Trump be­ginnt „In­for­ma­ti­ons­krieg“

Mit ei­nem ge­hei­men Dos­sier will der US-Prä­si­dent die ge­fähr­li­che Russ­land-Af­fä­re los­wer­den

Thüringer Allgemeine (Erfurt-Land) - - Politik -

Washington. Neu­er Wir­bel um die Russ­land-Er­mitt­lun­gen: Mit der Ver­öf­fent­li­chung ei­nes heik­len Dos­siers wol­len die US-Re­pu­bli­ka­ner Vor­wür­fe un­ter­mau­ern, wo­nach das FBI bei sei­nen Un­ter­su­chun­gen vor­ein­ge­nom­men ist. Der Be­schluss fiel am Di­ens­tag trotz mas­si­ver Be­den­ken des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums und der US-Ge­heim­diens­te. Bei­de Sei­ten war­nen, dass ei­ne Ver­öf­fent­li­chung der na­tio­na­len Si­cher­heit scha­den kön­ne. Die Plä­ne für ei­nen „In­for­ma­ti­ons­krieg“kom­men zu ei­nem un­güns­ti­gen Zeit­punkt. Am Abend soll­te US-Prä­si­dent Do­nald Trump sei­ne Re­de zur La­ge der Na­ti­on hal­ten.

Kon­kret geht es in dem Dos­sier um an­geb­lich frag­wür­di­ge Über­wa­chungs­maß­nah­men ge­gen ei­nen füh­ren­den ehe­ma­li­gen Trump-Wahl­kampf­be­ra­ter, Car­ter Pa­ge. Das Vo­tum im Ge­heim­dienst­aus­schuss fiel mit der Mehr­heit der re­pu­bli­ka­ni­schen Stim­men. Da­ge­gen wur­de ein Vor­stoß der De­mo­kra­ten ab­ge­schmet­tert, ein Ge­gen­pa­pier mit zu ver­öf­fent­li­chen, das nach ih­ren An­ga­ben das Dos­sier ent­kräf­tet.

Trump könn­te ver­hin­dern, dass das Pa­pier pu­blik wird, hat sich aber bis­her für ei­ne Ver­öf­fent­li­chung aus­ge­spro­chen. Die De­mo­kra­ten spra­chen am Di­ens­tag von ei­nem „Fron­tal­an­griff“ge­gen die von Ex-FBI-Chef Ro­bert Mu­el­ler ge­lei­te­ten Er­mitt­lun­gen. Erst am Mon­tag war der stell­ver­tre­ten­de Di­rek­tor der Bun­des­po­li­zei, And­rew McCa­be, zu­rück­ge­tre­ten, nach­dem ihn Trump über Mo­na­te hin­weg im­mer wie­der at­ta­ckiert hat­te.

Im Kern dre­hen sich die FBI­Un­ter­su­chun­gen um ei­ne mög­li­che Zu­sam­men­ar­beit des Trump-Wahl­kampfla­gers mit Mos­kau bei der Be­ein­flus­sung der US-Wahl 2016.

Un­ter­des­sen ha­ben die USA mit der Ver­öf­fent­li­chung ei­ner so­ge­nann­ten Olig­ar­chen­lis­te neue Ver­stim­mung mit Russ­land aus­ge­löst. Zwar sah die USRe­gie­rung zu­nächst da­von ab, neue Sank­tio­nen ge­gen Russ­land we­gen des­sen mut­maß­li­cher Ein­fluss­nah­me auf die US­Wahl 2016 zu ver­hän­gen. Das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um ver­öf­fent­lich­te am Mon­tag aber ei­ne Lis­te mit 114 rang­ho­hen Po­li­ti­kern und 96 Wirt­schafts­ma­na­gern mit Nä­he zur Re­gie­rung in Mos­kau, ge­gen die Straf­maß­nah­men ver­hängt wer­den könn­ten. Der rus­si­sche Prä­si­di­al­amts­spre­cher Dmi­tri Pes­kow kri­ti­sier­te, da­mit wer­de fak­tisch je­de auf­ge­führ­te Per­son als Feind der USA ab­ge­stem­pelt, was ne­ga­ti­ve Fol­gen für rus­si­sche Un­ter­neh­men und Po­li­ti­ker ha­ben könn­te. Die Re­gie­rung wer­de den US-Be­richt sorg­fäl­tig prü­fen. (dpa/rtr)

US-Prä­si­dent Do­nald Trump. Fo­to: Bo­ris Bal­din­ger

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