Ei­ne zau­ber­haf­te Ge­schich­te von ei­ner gro­ßen Freund­schaft

Mit „Post für den Ti­ger“bie­tet das Jun­ge Schau­spiel Ei­se­nach ab 22. Fe­bru­ar ein mo­bi­les Kin­der­stück an

Thüringische Landeszeitung (Eisenach) - - EISENACH - VON PE­TER ROSSBACH

EI­SE­NACH. Die „Kin­der“, die sich da ges­tern an der Pro­be­büh­ne des Lan­des­thea­ters ver­sam­mel­ten, sind schon ein we­nig in die Jah­re ge­kom­men. Aber es ist ja eben die Durch­lauf­pro­be, und da dür­fen sie­ben Er­wach­se­ne das künf­ti­ge Pu­bli­kum, die Kin­der, spie­len. Das ist aber ei­gent­lich auch egal, denn amü­siert ha­ben sich die Er­wach­se­nen ge­nau wie es die Kin­der tun wer­den.

„Post für den Ti­ger“heißt das Stück, das am 22. Fe­bru­ar ein­mal im gro­ßen Saal des Thea­ters zu er­le­ben ist und dann als mo­bi­les Kin­der­thea­ter für Kin­der ab vier Jah­ren auf Tour geht und buch­bar ist. Das Stück, in dem die bei­den Mit­glie­der des Jun­gen Schau­spiels Mar­le­ne Jeff­re und Micha­el Jo­han­nes May­er Voll­gas ge­ben, ba­siert auf den gleich­na­mi­gen Buch von Kin­der­buch­au­tor Ja­nosch.

Um es vor­weg zu neh­men: Es ist ei­ne zau­ber­haf­te Ge­schich­te von Freund­schaft, die mit viel Witz und Ide­en­reich­tum in­sze­niert und ra­sant ge­spielt die Kin­der mit­rei­ßen wird. Wie es sich für ein Stück mit die­ser Ziel­grup­pe ge­hört, sind die Zu­schau­er im­mer wie­der zum Mit­ma­chen ein­ge­la­den, sind im Stück da­bei. Das heißt von den bei­den Schau­spie­lern wird auch ein ge­hö­ri­ges Maß an Im­pro­vi­sa­ti­ons­ta­lent ver­langt – für Jeff­re und May­er ei­ne Hür­de, die sie spie­le­risch meis­tern.

Ma­rei­ke Zim­mer­mann führt nicht nur Re­gie

Die Ge­schich­te han­delt vom klei­nen Bä­ren und dem klei­nen Ti­ger, die ge­mein­sam in ei­nem Haus glück­lich sind. Sie sind nur dann trau­rig, wenn der an­de­re ge­ra­de nicht da ist, al­so wenn der Bär fi­schen oder der Ti­ger Pil­ze sam­meln geht. Des­halb über­le­gen sie sich, dass es doch schön wä­re, wenn man sich dann ei­nen Brief schrei­ben wür­de. Ge­sagt, ge­tan – doch wie kommt der Brief vom Fluss oder aus dem Wald zum Emp­fän­ger im Haus? Die Su­che nach ei­nem Post­bo­ten ge­stal­tet sich schwie­rig.

Der Frosch ist schwer­hö­rig, Gans und Fuchs müs­sen auf ei­ne Be­er­di­gung, der Ele­fant schläft, der Igel ist zu ängst­lich, bleibt der Ha­se mit den schnel­len Schu­hen. Na­tür­lich wird al­les gut.

Für die­se Text­fas­sung, Re­gie und er­fin­de­ri­sche Aus­stat­tung zeich­net Ma­rei­ke Zim­mer­mann ver­ant­wort­lich. Die Re­gis­seu­rin ist in Ei­se­nach Wie­der­ho­lungs­tä­te­rin, brach­te 2014 „Die 39 Stu­fen“auf die Büh­ne. Im Vor­jahr war sie Ma­che­rin ei­ner gro­ßen Opern­pro­duk­ti­on in Ti­rol. „Das macht den Reiz mei­nes Be­ru­fes aus, die­se Viel­falt“, fin­det sie, aber nach Ei­se­nach kom­me sie im­mer wie­der gern.

Sie hat für die Ins­ze­nie­rung von „Post für den Ti­ger“et­wa die Hälf­te des ei­gent­li­chen Bu­ches Mar­le­ne Jeff­re (rechts) und Micha­el Jo­han­nes May­er vom Jun­gen Schau­spiel Ei­se­nach sind ab dem . Fe­bru­ar mit dem mo­bi­len Kin­der­stück „Post für den Ti­ger“un­ter­wegs. Fo­tos: Pe­ter Rossbach ()

ge­nutzt. Zim­mer­mann: „Das gibt die Chan­ce, die Fi­gu­ren und die Ge­schich­te für die Büh­ne rich­tig zu ent­wi­ckeln“. Wich­tig war ihr, so viel Ja­nosch-spra­che wie mög­lich zu er­hal­ten.

Dies le­ben auch die Schau­spie­ler aus. Die Kin­der er­le­ben da­bei, wie aus ih­nen nur durch das Auf­set­zen der Müt­ze der Bär und der Ti­ger wer­den, wie mit ei­nem Hand­griff aus dem So­fa das Fluss­ufer und der Wald wird und ne­ben­bei wie der Brief­kas­ten „er­fun­den“wur­de. Es ist ein Spaß für al­le und das ist gut, denn wie sagt der klei­ne Bär so rich­tig: „Freu­de ist für je­den schön“.

● Pre­mie­re „Post für den Ti­ger“am . Fe­bru­ar,  Uhr, Rest­kar­ten (Er­wach­se­ne acht Eu­ro, Kin­der fünf Eu­ro) an der Thea­ter­kas­se. Bu­chung der Auf­füh­rung: be­su­cher­ser­vice@ lan­des­thea­ter-ei­se­nach.de oder über Frau Hof­mann un­ter Tel. ()   . Ma­rei­ke Zim­mer­mann (rechts) in­sze­nier­te das Stück. Hil­fe da­bei gab es von Ju­lia­na Dzi­ur­la, die ge­ra­de ihr „Frei­wil­li­ges so­zia­les Jahr in der Kul­tur“in Ei­se­nach ge­nießt.

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