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Thüringer Allgemeine (Erfurt) - - Politik -

b Frau­en an­ders wäh­len als Män­ner? Das kann ich nicht be­ur­tei­len. Denn als Mann ha­be ich noch nicht ge­wählt. Ich kann le­dig­lich be­ur­tei­len, was mir bei der Aus­wahl von Per­so­nen wich­tig ist: Dass sie und ih­re Aus­sa­gen, ih­re Zie­le, das Auf­tre­ten stim­mig sind. Kopf und Bauch spie­len ei­ne Rol­le. Bei Män­nern si­cher auch. Aber es kann durch­aus sein, dass ei­ni­ge Män­ner we­ni­ger auf das ver­mit­teln­de Ele­ment, das ei­ni­ge Po­li­ti­ke­rin­nen be­sit­zen, Wert le­gen, son­dern mehr auf ab­so­lu­te, mar­ki­ge Aus­sa­gen. Das sind aber Ste­reo­ty­pe. Was ich aber schon glau­be: Wenn im­mer mehr Frau­en in Füh­rungs­po­si­tio­nen in der Po­li­tik sind, dass sich Män­ner nach Män­nern als Füh­rungs­per­son seh­nen, weil sie schlicht­weg über Jahr­zehn­te ein an­de­res Bild ge­wohnt wa­ren. Aber es ist ei­ne Fra­ge der Zeit. 100 Jah­re Frau­en­wahl­recht sind Grund zum Fei­ern, aber auch im­mer wie­der zum un­gläu­bi­gen Kopf­schüt­teln: Wirk­lich, erst seit 100 Jah­ren? Wel­che Un­gleich­heit und Un­ge­rech­tig­keit über Jahr­hun­der­te herrsch­ten und wie un­klug es war, auf die Ta­len­te von Frau­en in der Po­li­tik zu ver­zich­ten! Das, was Ge­ne­ra­tio­nen vor uns für die Frau­en er­kämpft ha­ben, soll­ten wir heu­te nicht leicht­fer­tig auf­ge­ben. Die Rol­le der Frau ist ein Seis­mo­graf für die Ent­wick­lung in ei­ner Ge­sell­schaft, für die De­mo­kra­tie­fes­tig­keit – und ge­nau des­halb soll­ten wir auch ver­stärkt Wert auf die gleich­wer­ti­ge Rol­le der Frau­en un­ter den Mi­gran­ten Wert le­gen.“

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