Die­se Sen­dung be­rührt un­ser Herz

Aus ei­ner Grup­pe Pa­ti­en­ten wer­den die engs­ten Freun­de – ge­mein­sam über­ste­hen sie Kri­se um Kri­se. War­um wir als Zu­schau­er mit­fie­bern

tina - - News - Li­sa Ma­rie Sowa

Nor­ma­ler­wei­se ver­ab­schie­den sich Pa­ti­en­ten in Kran­ken­haus-Se­ri­en nach ei­ner Fol­ge. Dann sind sie be­han­delt, ge­heilt und ent­las­sen. In der nächs­ten Fol­ge wer­den die Bet­ten neu be­legt, die Zu­schau­er tref­fen auf neue Schick­sa­le – aber ei­gent­lich dreht sich al­les um die Ärz­te und Pfle­ger.

Die VOX-Se­rie „Club der ro­ten Bän­der“(mon­tags, 20.15 Uhr) ist an­ders, und ge­nau das macht sie be­son­ders. „Wir fol­gen hier de­nen, de­nen es schlecht geht. Das ist un- ty­pisch, er­leich­tert aber die Iden­ti­fi­ka­ti­on mit den Haupt­fi­gu­ren. Das gilt für Ju­gend­li­che, die sich oft un­si­cher in ih­rer Haut füh­len, aber auch für Er­wach­se­ne, de­ren Schutz­re­flex ge­weckt wird“, er­klärt der ­Me­di­en­psy­cho­lo­ge Jo Gro­ebel.

Es geht um sechs Ju­gend­li­che, al­le

schwer krank. Leo (Tim Oliver Schultz), Jo­nas (Da­mi­an Har­dung), Em­ma (Lui­se ­Be­fort), Alex (Ti­mur Bar­tels), To­ni (Ivo Kort­lang) und Hu­go (Nick Ju­li­us Schuck) kön­nen nicht das Le­ben füh­ren, das ih­re Freun­de ge­nie­ßen dür­fen: An­statt Fuß­ball zu spie­len oder in die Schu­le zu ge­hen, müs­sen sie für lan­ge Zeit ins Kran­ken­haus.

Kraft fin­den die Ju­gend­li­chen in ih­rer Freund­schaft zu­ein­an­der. Sie grün­den den „Club der ro­ten Bän­der“– denn vor je­der Ope­ra­ti­on be­kom­men sie ein ro­tes Arm­band, auf dem al­le wich­ti­gen Da­ten ver­merkt sind. Mit der Zeit ent­steht ein ein­zig­ar­ti­ges Ge­fühl des Zu­sam­men­halts. „Und das ist et­was, das wir uns al­le wün­schen“,

so Gro­ebel. „Das si­che­re Ge­fühl, nicht al­lein zu sein und ech­te Freun­de zu ha­ben.“

Es ist be­ein­dru­ckend, wie hu­mor­voll und po­si­tiv die Se­rie ein so schwe­res The­ma er­zählt. Wie stark die Haupt­fi­gu­ren blei­ben, wie sehr sie das Le­ben lie­ben. „Für uns Zu­schau­er, de­nen es meis­tens bes­ser geht, ist das in­spi­rie­rend und tröst­lich. Wir ler­nen, un­ser Le­ben zu schät­zen, und ver­ste­hen, wie gut wir es ei­gent­lich ha­ben.“

Und noch ei­ne wert­vol­le Funk­ti­on hat die Se­rie: „Die Pa­ti­en­ten oder auch Men­schen mit Be­hin­de­run­gen wer­den nicht als Op­fer dar­ge­stellt, son­dern als star­ke Per­sön­lich­kei­ten, von de­nen wir viel ler­nen kön­nen.“

Die Ge­schich­ten könn­ten aus dem

ech­ten Le­ben stam­men. Denn Schick­sa­le wie die von Leo, Jo­nas, Em­ma, Alex, To­ni und Hu­go gibt es nicht nur im Fern­se­hen. Wir ha­ben mit drei jun­gen Er­wach­se­nen ge­spro­chen, die ge­nau wis­sen, wie es ist, lan­ge Zeit im Kran­ken­haus zu ver­brin­gen. Drei be­ein­dru­cken­de, star­ke Per­sön­lich­kei­ten, die uns Mut ma­chen.

Text: Leo, To­ni, Alex, Hu­go, Em­ma und Jo­nas (v. l.) ha­ben den „Club der ro­ten Bän­der“ge­grün­det Die ro­ten Arm­bän­der ste­hen für das Schick­sal, das die Ju­gend­li­chen mit­ein­an­der tei­len

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