Zum Ba­den nach Den Haag

Wo die Kunst auf Som­mer­fri­sche trifft

tina Woman - - Lebensart - Text: Mar­kus Dietsch

Von läs­si­gem Be­achLi­fe bis zu kul­tu­rel­len High­lights: Hol­lands Me­tro­po­le ist ein ech­ter Ge­heim­tipp

Der Sand kit­zelt un­se­re Fuß­soh­len, die Wel­len rau­schen in den Oh­ren, und der Wind fährt uns woh­lig durchs Haar. Ge­ra­de erst sind wir im Ba­de­ort Sche­ve­nin­gen an­ge­kom­men, und schon sit­zen wir mit­ten­drin im Ur­laubs­glück. Die Mö­wen ver­su­chen ge­ris­sen, uns un­se­re köst­li­chen Bit­ter­bal­len zu sti­bit­zen. Die klei­nen frit­tier­ten Fleisch­bäll­chen sind der per­fek­te Strands­nack zu ei­nem ge­kühl­ten Glas Weiß­wein. Ich woh­ne mit mei­ner Frau und mei­ner Toch­ter für drei Ta­ge im Ho­tel „Carl­ton Beach“, das sei­nem Na­men al­le Eh­re macht. Der Sand reicht bis in un­se­ren Früh­stücks­raum. Völ­lig ent­spannt reiht sich am Strand ein Be­ach­pa­vil­lon an den nächs­ten. Holz­lie­gen mit Ma­trat­zen und di­cken Kis­sen las­sen uns für heu­te zu Faul­tie­ren wer­den. Es reicht, zu wis­sen, dass der Strand elf Ki­lo­me­ter lang ist und die Ci­ty von Den Haag nur ei­nen Kat­zen­sprung ent­fernt.

Am nächs­ten Mor­gen wol­len wir was er­le­ben. In ei­ner gu­ten Vier­tel­stun­de sind wir mit ei­ner herr­lich quiet­schen­den Stra­ßen­bahn im Zen­trum. Auf dem Weg pas­sie­ren

wir den ge­schichts­träch­ti­gen Frie­dens­pa­last, in dem die Welt­frie­dens­flam­me brennt. Au­ßer­dem ist hier der In­ter­na­tio­na­le Ge­richts­hof un­ter­ge­bracht. Wei­ter be­stau­nen wir den ma­jes­tä­ti­schen Bin­nen­hof, Wahr­zei­chen von Den Haag. Hier schlägt das po­li­ti­sche Herz der Nie­der­lan­de. Zu Fuß fla­nie­ren wir vor­bei am kö­nig­li­chen Pa­last No­ord­einde. Seit vier Jahr­hun­der­ten ar­bei­ten hier die hol­län­di­schen Ma­jes­tä­ten. Da­nach set­zen wir uns in ei­nes der of­fe­nen Boo­te und las­sen Den Haag vom Was­ser aus auf uns wir­ken. Idyl­li­sche Grach­ten zie­hen sich kreuz und quer durch die Stadt – fast wie in Ams­ter­dam.

Be­kannt ist Den Haag für sei­ne Mu­se­en.

Wir star­ten im hoch­herr­schaft­li­chen Mau­rits­hu­is, be­stau­nen Wer­ke al­ter Meis­ter wie Rem­brandt und van Gogh. Ste­hen an­däch­tig vor Ver­meers be­rühm­tem „Mäd­chen mit dem Per­len­ohr­ring“. Da­nach gön­nen wir uns ei­nen Tee im sa­gen­um­wo­be­nen „Ho­tel Des In­des“. Un­ter prunk­vol­len Kron­leuch­tern und in schwe­ren Ses­seln um­weht uns der Hauch von Ele­ganz. Gut ge­launt ge­hen wir wei­ter zum Escher in het Pa­lais. Das Am­bi­en­te des al­ten Pa­las­tes ist eben­so fas­zi­nie­rend wie die Kunst selbst: M. C. Escher gilt als be­deu­tends­ter Gra­fi­ker der Nie­der­lan­de. Beim an­schlie­ßen­den Bum­mel über den Den­ne­weg, ei­ne der äl­tes­ten Ein­kaufs­stra­ßen Den Haags, be­stau­nen wir ge­schmack­vol­le an­ti­ke Mö­bel und aus­ge­fal­le­ne Bou­ti­quen.

Am Abend chil­len wir wie­der am Meer, dies­mal liegt die wild schäu­men­de Nord­see wie ein Ge­mäl­de vor uns. Als sich die un­ter­ge­hen­de Son­ne in un­se­ren Wein­glä­sern spie­gelt, sind wie uns ei­nig: Den Haag, du un­be­kann­te Schö­ne bist wirk­lich ei­ne Rei­se wert!

WAHR­ZEI­CHEN VON SCHE­VE­NIN­GEN Der Pier ist 60 Me­ter hoch und bie­tet auf Ober- und Un­ter­deck hüb­sche Lä­den so­wie ei­ne Art Food­truck-Fes­ti­val mit re­gio­na­len Köst­lich­kei­ten und Ge­trän­ken

Die Stadt mit dem Boot er­kun­den Das ist ein ech­ter Spaß, fin­den Re­dak­teur Mar­kus Dietsch (46), sei­ne Frau Uta (42) und Toch­ter Lui­sa (3)

MAJESTÄTISCH Die go­ti­sche Gro­te Kerk ist die Stadt­kir­che Den Haags. Die kö­nig­li­che Fa­mi­lie fei­er­te hier Tau­fen und Hoch­zei­ten. Heu­te wird sie für Aus­stel­lun­gen und Fes­te ge­nutzt

Ein­fach le­gen­där Das „Ho­tel Des In­des“gilt als ex­klu­sivs­tes der Stadt. Hier näch­tigt nur die Pro­mi­nenz. Ein Glas Wein be­kommt aber je­der – ga­ran­tiert in alt­ehr­wür­di­ger At­mo­sphä­re

Re­lax­ter Li­fe­style Über­all in Den Haag kann man ent­spannt drau­ßen sit­zen und das Le­ben ge­nie­ßen – zum Bei­spiel im Re­stau­rant „Blij“di­rekt an der Gracht (Dun­ne Bier­ka­de 1A)

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.