Die Idea­le – wo sind sie hin?

Thüringer Allgemeine (Erfurt) - - Erfurter Allgemeine -

Hät­te es die­sen schänd­li­chen Ver­rat, ei­nen der größ­ten der Mensch­heits­ge­schich­te – zu­min­dest für die Chris­ten in un­se­rer Ge­sell­schaft – nicht ge­ge­ben, wä­re ges­tern ein ganz nor­ma­ler Ar­beits­tag ge­we­sen. So aber hat­te man die Mög­lich­keit, am Kar­frei­tag die ge­won­ne­ne Zeit zu stil­ler Ein­kehr, egal ob nun Christ oder nicht, zu nut­zen. Oder die Ge­dan­ken schwei­fen zu las­sen. Auch zum The­ma Ver­rat.

Der, so könn­te man mei­nen, ge­hört in die­ser Zeit der Un­ge­wiss­heit und Auf­ge­regt­heit schon fast zur Nor­ma­li­tät. Da­mit sind nicht die Har­ry-Pot­terFil­me, al­te Sta­si-Ge­schich­ten oder nur no­to­ri­sche Fremd­gän­ger ge­meint. Je­der mag für sich selbst die Fra­ge stel­len, in­wie­weit auch er in ei­ner Welt voll mit Lü­ge, Neid, Gier, Miss­gunst Aus­gren­zung und Selbst­sucht sei­ne ei­ge­nen heh­ren Idea­le von einst ver­ra­ten hat.

Wo­mit wir wie­der beim Ein­gang die­ser Kolumne wä­ren. Der, den sie nach dem Ju­da­sVer­rat tags dar­auf kreu­zig­ten, hielt stand, blieb auf­recht, sei­nen Idea­len treu. An ihm kann man sich, auch oh­ne an Gott zu glau­ben, ori­en­tie­ren. In die­sem Sin­ne al­len Le­sern der Thü­rin­ger All­ge­mei­ne ein be­sinn­li­ches, nach­denk­li­ches Os­ter­fest.

Micha­el Kel­ler denkt zu Os­tern über den Ver­rat nach

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