Ei­se­nach braucht ak­tu­ell 11,3 Mil­lio­nen Eu­ro

Oh­ne Hil­fe aus dem Fonds für not­lei­den­de Kom­mu­nen kön­nen Ein­nah­men und Aus­ga­ben im städ­ti­schen Haus­halt nicht aus­ge­gli­chen wer­den

Thüringische Landeszeitung (Eisenach) - - EISENACH - VON BIR­GIT SCHELLBACH

EI­SE­NACH. Ge­gen­über der ers­ten Vor­la­ge des Haus­halts­ent­wurfs im Stadt­rat ha­ben sich die Ein­nah­men er­höht. Die Stadt Ei­se­nach braucht jetzt 11,3 und nicht mehr 11,7 Mil­lio­nen Eu­ro aus dem Fonds für not­lei­den­de Kom­mu­nen. Im­mer noch ein Bat­zen Geld, den die Stadt vom Land ha­ben will, um Ein­nah­men und Aus­ga­ben aus­zu­glei­chen.

Für Ray­mond Walk (CDU) ist ei­ne sol­che Sum­me „völ­lig il­lu­so­risch“. In den letz­ten Jah­ren ha­be man bei 7,3 Mil­lio­nen Eu­ro ge­le­gen. „War­um pla­nen wir das trotz­dem in der Hö­he ein?“, fragt der Frak­ti­ons­chef.

In der Ar­beits­grup­pe „Haus­halt“ist es am Di­ens­tag um All­ge­mei­nes und um Fra­gen zum Ver­wal­tungs­haus­halt ge­gan­gen. Am 6. März folgt ei­ne Sit­zung zum Ver­mö­gens­haus­halt, al­so zu den In­ves­ti­tio­nen.

Ober­bür­ger­meis­te­rin hat kei­nen Plan B

Von sich aus „ei­nen Plan B“zu ha­ben, sieht Ober­bür­ger­meis­te­rin Kat­ja Wolf (Die Lin­ke) nicht ein. Sie be­ton­te: „Das ist un­ser Be­darf, und wir wol­len die­sen Be­darf ge­gen­über dem Land dar­stel­len.“Es sei nichts ein­ge­plant, was nicht drin­gend not­wen­dig wä­re. Ei­se­nach pro­fi­tie­re zwar von Ver­bes­se­run­gen beim kom­mu­na­len Fi­nanz­aus­gleich, aber die Stei­ge­run­gen bei den Kos­ten, et­wa für Ein­glie­de­rungs­hil­fen und Un­ter­halts­vor­schuss, wür­den nicht aus­ge­gli­chen. „Wenn Sie mir sa­gen, wo wir spa­ren kön­nen, ma­chen wir das“, sag­te Wolf zu Walk.

Micha­el Klos­ter­mann (SPD) reg­te an, mit der Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de zu ver­han­deln, die Rück­zah­lung von Alt­fehl­be­trä­ge aus Vor­jah­ren zeit­lich zu ver­schie­ben. Käm­me­rer Al­win Hart­mann be­ton­te, dass die Stadt das in je­dem Jahr ver­su­che, bis­her oh­ne Er­folg.

Klos­ter­mann möch­te die Ver­trä­ge mit den frei­en Trä­gern der Kin­der­ta­ges­stät­ten prü­fen. „Der Auf­wuchs der Kos­ten in je­dem Jahr ist auf­fäl­lig“, so der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de. Wei­te­re sei­ner Nach­fra­gen be­tra­fen Stei­ge­run­gen der Per­so­nal­kos­ten in ei­ni­gen Äm­tern und Ab­tei­lun­gen. Teil­wei­se muss die Ver­wal­tung Ant­wor­ten nach­rei­chen.

Be­kannt wur­de au­ßer­dem, dass das Land die För­der­mit­tel von neun Mil­lio­nen Eu­ro für die neue Sport­hal­le im In­dus­trie­bau O 1 nicht di­rekt ge­ben will, son­dern in Form ei­ner Schul­den­dienst­hil­fe. Das heißt: Die Stadt soll ei­nen Kre­dit in be­sag­ter Hö­he neh­men, und das Land be­zahlt jähr­lich Zins und Til­gung – zehn Jah­re lang. War­um die­ses kom­pli­zier­te Ver­fah­ren ge­wählt wur­de, konn­te nicht be­ant­wor­tet wer­den. „Ich könn­te jetzt ket­ze­risch sa­gen: Ma­chen Sie doch ei­ne An­fra­ge an die Lan­des­re­gie­rung, Herr Walk“, so die Ober­bür­ger­meis­te­rin.

Am 6. März will die Stadt­ver­wal­tung das kom­plet­te Fi­nanz­kon­zept für die Hal­le vor­stel­len.

Die Ein­nah­men aus Buß­gel­dern für den städ­ti­schen Haus­halt sin­ken. Die Au­to­fah­rer ha­ben sich an die sta­tio­nä­ren Blit­zer wie im Ma­ri­en­tal ge­wöhnt. Fo­to: Jensen Zlo­to­wicz

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