Meran, cool & klas­sisch

Die Süd­ti­ro­ler Kur­stadt hat sich ei­ner An­ti-Aging-Kur un­ter­zo­gen. Und lockt mit Tra­di­ti­on und Mo­der­ne

tina Woman - - Inhalt - Text: An­ke Gap­pel

Rich­tig hip: Die Süd­ti­ro­ler Kur­stadt hat sich ei­ner An­ti-Aging-Kur un­ter­zo­gen

Auf den ers­ten Blick wirkt Meran wie im­mer: Bil­der­buch­gleich liegt die Kur­stadt im son­ni­gen Tal, ein­ge­bet­tet in die gran­dio­se Berg­welt – mit Hir­zer, Te­xel­grup­pe und Schnals­ta­ler Glet­scher. Zur Be­grü­ßung streckt uns die Stadt­pfarr­kir­che St. Ni­ko­laus ih­ren 80 Me­ter ho­hen Turm ent­ge­gen. „Schau, gol­de­ne Zif­fer­blät­ter der gro­ßen run­den Uhr leuch­ten in der mil­den Herbst­son­ne.“So schön!

Meran ist ein klei­nes biss­chen wie nach Hau­se kom­men.

Vie­le Jah­re ha­ben wir hier Sta­ti­on ge­macht auf dem Weg Rich­tung Sü­den, ha­ben für ein paar Ta­ge das an­ge­neh­me Kli­ma ge­nos­sen, sind auf den Spu­ren von Kai­se­rin Si­si in den Parks von Schloss Trautt­mans­dorff ge­wan­delt und ha­ben im „Ca­fé Kö­nig“in der Frei­heits­stra­ße ein Stück Flo­cken­sah­ne ge­schlemmt …

Nein, nein, kei­ne Angst – was sich wie gest­rig an­hört, ist auch heu­te noch an­ge­sagt, es­se­re di mo­da, wie man auf Ita­lie­nisch sagt! Die Gast­freund­schaft der knapp 40 000 Ein­woh­ner ist ge­nau­so herz­lich, der Charme der Alt­stadt legt sich auch heu­te wie ein war­mes Tuch auf un­se­re See­len, und die Kü­che in den ur­ge­müt­li­chen Re­stau­rants ist le­cker wie eh und je. Nur: „Meran hat sich

er­folg­reich ei­ner Ver­jün­gungs­kur un­ter­zo­gen, vom leicht an­ge­staub­ten Image ist nichts mehr üb­rig“, sagt Gas­tro­no­min Mar­ti­na Gantha­ler (35) vom „Ho­tel Mu­che­le“in Burg­stall. „Und die Kom­bi aus Tra­di­ti­on und Mo­der­ne übt ei­nen ganz be­son­de­ren Zau­ber aus.“

Ju­gend­stil trifft auf stahl und Glas.

Das präch­ti­ge Kur­haus mit dem Pa­vil­lon des Fleurs von 1874 hat ein mo­der­nes Vis-à-vis be­kom­men: die „Ther­me Meran“mit ei­nem sty­lis­hen Ku­bus, in dem sich das Kom­pe­tenz­zen­trum für Ge­sund­heit und Well­ness be­fin­det, ei­nen 52 000 m² gro­ßen Ther­men­park so­wie 25 Pools und ei­nen 1400 m2 gro­ßen Spa-Be­reich. Der zar­te Duft hät­te nicht nur Kai­se­rin Si­si, die 1870 zum ers­ten Mal in Meran kur­te, auf die Mas­sa­ge­lie­ge ge­lockt. Wäh­rend ich ei­ne Mas­sa­ge mit Aro­ma­ö­len ge­nie­ße, ent­spannt mein Mann nach der lan­gen Au­to­fahrt im wohl­tu­en­den Lat­schen­kie­fern-Bad.

Da­nach bin ich fit fürs Shop­pen. Mich zieht es in die Lau­ben­gas­se – das Ein­kaufs-Pa­ra­dies Merans. Die pa­s­tell­far­ben ge­stri­che­nen Häu­ser­rei­hen stam­men aus dem 13. Jahr­hun­dert, die Mo­de, die in den Bou­ti­quen und De­si­gner­lä­den ver­kauft wird, ist na­tür­lich up to date, ag­gior­na­ti, und ex­qui­sit, zum Bei­spiel bei Sport Hut­ter oder ge­die­gen bei Trach­ten­mo­de Rung­gal­dier. Wer es ein­rich­ten kann, soll­te an ei­nem Frei­tag­vor­mit­tag in Meran sein, denn dann ist Wo­chen­markt auf dem Pra­der­platz. Er ist ei­ner der schöns­ten in Süd­ti­rol. Im Sep­tem­ber wer­den die ers­ten son­nen­ge­reif­ten rot­ba­cki­gen Äp­fel aus der Re­gi­on an­ge­bo­ten, dar­an schnup­pern und rein­bei­ßen ist eins – herr­lich! Oder sich ei­nen saf­ti­gen, noch war­men Ap­fel­stru­del ser­vie­ren las­sen. Et­wa im „My Time Cof­fee & Food“in der Via Jo­hann Wolf­gang Goe­the, im „Ca­fé Prantl“am Brun­nen­platz oder im „Ca­fé Cen­tral“in der Spar­kas­sen­stra­ße bei Live-Mu­sik – das Am­bi­en­te ist in die­sen neu­en Kaf­fee­häu­sern ganz mo­dern, die Re­zep­te für Me­ra­ner Tor­te und saf­ti­gen Ma­ril­len­ku­chen mit Streu­seln stam­men aus Omas Re­zept­buch.

Was sich zum Glück nie än­dern wird in Meran, ist das me­di­ter­ra­ne Kli­ma. Das liegt an der güns­ti­gen geo­gra­fi­schen La­ge des Or­tes: Die Te­xel­grup­pe mit ih­ren bis zu 3300 Me­ter ho­hen Gip­feln schirmt den wei­ten Tal­kes­sel wie ei­ne Mau­er vor Nie­der­schlä­gen und kalten Win­den aus dem Nor­den ab. Von Sü­den her kann war­me Luft ein­strö­men, sie sorgt für 300 Son­nen­ta­ge im Jahr. Nach­mit­tags spa­zie­ren wir über die Win­ter­pro­me­na­de, vom Kur­haus bis zum Pass­ei­rer Tor, schle­cken ein Eis. Vom Win­ter fehlt zum Glück je­de Spur, heu­te zeigt das Ther­mo­me­ter 22 Grad. In Meran, der jung ge­blie­be­nen Per­le Süd­ti­rols.

Wie ein Klein­od liegt das Kur­städt­chen Meran ein­ge­bet­tet in die präch­ti­ge al­pi­ne Ku­lis­se

Re­gio­na­le De­li­ka­tes­sen wie Ser­ra­no-Schin­ken und Ti­ro­ler Speck gibt es in den Metz­ge­rei­en

In der Alt­stadt kann man toll shop­pen und abends ein Gläs­chen Wein trin­ken

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