War­tet, und ihr wer­det fin­den

Thüringer Allgemeine (Eichsfeld) - - Thüringen -

Kürz­lich ha­be ich mein Au­to ver­lo­ren. Ich stell­te es im Park­haus ab, rann­te zu ei­nem Ter­min, zwi­schen­durch te­le­fo­nier­te ich. Als ich zu­rück­kam, war das Au­to weg. Es war nicht wirk­lich weg, ich such­te nur lan­ge. Je­mand muss­te im Park­haus die Eta­gen ver­tauscht ha­ben. Als ich es end­lich fand, stell­te ich fest, dass es ne­ben ei­nem rie­si­gen An­ge­ber­schlit­ten ge­nau ge­gen­über vom Ein­gang stand.

Al­lein des­halb wä­re das ei­nem Mann nie pas­siert. Er hät­te sich das ge­merkt. Män­ner ori­en­tie­ren sich an gro­ßen Mar­kie­run­gen und Him­mels­rich­tun­gen. Da­für ha­ben sie ei­nen Tun­nel­blick für De­tails, wäh­rend der weib­li­che Blick ei­nen Win­kel von 45 Grad um­fasst. Sa­gen Bio­lo­gen.

Das führt da­zu, dass Frau­en manch­mal ihr Au­to su­chen, Män­ner da­ge­gen eher den Au­to­schlüs­sel. Sie ste­hen vor der Kom­mo­de, auf der sie ihn ab­ge­legt ha­ben und ru­fen ver­zwei­felt: Wo ist der Au­to­schlüs­sel?! Sie kön­nen ihn nicht se­hen, weil er zu nah dran ist. Es ist das be­rühm­te „Wo-ist-die-but­ter-im Kühl­schrank-syn­drom“. Für Män­ner ist das gan­ze Jahr über Os­tern. Au­ßer­dem ha­ben sie ein an­de­res Such­ver­hal­ten. Frau­en kön­nen war­ten, weil sie wis­sen, dass Din­ge wie Schlüs­sel von al­lein wie­der auf­tau­chen. „Su­chet und ihr wer­det fin­den“, heißt es in der Schrift. Ei­ne Frau weiß, dass dies sym­bo­lisch ge­meint ist. Män­nern fehlt die­ser ganz­heit­li­che An­satz, sie neh­men das wört­lich und fan­gen an, sich durch die Woh­nung zu wüh­len.

Frau­en kön­nen das nur aus­sit­zen, aber un­ter Be­ach­tung der wich­tigs­ten Re­gel: Die Hand­ta­sche ist vor ei­nem su­chen­den Mann un­be­dingt in Si­cher­heit zu brin­gen.

Ele­na Rauch über das männ­li­che Such­ver­hal­ten

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