Grü­ne Was­ser­stoff­re­gi­on zwi­schen Main und El­be

Thü­rin­ger Wis­sen­schaft­ler und Fir­men be­tei­li­gen sich mit Pro­jekt an Wett­be­werb des Bun­des­for­schungs­mi­nis­te­ri­ums

Thüringer Allgemeine (Mühlhausen) - - Wirtschaft - Von Bernd Jentsch

Son­ne­berg. Ab­gas­freie Fahr­zeu­ge oh­ne Dis­kus­si­on über Reich­wei­ten oder Tank­dau­er – das ist das Ziel ei­nes Pro­jek­tes, wel­ches ges­tern in Son­ne­berg erst­mals der Öf­fent­lich­keit vor­ge­stellt wur­de.

Als Fir­ma sei man schon seit ei­ni­ger Zeit mit dem The­ma der Brenn­stoff­zel­le be­schäf­tigt, be­stä­tig­te Joa­chim Löff­ler, Ge­schäfts­füh­rer der Fir­ma Ku­ma­tec Son­der­ma­schi­nen & Kunst­stoff­ver­ar­bei­tung mit Sitz in Neu­haus-schier­schnitz. Jetzt ha­be man sich mit Part­nern da­zu ent­schlos­sen, mit ei­nem ge­mein­sa­men Pro­jekt zu zei­gen, wel­che Rol­le der Was­ser­stoff bei der Ener­gie­wen­de spie­len kann.

„Wir wol­len über Län­der­gren­zen hin­weg ei­ne Was­ser­stoff­quel­lund Wert­schöp­fungs­re­gi­on zwi­schen Main und El­be ent­wi­ckeln“, kün­dig­te Löff­ler an. Da­zu ha­be man Ak­teu­re aus Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und al­len ge­sell­schaft­li­chen Grup­pen zur ak­ti­ven Teil­nah­me ein­ge­la­den. Part­ner aus Bay­ern, Sach­sen und Sach­sen-an­halt sind eben­so da­bei wie die Thü­rin­ger.

„Die asia­ti­schen Au­to­mo­bil­kon­zer­ne trei­ben die Ent­wick­lung der Was­ser­stoff­fahr­zeu­ge vor­an, lie­fern längst Au­tos aus“, sag­te Löff­ler. Da­mit ent­ste­he der Druck, die nö­ti­ge In­fra­struk­tur da­für zu schaf­fen. Ein Ziel, dem sich die Pro­jekt­part­ner ver­schrie­ben ha­ben.

Ku­ma­tec hat­te sei­ne vor­han­de­nen Au­tos mit der Was­ser­stoff­tech­no­lo­gie zur Auf­takt­ver­an­stal­tung mit­ge­bracht und er­läu­ter­te auch de­ren Vor­tei­le ge­gen­über den rein bat­te­rie­be­trie­ben Mo­del­len. In drei bis fünf Mi­nu­ten sei­en die Fahr­zeu­ge be­tankt und „sie er­rei­chen ei­ne Reich­wei­te von bis zu 800 Ki­lo­me­tern“, so Löff­ler. Al­ler­dings ge­be es bis­lang in Thü­rin­gen so gut wie kei­ne Tank­stel­len da­für. Ku­ma­tec be­treibt ei­ne auf dem Fir­men­ge­län­de.

Ne­ben der Ku­ma­tec ge­hö­ren die Bau­haus-uni­ver­si­tät in Wei­mar und der Bran­chen­ver­band So­la­rin­put aus Er­furt zu den Initia­to­ren der Initia­ti­ve. Für wei­te­re Part­ner sei man aber of­fen, ver­si­cher­te Löff­ler.so hät­ten be­reits die Städ­te Son­ne­berg und Apol­da ihr In­ter­es­se be­kun­det, an dem Pro­jekt mit­zu­wir­ken. In ei­nem ers­ten Schritt könn­ten die Brenn­stoff­zel­len-bus­se zu­künf­tig durch die Re­gi­on rund um Sonn­berg rol­len. Schritt­wei­se wol­le man das Pro­jekt in an­de­re Re­gio­nen aus­wei­ten.

Bis zum 31. Ok­to­ber ha­ben die Pro­jekt­part­ner nun Zeit, ein schlüs­si­ges Kon­zept vor­zu­le­gen, mit dem sie sich als ei­nes von 32 Vor­ha­ben um För­der­mit­tel der Bun­des­for­schungs­mi­nis­te­ri­ums be­wer­ben. „Die­se 32 ha­ben wir aus ins­ge­samt 105 Be­wer­bern vor­aus­ge­wählt“, be­stä­tig­te Hans-pe­ter Hie­pe vom Mi­nis­te­ri­um. Der Zeit­plan bis En­de Ok­to­ber sei durch­aus sport­lich, räum­te Hie­pe ein.

Das För­der­pro­gramm

▶ Das Pro­gramm „WIR! – Wan­del durch In­no­va­ti­on in der Re­gi­on“gibt den An­stoß für neue re­gio­na­le Bünd­nis­se und legt den Grund­stein für ei­nen nach­hal­ti­gen in­no­va­ti­ons­ba­sier­ten Struk­tur­wan­del.

▶ Aus den Bünd­nis­sen, die bis 31. Ok­to­ber 2017 ei­ne Skiz­ze ein­ge­reicht hat­ten, hat das Mi­nis­te­ri­um die 32 über­zeu­gends­ten Be­wer­bun­gen aus­ge­wählt.

▶ Für die Kon­zept­pha­se kön­nen Bünd­nis­se ma­xi­mal drei Vor­ha­ben mit ei­ner För­der­sum­me von ins­ge­samt bis zu 200 000 Eu­ro be­an­tra­gen.

▶ Die Bes­ten er­hal­ten je­weils zwi­schen ma­xi­mal 10 und 15 Mil­lio­nen Eu­ro zur Ver­fü­gung ge­stellt.

Joa­chim Löff­ler, Ge­schäfts­füh­rer der Fir­ma Ku­ma­tec Son­der­ma­schi­nen­bau & Kunst­stoff­ver­ar­bei­tung im süd­thü­rin­gi­schen Neu­haus-schier­schnitz, ist ei­ner der Initia­to­ren des Was­ser­stoff-pro­jek­tes Ar­chiv-fo­to: Diet­mar Gros­ser

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