Wei­ma­rer-Land-Mahl­zeit auf Blan­ken­hai­ner Por­zel­lan

In der Tra­di­ti­ons­Ma­nu­fak­tur läuft der Be­trieb vor­erst im ge­wohn­ten Um­fang wei­ter

Thüringische Landeszeitung (Weimar) - - WEIMARER LAND - VON JENS LEH­NERT

BLAN­KEN­HAIN. Wenn gu­te Kö­che mit gu­ten re­gio­na­len Zu­ta­ten gu­te Ide­en ver­wirk­li­chen, kom­men Freun­de des gu­ten Ge­schmacks nicht zu kurz – ganz gleich, ob sie im Wei­ma­rer Land oder am an­de­ren En­de der Welt zu Hau­se sind. Um ins­be­son­de­re Gäs­te der Re­gi­on da­von zu über­zeu­gen, dass die hie­si­ge Spei­se­kar­te ei­ne Kost­pro­be und wo­mög­lich ei­ne Rei­se wert ist, rief der Ver­ein „Wei­ma­rer Land Tou­ris­mus“im März ei­nen Koch­wett­bwerb aus. Aus ei­nem Korb mit re­gio­na­len Pro­duk­ten soll­ten Gas­tro­no­men ih­re ganz spe­zi­el­le „Wei­ma­rer-Land-Mahl­zeit“kreie­ren und auf der Spei­se­kar­te ih­res Hau­ses an­bie­ten. Wich­tig auch: Das Re­zept soll sich zum Nach­ko­chen eig­nen.

Elf Gas­tro­no­mi­en aus dem Wei­ma­rer Land und auch aus Wei­mar ha­ben in­zwi­schen ein neu­es, ein­hei­mi­sches Aus­hän­ge­schild für ih­re Kü­che und für den Tou­ris­mus im Wei­ma­rer Land ge­schaf­fen: das Schlos­sRe­stau­rant Ettersburg, das Ho­tel am Schloss in Apol­da, das Re­stau­rant Ve­ne­ri­us in Eckol­städt, das Re­stau­rant Rein­hardts im Schloss Au­er­stedt, das Gast­haus Na­gel so­wie das al­te Brau­haus in Bad Ber­ka, der „Gül­de­ne Zopf“in Blan­ken­hain, die Eber­sted­ter Müh­le, das Noh­ra­er Kräu­ter­ho­tel „Zur Klos­ter­grot­te“, die Koch­schu­le im Land­gut Holz­dorf so­wie Ro­si­nes Back­werk­statt in Wei­mar.

Vom kom­men­den Wo­che­n­en­de an kann dort die je­wei­li­ge Wei­ma­rer-Land-Mahl­zeit nun auch be­stellt und pro­biert wer­den – so un­ter an­de­rem Bach­sai­b­ling an Buch­wei­zen, Bir­ne und Blut­wurst, Ta­fel­spitz mit Thü­rin­ger Wur­zel­ge­mü­se und Hei­chel­hei­mer Meer­ret­tich­klö­ßen, Reh­bra­ten mit Aro­ni­a­creme, Steck­rü­ben­pü­ree und Hir­se­brei und auch Kar­tof­fel­rou­la­de mit Car­pac­cio vom Wildschin­ken.

Das Pro­jekt ist das ers­te, wo­für das Wei­ma­rer Land För­de­rung aus dem Lan­des­pro­gramm Tou­ris­mus der Thü­rin­ger Auf­bau­bank er­hält. Die­se Zu­wen­dung mach­te es mög­lich, die Mahl­zeit auch auf be­son­de­rem Ge­schirr ser­vie­ren zu kön­nen. Bei Wei­mar-Por­zel­lan in Blan­ken­hain gab der Tou­ris­mus-Ver­ein 100 Tel­ler in Auf­trag, die das kla­re, aber de­zen­te Lo­go der „Wei­ma­rer-Land-Mahl­zeit“tra­gen. Ver­eins-Ge­schäfts­füh­re­rin Ka­ty Kas­ten-Wutz­ler und Pro­jekt­ko­or­di­na­to­rin Pe­tra Her­mann hol­ten das Ge­schirr ges­tern in der Ma­nu­fak­tur ab. Im Blan­ken­hai­ner Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men, das im April den In­sol­venz­an­trag stel­len muss­te, lau­fe die Pro­duk­ti­on der­zeit auf dem glei­chen Ni­veau wie zu­vor, hieß es im Be­trieb. Das Auf­trags­pols­ter sei zu­frie­den­stel­lend und die 64 Be­schäf­tig­ten wei­ter­hin in Lohn und Brot. Nun hof­fe man auf den vor­läu­fi­gen In­sol­venz­ver­wal­ter Rolf Rom­bach, um In­ves­to­ren zu fin­den.

Um die Auf­trags­bü­cher wei­ter aus­kömm­lich zu fül­len und wohl auch, weil es den hie­si­gen Por­zel­li­nern ei­ne Her­zens­sa­che ist, be­sann sich die Ma­nu­fak­tur auf ein frü­he­res Kern­ge­schäft, das un­ter dem Dach der Kö­nit­zG­rup­pe zu­letzt zur Rand-Er­schei­nung ge­riet. Die Blan­ken­hai­ner se­hen ih­re Markt­ni­sche wie­der im klas­si­schen, opu­len­ten De­sign, das mit fi­li­gra­nen Ver­zie­run­gen und kräf­ti­gen Far­ben – von Ko­balt­blau bis Gold­rand – ins­be­son­de­re bei be­tuch­te­ren Ost­eu­ro­pä­ern An­klang fin­det. Ge­sell­schaf­ter Kö­nitz hat­te in den ver­gan­ge­nen Jah­ren eher ver­sucht, Wei­mar-Por­zel­lan mit mo­der­nen De­signs für den west­eu­ro­päi­schen und den ame­ri­ka­ni­schen Markt in­ter­es­san­ter zu ma­chen. Auch die­se Pro­dukt­li­ni­en wol­le man in Blan­ken­hain wei­ter­hin pro­du­zie­ren.

Ma­nue­la Rein­hardt (l.) über­gab die spe­zi­ell ge­fer­tig­ten Tel­ler an Ka­ty Kas­ten-Wutz­ler. Fo­to: Jens Leh­nert

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