In Schwan­see regt sich viel

„Or­ga­team“hat Geld für die Turm­uhr ge­sam­melt. Mor­gen Mar­tins­markt im Kirch­gar­ten

Thüringer Allgemeine (Sömmerda) - - Sömmerdaer Allgemeine - Von An­nett Kletz­ke

Schwan­see. „Das grenzt an ein Wun­der“, ist Sil­vio Beck vom Zu­stand der Schwan­se­er Kirch­turm­uhr be­geis­tert. „In an­de­ren Kir­chen steht so et­was ver­ros­tet in der Ecke. Die­se Uhr aber hat kaum Kor­ro­si­on.“

Als Mit­ar­bei­ter der Fir­ma Glo­cken­und Turm­uh­ren Chris­ti­an Beck aus Kölleda weiß er, wo­von er spricht.

Zu­sam­men mit sei­nem Kol­le­gen Sil­vio Lis­ker nahm er ges­tern im Turm das schmie­de­ei­ser­ne Uhr­werk aus­ein­an­der.

In der Werk­statt in Kölleda soll es ge­rei­nigt und ge­ne­ral­über­holt wer­den. Be­son­ders sei auch, dass es sich um ei­ne Ein­zei­ge­ruhr han­de­le. Heut­zu­ta­ge ha­be das Sel­ten­heits­wert. Ti­no Traut­mann, eben­falls Mit­ar­bei­ter der Köl­le­da­er Fir­ma, fällt in der Um­ge­bung nur die Jena­er Stad­kir­che ein, die eben­falls mit ei­nem Zei­ger aus­kom­me.

Für die Ein­woh­ner Schwan­sees ist die Ge­ne­ral­über­ho­lung der Uhr ein ers­tes Zei­chen, dass sich im Ort wie­der et­wa regt. Die In­itia­ti­ve geht auf Nan­cy Lutz, Syl­via See­feldt und An­ne-Kath­rin Ga­lan­der zu­rück. Sie sam­mel­ten nicht nur bei ver­schie­dens­ten Fes­ten Geld für die Uhr, sie gin­gen auch von Haus zu Haus. Selbst ein Ge­such bei der Spar­kas­sen­stif­tung blieb nicht un­ge­hört.Daauch­derGe­mein­de­kir­chen­rat dem Pro­jekt zu­ge­stimmt hat, konn­te der Aus­bau ges­tern über die Büh­ne ge­hen.

Seit gut zwei Jah­ren sind die drei Frau­en in Schwan­see ak­tiv. Zu­sam­men mit ih­ren Le­bens­part­nern tre­ten sie als das „Or­ga­team Schwan­see“auf. Was als klei­ne Bas­tel­nach­mit­ta­ge be­gann, ist ste­tig ge­wach­sen. „Heu­te kom­men mehr als 20 Mäd­chen und Jun­gen zu un­se­ren Nach­mit­ta­gen. Die Kir­che platzt fast aus al­len Näh­ten“, er­zählt Nan­cy Lutz. Dass sich mitt­ler­wei­le auch die Schwan­se­er ein­brin­gen und Ide­en für die Kin­der schmie­den, er­gänzt An­ne-Kath­rin Ga­lan­der. Die Ko­ope­ra­ti­on zur Kir­che be­stand da­bei von An­fang an. „Kir­che hat ja nicht nur et­was mit Glau­ben zu tun, son­dern auch mit Ge­mein­schaft und die wol­len wir wie­der mehr in Schwan­see le­ben“, er­klärt sie das An­lie­gen.

Bei den Bas­tel­nach­mit­ta­gen ist es nicht ge­blie­ben. Auf die Bei­ne ge­stellt hat das Team be­reits Früh­lings­fes­te und gut be­such­te Kir­chen­ki­nos. Mor­gen wol­len sie mit ei­nem Mar­tins­markt die Schwan­se­er er­freu­en. Ein­ge­la­den sind sie ab 14 Uhr in den Kirch­gar­ten. Ne­ben ei­nem Fa­mi­li­en­got­tes­dienst kön­nen sich Be­su­cher auf Stän­de mit Hand­werks­kunst freu­en. Auch Ge­wür­ze, Ho­nig und Filz­pro­duk­te wer­den an­ge­bo­ten. Mit Stol­len, Fett­bro­ten, Brat­würs­ten und an­de­ren Le­cke­rei­en wird

Sil­vio Beck trägt be­hut­sam Tei­le des Uh­ren­wer­kes den Kirch­turm her­un­ter. Ein­fach war das in dem be­eng­ten Ge­mäu­er nicht. Fo­tos: An­nett Kletz­ke

Die Ein­zei­ge­ruhr der Schwan­se­er Kir­che gilt weit und breit als ei­ne Be­son­der­heit.

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