Das kränkt mich nicht

Klar, ver­let­zen­de Wor­te tun weh. Un­se­re Ex­per­tin ver­rät, wie man sich ­in­ner­lich stär­ken kann

tina - - Willkommen In Ihrer - dr. b. war­detz­ki Di­plom-Psy­cho­lo­gin

Der Liebs­te hat kei­nen Blick für die neue Fri­sur. Die Nach­ba­rin ver­gisst, uns zum Ge­burts­tags­kaf­fee zu bit­ten – und schon hat man den Ein­druck, nicht re­spek­tiert und wert­ge­schätzt zu wer­den. „Ei­ne Krän­kung trifft di­rekt un­ser Selbst­wert­ge­fühl“, sagt die Psy­cho­the­ra­peu­tin und Best­sel­ler­au­to­rin Bär­bel War­detz­ki („Nimm’s bit­te nicht per­sön­lich“, Kö­selVer­lag, 12,99 €). Ihr Rat: „Ar­bei­ten Sie krän­ken­de Si­tua­tio­nen be­wusst auf. So kön­nen Sie den aku­ten Schmerz lin­dern und Ih­re See­le für die Zu­kunft stär­ken.“Ih­re Tipps:

Die Krän­kung ein­ge­ste­hen

Es nützt nichts, dar­über hin­weg­zu­ge­hen – et­wa, um nicht als be­lei­dig­te Le­ber­wurst da­zu­ste­hen. Die Ex­per­tin: „Nur wenn wir uns selbst und un­se­re Emp­fin­dun­gen ernst neh­men, ma­chen wir den Weg frei für an­ge­mes­se­ne Lö­sun­gen.“

Ganz be­wusst at­men

Auch der Kör­per re­agiert auf Krän­kung: Man hält den Atem an und ver­sucht so, die Si­tua­ti­on zu be­wäl­ti­gen. Das hilft nicht. Bär­bel War­detz­ki: „Ho­len Sie tief Luft, at­men Sie gleich­mä­ßig ein und aus.“So kann man sich be­ru­hi­gen und in­ner­lich stär­ken.

In Be­we­gung kom­men

Auch das kann hel­fen, die Star­re nach ei­ner Krän­kung zu über­win­den. Ob put­zen, ­ra­deln, lau­fen oder auf ein Kis­sen bo­xen: „Ak­ti­vi­tät löst die Span­nun­gen im Kör­per und lässt uns schnel­ler Ru­he fin­den.“

Dis­tanz her­stel­len

„Du spinnst wohl!“Hit­zi­ge Ge­mü­ter sind schnell da­bei, sich in ei­ner Krän­kungs­ si­tua­ti­on in Wut zu flüch­ten und so­fort ­zu­rück­zu­schie­ßen. Aber: Ver­let­zen­de Wor­te hin­ter­las­sen Spu­ren. Bes­ser ist der Rück­zug, um die Si­tua­ti­on in Ru­he zu durch­den­ken.

Die Ver­är­ge­rung mit­tei­len

Und dann soll­te man Gren­zen set­zen. Nach­dem man durch­ge­at­met und sei­ne Ge­dan­ken sor­tiert hat, gilt es, kla­re und ehr­li­che Wor­te zu fin­den. Dr. Bär­bel ­War­detz­ki: „Sinn­voll ist et­wa der Satz ,Ich füh­le mich ge­kränkt durch das, was du ge­tan hast‘. So wird dem an­de­ren kei­ne bö­se Ab­sicht un­ter­stellt. Das ist die bes­te Vor­aus­set­zung für ein klä­ren­des Ge­spräch.“

Mit­ein­an­der re­den und ver­zei­hen – das hal­ten Män­ner wie Frau­en für das bes­te Re­zept nach ei­nem Streit US-Stu­die des Jour­nals „Evo­lu­tio­na­ry Psy­cho­lo­gi­cal Sci­ence“

Die Ex­per­tin ar­bei­tet als Psy­cho­the­ra­peu­tin, Su­per­vi­so­rin und Coach in Mün­chen

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