„An­ti­se­mi­tis­mus wird wie­der stär­ker“

Bun­des­tags­prä­si­dent Wolf­gang Schäu­b­le schal­tet sich in die Is­lam-de­bat­te ein – und warnt vor den Fol­gen der Mi­gra­ti­on

Thüringer Allgemeine (Eichsfeld) - - Politik -

Zwei­ter Mann im Staat: Bun­des­tags­prä­si­dent Wolf­gang Schäu­b­le (, CDU), im Hin­ter­grund der Plenar­saal. Fo­to: Re­to Klar

An­teil von Mus­li­men gibt. Wir brau­chen ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­halt und Re­geln, die auf den Wer­ten des Grund­ge­set­zes be­ru­hen. Es geht um fried­li­ches Mit­ein­an­der und das Re­spek­tie­ren von Un­ter­schie­den. Das ist ei­ne rie­si­ge Gestal­tungs­auf­ga­be. Ei­ne frei­heit­li­che Ge­sell­schaft bleibt nur sta­bil, wenn sie ein hin­rei­chen­des Maß an Zu­ge­hö­rig­keit und Ver­traut­heit ver­mit­telt.

Was ist mit Mus­li­men, die ih­re Re­li­gi­on über das Grund­ge­setz Wor­auf wol­len Sie hin­aus?

An­ti­se­mi­tis­mus ist kein spe­zi­ell mus­li­mi­sches Pro­blem. An­ti­se­mi­tis­mus gibt es in Eu­ro­pa seit Jahr­hun­der­ten, ge­ra­de in Deutsch­land mit der ent­setz­li­chen Fol­ge des Ho­lo­caust – aber jetzt wird er auch durch Mi­gra­ti­on und durch den von ra­di­ka­len Kräf­ten in der is­la­mi­schen Welt ge­schür­ten Hass auf Is­ra­el wie­der stär­ker. Das zeigt, wie groß die Auf­ga­be für frei­heit­li­che Ge­sell­schaf­ten ist, Er­run­gen­schaf­ten wie To­le­ranz und Re­li­gi­ons­frei­heit un­ter den Be­din­gun­gen des schnel­len Wan­dels und die­ser ge­wal­ti­gen Mi­gra­ti­on durch­zu­set­zen. Das ist der gro­ße Stress­test für die west­li­chen De­mo­kra­ti­en. Und wir in Deutsch­land kön­nen An­ti­se­mi­tis­mus

Was schla­gen Sie vor?

Ich ha­be gleich zu Be­ginn der Wahl­pe­ri­ode mit al­len Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den das Ge­spräch ge­sucht, weil je­de Wahl­rechts­än­de­rung im über­grei­fen­den Kon­sens be­schlos­sen wer­den soll­te. Un­ter mei­nem Vor­sitz ha­ben wir ei­ne Ar­beits­grup­pe ge­grün­det, in die je­de Frak­ti­on ei­nen Be­auf­trag­ten ent­sandt hat. Aber wer die Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ein biss­chen liest, der sieht, wie schwie­rig das rein recht­lich wird.

Spre­chen Sie in die­ser Ar­beits­grup­pe auch über ei­ne Ver­län­ge­rung der Wahl­pe­ri­ode?

Nein. Ich per­sön­lich bin auch kein An­hän­ger ei­ner län­ge­ren Wahl­pe­ri­ode. Ich bin ganz zu­frie­den, dass wir in die­sem Jahr nicht schon wie­der wäh­len. (lacht)

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