War­um manch Er­fur­tern das Maul of­fen steht

Ei­ne neue Se­rie der TA er­zählt von po­pu­lä­ren Irr­tü­mern und an­de­ren Wahr­hei­ten

Thüringer Allgemeine (Erfurt) - - Thüringen - Von Mir­ko Krü­ger

Grün­de, dass ei­nem in Er­furt der Mund of­fen ste­hen bleibt, gibt es vie­le. Man­che Er­fur­ter sper­ren so­gar schon seit Jahr­hun­der­ten ihr Maul auf. Et­wa in der Jo­han­nes­stra­ße, am Haus zum Moh­ren­kopf, gleich ne­ben dem Stadt­mu­se­um.

An der Fas­sa­de des präch­ti­gen Re­nais­sance-Ge­bäu­des ist ein gro­ßer Schä­del be­fes­tigt. In­des, es ist nicht das Ab­bild ei­nes aus Schwarz­afri­ka stam­men­den Mit­bür­gers, das von die­ser Haus­wand grüßt. Nein, der Bur­sche ist hell­häu­tig, er trägt zwei Schlan­gen im Haar – und er hält den Mund weit auf­ge­ris­sen.

Er ist so et­was wie ein Bier­aus­ru­fer. Frü­her stopf­te man ihm im­mer dann, wenn im Haus fri­sches Bier ge­zapft wur­de, zu Wer­be­zwe­cken ein Bün­del Stroh in den Mund.

Der­ar­ti­ge Bier­lö­cher gibt es vie­le in der Alt­stadt zu ent­de­cken. Sie mar­kie­ren die eins­ti­gen Häu­ser der Bier­ei­gen. So nann­te man in Er­furt all je­ne Bür­ger, die das Brau- und Schank­recht be­sa­ßen.

Üb­ri­gens ge­lang mit­ten in Er­furt der am wei­tes­ten zu­rück­rei­chen­de, archäo­lo­gi­sche Nach­weis ei­ner Braue­rei in Thü­rin­gen. Sie be­fand sich am An­ger, im heu­ti­gen Ur­su­li­nen­klos­ter.

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