Ein­mal rei­ben an der Wun­der­lam­pe

Als Weih­nachts­mär­chen kommt im Thea­ter Er­furt Ala­din aus den Ge­schich­ten aus 1001 Nacht auf die Büh­ne

Thüringer Allgemeine (Erfurt-Land) - - Erfurter Allgemeine - Von Frank Kar­mey­er

Die­selskan­dal, Mer­kel-Nach­fol­ge, US-Kon­gress­wah­len sind Ta­ges­the­men, die durch den Blät­ter­wald rau­schen und die Ge­mü­ter er­hit­zen.

Ge­zielt da­nach su­chen kön­nen ab so­fort al­le Nut­zer der Stadt- und Re­gio­nal­bi­blio­thek. Über das di­gi­ta­le Pres­se­por­tal des In­for­ma­ti­ons­dienst­leis­ters GBI-Ge­ni­os bie­tet sie ei­ne Viel­zahl von Zei­tun­gen und Zeit­schrif­ten so­wie Wirt­schafts- und Bran­chen­in­for­ma­tio­nen an. Sie kön­nen un­kom­pli­ziert über die kom­for­ta­ble Web­sei­te in 340 deut­schen und in­ter­na­tio­na­len Ta­ges- und Wo­chen­zei­tun­gen so­wie in 800 Zeit­schrif­ten su­chen.

Da­bei reicht die The­men­viel­falt von A wie Au­to bis W wie Wirt­schaft. Die In­hal­te wer­den täg­lich ak­tua­li­siert und die Ar­chi­ve rei­chen bis zu 20 Jah­re zu­rück.

Die Do­ku­men­te sind so­fort on­line les­bar kön­nen aus­ge­druckt oder per E-Mail ver­sen­det wer­den. Ein be­son­de­rer Ser­vice des Pro­gramms ist die Vor­le­se­funk­ti­on, die das An­hö­ren der Ar­ti­kel er­mög­licht. Mit der Be­nut­zer­num­mer und dem Pass­wort wird der Zu­gang un­ter https://bib-er­furt.ge­ni­os.de zur so­ge­nann­ten eBib-So­lu­ti­on ge­währt. Die In­for­ma­tio­nen sind in den Fi­lia­len der Stadt­bi­blio­thek und auch rund um die Uhr von zu Hau­se aus nutz­bar. Mit dem Ge­ni­os-Pres­se­por­tal er­wei­tert­dieBi­b­lio­the­kih­r­di­gi­ta­les Ser­vice­an­ge­bot, zu dem schon die Thü­rin­ger On­li­ne­bi­blio­thek und die Sprach­soft­ware Ro­set­ta Sto­ne ge­hö­ren. Er­furt. Das Qu­iet­schen, wenn er an der Wun­der­lam­pe reibt, macht Ala­din selbst. Al­le an­de­ren Ge­räu­sche aber, et­wa wenn der Dschin­ni kurz dar­auf­hin auf­taucht oder die Lam­pe den Hän­den ih­res Meis­ters ent­schwebt, spielt sie die Tech­nik ein. Und es sind recht vie­le, wie Re­gis­seur Frank Voigt­mann am Ran­de der Ton­pro­be be­stä­tigt. Über­haupt: „Beim Weih­nachts­mär­chen gibt es von al­lem et­was mehr – mehr Licht, mehr Büh­nen­bild, mehr Mas­ke!“, sagt er.

Schließ­lich gel­te es, das Pu­bli­kum da­mit zu ver­zau­bern. Vor al­lem die klei­nen Thea­ter­be­su­cher – als Pu­bli­kum gna­den­los in der Kri­tik, be­son­ders ehr­lich in der Auf­nah­me des Stücks und herr­lich un­mit­tel­bar, wie Re­gis­seur Voigt­mann sagt. „Ein dank­ba­res Pu­bli­kum“, fin­det er, selbst von den De­fa-Mär­chenFil­men ge­prägt. Folg­lich wer­de sich in sei­ner Ins­ze­nie­rung auch et­was von de­ren Er­zähl­wei­se wie­der­fin­den – „ich kann die Ge­schich­te nur so in­sze­nie­ren“, sagt er, „so, wie ich mir das Mär­chen als Kind ge­wünscht hät­te.“Ja, sei­ne Si­tua­ti­on sei kom­for­ta­bel: Er kön­ne sich die­sen Kind­heits­traum nun er­fül­len. Auch dank des Büh­nen­bil­des von Han­nah Ham­bur­ger – wie al­le Be­tei­lig­ten ei­ne er­fah­re­ne „Mär­chen­ma­che­rin“.

Seit Jah­ren lockt das Thea­ter Er­furt je­des Jahr ab Mit­te No­vem­ber tau­sen­de Kin­der ins Haus, die sich am Weih­nachts­mär­chen er­freu­en. Ob Frau Hol­le, Rum­pel­stilz­chen, Hans im Glück, Kö­nig Dros­sel­bart, Der Teu­fel mit den drei gol­de­nen Haa­ren oder zu­letzt Zwerg Na­se – ein Mär­chen zur Weih­nachts­zeit ist ge­wiss ein Muss. 2018 steht mit Ala­din und die Wun­der­lam­pe er­neut Se­bas­ti­an Zum­pe in der Haupt­rol­le auf der Büh­ne. Er hat sich ex­tra die dunk­len Haa­re wach­sen las­sen, um den Er­war­tun­gen an Ala­din zu ent­spre­chen, die dunk­len Au­gen bringt er oh­ne­hin mit für die­se Rol­le im Mär­chen aus der ori­en­ta­li­schen Ge­schich­ten­samm­lung „Tau­send­und­ei­ne Nacht“.

Fünf Schau­spie­ler schlüp­fen im ra­san­ten Wech­sel in mehr als zehn Rol­len und las­sen aus der Büh­ne un­ter an­de­rem ei­nen Pa­last, ei­nen Markt­platz oder ei­ne Höh­le wer­den. Bes­te Vor­aus­set­zun­gen al­so, auch wenn sich Zum­pe ein we­nig Sor­gen macht: Wie wird das Mär­chen bei je­nen Kin­dern an­kom­men, die vi­el­leicht wie er nicht mit den vor­ge­le­se­nen Ge­schich­ten aus 1001 Nacht groß ge­wor­den sind, son­dern den Dis­ney-Film ken­nen? Schließ­lich: „Bei uns gibt es kei­nen flie­gen­den Tep­pich, kei­nen Af­fen und kei­nen Pa­pa­gei...“Wer be­reits jetzt ei­nen Blick auf das Büh­nen­spiel der fünf Ak­teu­re wer­fen kann, wird die­se Sor­ge nicht tei­len. Schließ­lich sind al­le bes­tens auf­ein­an­der ein­ge­spielt: Ma­ria-Eli­sa­beth Wey, Wolf­gang Kai­ser und Fer­nan­do Blu­men­thal wer­den mit dem Neu­zu­gang Bet­ti­na Bre­zin­ski die Büh­ne schon „ro­cken“. Ob­schon: Es klingt eher wie Hip-Hop, was der Ton da ein­spielt – als zeit­ge­mä­ße Re­ve­renz ans jun­ge Pu­bli­kum.

Ins­ge­samt 78 Vor­stel­lun­gen hat das Weih­nachts­mär­chenTeam bis zum 10. Ja­nu­ar 2019 zu spie­len. Ver­liert man in der Rou­ti­ne nicht die Freu­de am Stück? „Auf kei­nen Fall“, wie Se­bas­ti­an Zum­pe sagt. Die Spiel­freu­de blei­be, Au­then­ti­zi­tät blei­be ein Muss – al­les an­de­re wür­de das Pu­bli­kum nicht to­le­rie­ren. „Je­de Vor­stel­lung gilt es für mich, et­was Neu­es in der Rol­le zu ent­de­cken“, ver­rät er den Trick.

Die Plu­der­ho­se trägt Se­bas­ti­an Zum­pe schon bei den Pro­ben. Um sich ein­zu­füh­len in die Rol­le. Aber auch um zu mer­ken, wie be­quem das un­ge­wohn­te Bein­kleid ist. „Ich über­le­ge schon, ob ich mir ei­ne für zu­hau­se zu­le­ge“, ver­rät er. Doch sie ber­ge auch Ri­si­ken: So weit ge­schnit­ten an den Bei­nen, lau­fe er durch­aus Ge­fahr, hän­gen zu blei­ben und sich auf der Büh­ne auf die Na­se zu le­gen. Toi, toi, toi, dass ihm dies er­spart bleibt.

Was wä­re, wenn er selbst ei­nen Wunsch frei hät­te, für sich, dank des Rei­bens an der ori­en­ta­li­schen Lam­pe? Als frei­schaf­fen­den­der Schau­spie­ler fän­de er es pri­ma, häu­fi­ger Auf­trä­ge na­he der Fa­mi­lie zu be­kom­men. Die lebt in Ber­lin. Nach län­ge­rem Über­le­gen fällt ihm ein wei­te­rer Wunsch nicht ein: Sehr glück­lich sei er, wie er lä­chelnd sagt – auch oh­ne die Hil­fe von Ala­dins Wun­der­lam­pe.

Kin­der und Er­wach­se­ne dür­fen al­so ge­spannt sein auf den Zau­ber aus 1001 Nacht: Pre­mie­re für das Weih­nachts­mär­chen am Thea­ter Er­furt ist am Don­ners­tag, 15. No­vem­ber.

Kar­ten gibt es un­ter ()     oder on­line auf www.thea­ter-er­furt.de

Se­bas­ti­an Zum­pe ist im Weih­nachts­mär­chen des Thea­ters Er­furt in der Haupt­rol­le des Ala­din zu er­le­ben. Die Wun­der­lam­pe hat er schon. Fo­to: Frank Kar­mey­er

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