„So wer­den Schul­ab­brü­che pro­gram­miert“

Ge­werk­schaft be­män­gelt Kür­zun­gen bei „Deutsch als Zweit­spra­che“an Thü­rin­ger Schu­len

Thüringer Allgemeine (Ilmenau) - - Thüringen -

Der Lehrer­man­gel an Thü­rin­gens Schu­len führt seit Schul­jah­res­be­ginn zu alar­mie­ren­den Ab­stri­chen am Deutsch­un­ter­richt für Schü­ler mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund. Dar­auf macht die Bil­dungs­ge­werk­schaft GEW auf­merk­sam. Um Fehl­stel­len zu be­set­zen, wür­den Leh­rer für „Deutsch als Zweit­spra­che“ (DAZ) an vie­len Schu­len für an­de­re Fä­cher ein­ge­setzt. So sei­en im Schul­amts­be­reich West­thü­rin­gen die Hälf­te der plan­mä­ßi­gen Daz-st­un­den ge­kürzt wor­den, so Thü­rin­gens Gew-che­fin Kath­rin Vitzt­hum.

Hin­zu kom­me, dass Daz-leh­rer, die sich der­zeit als Re­fe­ren­da­re für wei­te­re Fä­cher qua­li­fi­zie­ren, ih­ren Un­ter­richt in die­sen neu­en Fä­chern hal­ten müs­sen. Das reißt wei­te­re Lü­cken in den Sprach­un­ter­richt.

Die Fol­gen für die Schü­ler sind gra­vie­rend. In den St­un­den, die dem Er­ler­nen der Spra­che vor­be­hal­ten sind, sit­zen sie im Fach­un­ter­richt, dem sie nur ein­ge­schränkt fol­gen kön­nen. „So wer­den Schul­ab­brü­che pro­gram­miert“, kri­ti­siert die Ge­wvor­sit­zen­de. „In­te­gra­ti­ons­be­mü­hun­gen se­hen an­ders aus.“

Be­son­ders be­trof­fen sind die Städ­te Er­furt und Je­na, wo die Be­dar­fe sehr hoch sind. Das Er­ler­nen ei­ner Spra­che ist nicht nach zwei Jah­ren er­le­digt, be­merkt man bei der GEW. Vie­le Neu­zu­gän­ge kä­men hin­zu, auch weil die Fa­mi­li­en­nach­zü­ge jetzt grei­fen. Über­le­gun­gen, feh­len­den Sprach­un­ter­richt durch Sprach-ag‘s oder von Lehr­kräf­ten aus Volks­hoch­schu­len auf­zu­fan­gen, sei­en nur ein­ge­schränkt hilf­reich. Das er­set­ze kei­nen qua­li­fi­zier­ten Daz-leh­rer. (era)

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