler al­ler­dings nicht mit­brin­gen: Die „Wett­kampf­ge­rä­te“wer­den vom Ver­an­stal­ter ge­stellt, um Chan­cen­gleich­heit zu wah­ren. (dpa) Ober­meh­ler. „Trotz der er­staun­li­chen Grö­ße ist das ‚Par­ty.San Open Air‘ im­mer fa­mi­li­är ge­blie­ben“, weiß Kay Wach­tel­born. Er ist Mit­ar­bei­ter am Ham­bur­ger-Stand, seit 23 Jah­ren da­bei und Pi­lot von gro­ßen Flug­zeu­gen, wie er sagt. Er sitzt mit Kum­pel Aa­ron Spä­te auf dem Hoch­sitz am Essen-Wa­gen. Sie ha­ben ei­nen pri­vi­le­gier­ten Platz und über­bli­cken Tau­sen­de Gäs­te auf dem Ge­län­de am Flug­ha­fen Ober­meh­ler.

Sie sind seit Di­ens­tag da, man merkt ih­nen an, dass ih­nen das mehr­tä­gi­ge Open Air in den Kno­chen steckt, doch sie müs­sen durch­hal­ten. In ei­ner kur­zen Pau­se ge­nie­ßen sie die Band Ve­nom. Die le­gen­dä­re Hea­vyMe­tal-Grup­pe aus Groß­bri­tan­ni­en präg­te wie kaum ei­ne an­de­re Grup­pe in den 1980ern die ex­tre­me Spiel­art des Gen­res und ist der He­ad­liner an die­sem Abend. Ganz ne­ben­bei er­fan­den sie mit ih­rem Song „Black Me­tal“, den sie als ers­tes Lied spie­len, ei­ne ei­ge­ne Un­ter­art der gi­tar­ren­las­ti­gen Mu­sik­rich­tung, auch wenn sie selbst dem Black Me­tal kaum zu­zu­ord­nen sind.

Ganz egal, das Pu­bli­kum fei­ert ih­re heiß er­war­te­ten Hel­den bei ih­rem wohl ein­zi­gen Deutsch­land­auf­tritt in die­sem Jahr. Auch Wach­tel­born und Spä­te kön­nen ih­re Freu­de kaum ver­heh­len. Spä­te: „Sie zie­hen seit über 30 Jah­ren ihr Ding gna­den­los durch. Groß­ar­tig!“

Mit Py­ro­tech­nik und Feu­er ze­le­briert Ve­nom ei­ne ful­mi­nan­te Show. Ne­ben­her be­die­nen die bei­den Bur­ger-Bra­ter die Flam­men­wer­fer auf ih­rem Hoch­stand. Es zischt, es bro­delt und die um­ste­hen­den Me­tal­fans sind hell­auf be­geis­tert. Es passt zu der ok­kul­ten Stim­mung in die­ser Nacht, die die Drei-Man­nBand auf­baut.

Spä­te und Wach­tel­born kra­xeln von ih­rem Stand her­un­ter, die Fes­ti­val-Gäs­te ha­ben Hun­ger. Auch Durst, na­tür­lich. Neue Ge­trän­ke­be­cher für die Me­tal­Fans fal­len auf. Fes­ti­val­chef Ma­rio „Mie­ze“Fli­cke er­klärt: „Seit die­sem Jahr ha­ben wir Mehr­weg­be­cher. Es stößt auf gu­te Ak­zep­tanz. Es ist et­was öko­lo­gi­scher.“Es sei ei­ne coo­le Sa­che, be­deu­te aber Mehr­auf­wand. Man müs­se noch ei­ni­ges op­ti­mie­ren. Et­was an­de­res be­weg­te ihn und sei­ne Crew: Am Don­ners­tag­abend tob­te ei­ne hal­be St­un­de lang ein Sand­sturm. „Wir wa­ren in Alarm­be­reit­schaft, war­te­ten auf ein Ge­wit­ter.“Ab­küh­lung bei der Hit­ze.

Doch nichts ge­schah, statt­des­sen Staub und Dreck. „Un­se­re Mess­ge­rä­te mel­de­ten 97 St­un­den­ki­lo­me­ter – ein Or­kan“, so Mie­ze. Das Bier­zelt hob ab, das Büh­nen­ge­län­de wur­de ge­räumt, um die Si­cher­heit der Be­su­cher zu ge­währ­leis­ten. Zel­te und Pa­vil­lons flo­gen durch die Luft. Al­les ging gut, das Kon­zept ging auf, sagt der Chef ei­nen Tag spä­ter. Sei­ne Ge­dan­ken sind schon beim kom­men­den Par­ty­san-Fes­ti­val. 2019 fei­ert man die 25. Aus­ga­be. „Die Band Tes­ta­ment ist zum Bei­spiel schon ge­bucht und ei­ni­ge Pla­ka­te hän­gen schon auf dem Ge­län­de.“Üb­ri­gens wa­ren schon ers­te ge­druckt ge­we­sen, bis ei­ner mein­te, dass ein Ju­bi­lä­um auf sie zu­kä­me. Klein füg­te man das noch ein und ließ neue Pla­ka­te dru­cken. „Wir ze­le­brie­ren das nicht groß, das un­ter­schei­det uns von an­de­ren. Ei­gent­lich ist’s egal.“Und ge­nau das ist das Au­then­ti­sche am Par­ty­san. „Wir kom­men aus dem Un­der­ground und ver­blei­ben auch da“, sagt Mie­ze mit Stolz. Und das schät­zen die zum Teil weit ge­reis­ten Gäs­te. Bis zur kom­men­den Aus­ga­be!

Mehr Fo­tos gibt es un­ter: www.thue­rin­ger­all­ge­mei­ne.de

Der neue Welt­meis­ter und Welt­re­kord­hal­ter Phil­ipp Led­din aus St­ruth-Hel­mers­hof. Foto: dpa

Fes­ti­val­chef Ma­rio „Mie­ze“Fli­cke.

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