West­bal­kan

Thüringer Allgemeine (Mühlhausen) - - Politik - Von Dia­na Zink­ler

Ber­lin. „West­bal­kan“ist ein po­li­ti­scher Sam­mel­be­griff für Al­ba­ni­en und die Nach­fol­ge­staa­ten Ju­go­sla­wi­ens un­ter Aus­schluss je­ner Staa­ten, die der EU bei­ge­tre­ten sind. Da­her wer­den seit 2004 Slo­we­ni­en und seit 2013 Kroa­ti­en nicht mehr zum „West­bal­kan“ge­zählt. Der Be­griff wur­de 1998 als Ter­mi­nus tech­ni­cus in den Sprach­ge­brauch der EU ein­ge­führt und soll­te die­je­ni­gen süd­ost­eu­ro­päi­schen Staa­ten be­zeich­nen, die nach dem Bei­tritt Ru­mä­ni­ens und Bul­ga­ri­ens das nächs­te stra­te­gi­sche Er­wei­te­rungs­ziel der EU dar­stel­len. Der Sam­mel­be­griff soll­te kurz, prä­gnant und neu­tral sein. Trotz die­ser In­ten­ti­on ist er um­strit­ten, was in den teil­wei­se ne­ga­ti­ven Kon­no­ta­tio­nen des Be­griffs „Bal­kan“be­grün­det ist. (red) Ber­lin. An ei­nem die­ser war­men Nach­mit­ta­ge im Mai ist das so­wje­ti­sche Eh­ren­mal im Ber­li­ner Trep­tower Park gut be­sucht. Der vie­le Be­ton und die St­ein­plat­ten wir­ken stumpf und tro­cken. Ne­ben jun­gen Rus­sen, ita­lie­ni­schen und fran­zö­si­schen Tou­ris­ten sit­zen Ada­li­na und Man­fred et­was ab­seits auf ei­ner Mau­er. Sie lebt in Ber­lin, er in Nau­en. Ver­son­nen schaut die­ses adret­te äl­te­re Pär­chen auf die An­la­ge, die ein rie­si­ger Fried­hof ist. 7000 rus­si­sche Sol­da­ten, die an der letz­ten gro­ßen Schlacht des Zwei­ten Welt­kriegs in Eu­ro­pa teil­ge­nom­men ha­ben, sind hier be­gra­ben.

Ada­li­na Lind­ner ist ge­bür­ti­ge Rus­sin und Man­fred Bu­row Deut­scher. Sie ha­ben ge­ra­de ein Da­te, ihr zwei­tes. Das Paar steht stell­ver­tre­tend für das kri­seln­de Ver­hält­nis zwi­schen Deutsch­land und Russ­land, für die Dis­kre­panz zwi­schen den ge­wünsch­ten gu­ten Be­zie­hun­gen der Deut­schen zu Russ­land und dem, was die gro­ße Po­li­tik macht. Die Frau, sie ist 58 Jah­re alt, hat den Ort aus­ge­sucht. Sie sagt, „der Ort ist für mich Ge­schich­te und auch ein biss­chen Hei­mat“. Denn ihr Va­ter ge­hör­te zu den Sol­da­ten, die Ber­lin be­frei­ten. Ih­re Fa­mi­li­en­ge­schich­te muss Man­fred ver­ste­hen und schät­zen, wenn es noch ein drit­tes Da­te ge­ben soll. Al­so, ei­ne Fort­füh­rung ih­rer rus­sisch-deut­schen Be­zie­hung.

73 Jah­re nach dem Kampf um Ber­lin sind die po­li­ti­schen deutsch-rus­si­schen Be­zie­hun­gen an­ge­spannt. Bun­des­prä­si­dent St­ein­mei­er warn­te vor ei­ner „ga­lop­pie­ren­den Ent­frem­dung“und feh­len­den Ver­trau­ens­ba­sis. Die Bun­des­re­gie­rung

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