Kul­tur- und Sport­zen­trum wird ge­baut, aber an­ders als ge­plant

Ge­rin­ge­re Ge­wer­be­steu­er sorgt für Mi­nus im Il­me­n­au­er Haus­halt. Ge­büh­ren für Kin­der­ta­ges­stät­ten sol­len ein­heit­lich sein

Thüringer Allgemeine (Ilmenau) - - Ilmenauer Allgemeine - Von Ralf Ehr­lich

Il­men­au. „Das Kul­tur- und Sport­zen­trum in Lan­ge­wie­sen wird ge­baut“, ver­si­cher­te Gerd­mi­cha­el See­ber am Mitt­woch im Haupt- und Fi­nanz­aus­schuss. „Aber Auf­wand und Nut­zen müs­sen in ir­gend­ei­ner Form stim­men“, so der ehe­ma­li­ge Ober­bür­ger­meis­ter und neue Be­auf­trag­te der Stadt Il­men­au. Ein Pro­blem sieht die Ver­wal­tung in der ge­plan­ten Drei­fel­der­hal­le, die vor al­lem dem Ten­nis vor­be­hal­ten sein soll.

See­ber: „Wir ge­ben mit För­der­mit­teln ins­ge­samt mehr als sechs Mil­lio­nen Eu­ro aus, da­von soll die Hälf­te für Ten­nis sein.“Er hält das für über­di­men­sio­niert. Auch an­de­re Nut­zun­gen soll­ten mög­lich sein. „Wir müs­sen mit den Lan­ge­wie­se­nern und den Pla­nern zu­sam­men­ar­bei­ten“, sag­te See­ber wei­ter.

„Die Lan­ge­wie­se­ner dür­fen nicht den Ein­druck be­kom­men, wir wür­den uns über sie hin­weg set­zen“, mein­te Da­ni­el Schult­heiß. Der Vor­sit­zen­der der Frak­ti­on Bür­ger­bünd­nis/pro Bock­wurst spiel­te dar­auf an, dass das Pro­jekt ge­plant wur­de, als Lan­ge­wie­sen noch ei­gen­stän­dig war und jetzt nach der Ein­ge­mein­dung ge­än­dert wer­den soll. Rein­hard Schramm, Spd-frak­ti­ons­vor­sit­zen­der, be­kräf­tig­te: „Lan­ge­wie­sen ge­hört zu un­se­rer Stadt“. Die Hal­le kön­ne auch für Il­me­n­au­er in­ter­es­sant sein. Der Vor­sit­zen­de der Cdu-frak­ti­on, Tho­mas Fast­ner, ap­pel­lier­te an das „Ge­bot der Ver­nunft“. Mög­lichst vie­le soll­ten ei­nen Nut­zen von dem Neu­bau ha­ben. „Si­cher wird es bei ei­ner Op­ti­mie­rung teu­rer. Wir müs­sen den Orts­teil­rat mit ein­be­zie­hen.“

An­fang der Wo­che wur­de im Orts­teil­rat Lan­ge­wie­sen Kri­tik laut. Fast zwei Mo­na­te nach der Ein­ge­mein­dung ent­lud sich ei­ne ge­hö­ri­ge Por­ti­on Frust. Grund­te­nor der Sit­zung am Mon­tag­abend war: zu vie­le Vor­ga­ben der Il­me­n­au­er Ver­wal­tung bei zu we­nig Mit­spra­che­recht der ge­wähl­ten Ver­tre­ter aus Lan­ge­wie­sen (un­se­re Zei­tung be­rich­te­te).

Un­ter­des­sen feh­len im ak­tu­el­len Haus­halt 300 000 Eu­ro, in­for­mier­te Käm­me­rer Ger­hard Baum­gart. Der Ver­lust re­sul­tie­re vor al­lem aus ge­rin­ge­ren Ge­wer­be­steu­er­ein­nah­men im neu­en Orts­teil Geh­ren. Bei ei­nem Ge­samt­vo­lu­men von rund 84 Mil­lio­nen Eu­ro kön­ne der Fehl­be­trag durch die Stadt Il­men­au aus­ge­gli­chen wer­den, zeig­te er sich op­ti­mis­tisch.

„Ent­we­der das Geld kommt noch ir­gend­wo rein oder es muss ein­ge­spart wer­den“, sag­te Baum­gart. In Be­zug auf die Ge­biets­re­form mein­te der Käm­me­rer: „Das ist wie mit der Deut­schen Ein­heit. Ir­gend­wie konn­te der Bei­tritt der DDR ver­kraf­tet wer­den.“Über­haupt hät­ten die Ein­ge­mein­dun­gen für das Fi­nanz­res­sort ei­ne Men­ge Zu­satz­auf­ga­ben ge­bracht. „Da fal­len al­ler­hand Über­stun­den an.“

Ein wei­te­res The­ma hät­te es oh­ne die Ge­biets­re­form eben­falls nicht auf der Ta­ges­ord­nung des Aus­schus­ses ge­schafft. Die Ge­büh­ren für die Kin­der­ta­ges­stät­ten in Il­men­au und den neu­en Orts­tei­len sol­len ver­ein­heit­licht wer­den, sag­te See­ber. Er ha­be ei­nen Ar­beits­auf­trag an den So­zi­al- und Gleich­stel­lungs­aus­schuss er­teilt, die Sat­zun­gen zu über­ar­bei­ten.

„Ziel ist, zum 1. Ja­nu­ar 2019 im Sin­ne der Gleich­be­hand­lung ei­ne ein­heit­li­che Sat­zun­gen für Il­men­au und al­le Orts­tei­le zu ha­ben“, sag­te See­ber.

Das Sport- und Kul­tur­zen­trum in Lan­ge­wie­sen an der Stra­ße In den Fol­gen wächst wei­ter. Der­zeit ent­ste­hen Um­klei­de­mög­lich­kei­ten für Fuß­bal­ler so­wie Funk­ti­ons­räu­me für ei­ne neue Hal­le, die im An­schluss ge­baut wer­den soll. Fo­to: Ralf Ehr­lich

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.