Ge­ra­er ge­den­ken der Op­fer der Po­grom­nacht

In­ne­hal­ten am Sy­nago­gen­denk­mal

Thüringische Landeszeitung (Gera) - - GERA -

GE­RA. Rund 100 Ge­ra­er, dar­un­ter Kom­mu­nal­po­li­ti­ker und Ver­tre­ter der Kir­chen, hat­ten sich ges­tern am Sy­nago­gen­denk­mal in der Schü­ler­stra­ße ver­sam­melt, um der Op­fer der Po­grom­nacht 1938 zu ge­den­ken. Der 9. No­vem­ber vor 80 Jah­ren sei ein An­lass, nach­hal­tig und dau­er­haft aus der Ge­schich­te zu ler­nen, so OB Ju­li­an Vonarb (par­tei­los) in sei­ner An­spra­che. „Wir ha­ben als Deut­sche dar­aus ge­lernt und ein Grund­ge­setz ver­fasst, in dem die Rech­te der Men­schen da­hin­ge­hend Be­rück­sich­ti­gung fin­den, dass wir nie­man­den we­gen sei­nes Ge­schlechts, sei­ner Her­kunft oder Re­li­gi­on ver­fol­gen, son­dern ge­mein­sam und in Frie­den le­ben, auch in Ge­ra.“

„Zähl­te die jü­di­sche Ge­mein­de 1924 noch 500 Per­so­nen, so über­leb­ten in un­se­rer Stadt über das Po­grom und die Kriegs­ta­ge hin­aus nur noch ei­ne Hand­voll Men­schen“, er­in­ner­te Ste­fan Taub­mann von der Evan­ge­lisch­frei­kirch­li­chen Ge­mein­de G 26. „Das No­vem­ber­po­grom lei­te­te ei­ne Fins­ter­nis über un­se­rem Land ein und brach­te die tiefs­te Tie­fe mensch­li­cher Grau­sam­keit zum Vor­schein, die sich über ganz Deutsch­land und Eu­ro­pa hin­weg in die See­le des jü­di­schen Vol­kes ein­ge­brannt hat.“Und doch wer­de die­ses Volk nicht mü­de, sich im­mer wie­der mit größ­tem Gott­ver­trau­en zu er­in­nern und der Füh­rung sei­nes Got­tes an­zu­ver­trau­en. (ck)

Vor dem Mahn­mal in der Schü­ler­stra­ße le­gen Ge­ra­er Blu­men nie­der. Fo­to: Chris­tia­ne Kn­ei­sel

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