Lie­be wie im Mär­chen

Adel ver­pflich­tet? Nicht bei Dia­na Grä­fin Ber­na­dot­te (35). Die Toch­ter der Main­auFa­mi­lie gab ei­nem Koch das Ja­wort

tina - - News - Text: Lea Drasdo

Es wa­ren ein­mal ein Koch und ei­ne Grä­fin, die ver­lieb­ten sich so sehr in­ein­an­der, dass Kon­ven­tio­nen und Tra­di­tio­nen kei­ne Rol­le mehr spiel­ten, und sie fei­er­ten ein rau­schen­des Hoch­zeits­fest … Was wie ein Mär­chen klingt, ist für Dia­na Grä­fin Ber­na­dot­te und Stefan De­dek (28) Wirk­lich­keit. Seit 2011 sind die bei­den ein Paar. Im ba­ro­cken Schloss auf der Blu­men­in­sel Main­au tref­fe ich die bei­den zum In­ter­view. Sie wir­ken glück­lich, lä­cheln sich lie­be­voll zu.

In die­ser Um­ge­bung stellt man sich

so­fort vor, wie die Grä­fin als klei­nes Mäd­chen durch die lan­gen Gän­ge ge­tobt ist. „Es war der größ­te Spiel­platz der Welt“, sagt die Hut­ma­che­rin heu­te. An den Stuck-Wän­den hän­gen Wap­pen und al­te Ge­mäl­de. Wenn man aus dem Fens­ter schaut, spie­gelt sich das Schloss im Bo­den­see. Stefan De­dek, Koch aus dem bran­den­bur­gi­schen Fins­ter­wal­de, und Dia­na Grä­fin Ber­na­dot­te, di­rekt ver­wandt mit dem schwe­di­schen Kö­nigs­haus, sit­zen auf an­ti­ken Ses­seln. „Ich könn­te ein gan­zes Buch dar­über schrei­ben, was ich an ihr toll fin­de. Und es hat nichts da­mit zu tun, dass sie ei­ne Grä­fin ist“, sagt Stefan. Grä­fin Dia­na legt ih­re Hand auf sei­ne, guckt ihn sanft an. „Nur an die Pres­se­ter­mi­ne muss ich mich noch ge­wöh­nen“, gibt er zu.

Ken­nen­ge­lernt ha­ben sich die bei­den – ganz un­ade­lig – im Bow­ling-Cen­ter. „Wir sind beim Spie­len ins Ge­spräch ge­kom­men“, er­zählt die Grä­fin. Doch ob­wohl ­Stefan in der „Schwe­den­s­chen­ke“, ei­nem Re­stau­rant auf der In­sel, die Grä­fin Dia­nas Va­ter zum Tou­ris­ten­ziel aus­bau­en ließ, ­ar­bei­tet, weiß er an­fangs nicht, wer sei­ne Bow­ling-Be­kannt­schaft ist. Erst als er ei­nen Blick auf die Punk­te-Lis­te wirft, fällt der Gro­schen. Be­den­ken hat er den­noch nicht.

„Ich neh­me je­den Men­schen, wie er ist“, ­er­zählt er bo­den­stän­dig. Fort­an tref­fen sich die bei­den häu­fi­ger – ge­hen ins Ki­no oder spa­zie­ren, wer­den erst zu Freun­den und ver­lie­ben sich dann in­ein­an­der. „Wir ha­ben den glei­chen schwar­zen Hu­mor“, sagt die Grä­fin. Ihr liebs­tes ge­mein­sa­mes Hob­by sind Mit­tel­al­ter-Fest­spie­le. „Da ver­klei­den wir uns, wer­den nicht mehr er­kannt.“

Aber hat­te Stefan im Vor­feld kei­ne ­Zwei­fel, ob er in ih­re Welt pas­sen wür­de? „Wes­halb? Mei­ne Frau führt ein nor­ma­les Le­ben, ist ge­nau­so ro­ckig wie ich“, sagt er und lacht. In der Tat gilt die Mo­dis­tin als flip­pi­ge Grä­fin, trägt ein gro­ßes Rü­ckenTat­too und ei­nen Si­de­cut – auf der ei­nen Sei­te hat sie die Haa­re ras­pel­kurz ra­siert.

„Nur als Stefan sei­ner Fa­mi­lie von mir er­zählt hat, da wur­de es schon lus­tig“, er­zählt Grä­fin Dia­na. Und Stefan er­gänzt: „Erst mal ha­ben sie ei­ne hal­be St­un­de lang ge­schwie­gen und sich Fo­tos von Dia­na im In­ter­net an­ge­schaut. Ir­gend­wann hat mein Va­ter mich ge­fragt: ,Wie bist du denn an so ei­ne Frau ge­kom­men?‘“Grä­fin Dia­na lacht, als Stefan die An­ek­do­te er­zählt. „Sei­ne Fa­mi­lie hat mich lieb auf­ge­nom­men, ge­nau wie mei­ne Stefan. War­um auch nicht? Vor mir muss kei­ner ei­nen Hof­knicks ma­chen.“

Zu­sam­men mit ih­ren Kin­dern aus

ers­ter Ehe, Pau­li­na (13) und Eric (7), ­le­ben sie in ei­ner Vier­zim­mer­woh­nung in Kon­stanz, fah­ren ge­mein­sam zur Ar­beit, ho­len sich ab. „Manch­mal scher­zen die Kol­le­gen in Ste­fans Kü­che und ru­fen ‚Ach­tung, da kommt die Grä­fin!‘, wenn ich ­rein­kom­me – aber das ist nur ein Gag, der Um­gang ist freund­schaft­lich.“Im Ja­nu­ar be­sie­gel­ten sie ih­re Lie­be mit ei­ner Trau­ung im Schloss. Mit To­ten­kopf-Ein­steck­tuch und mit­tel­al­ter­li­cher Feu­er­show schwo­ren sie sich ewi­ge Treue. „Es war ei­ne Traum­hoch­zeit“, sagt Stefan. Und am En­de des Ge­sprächs ist klar: Es gilt noch im­mer, was in Mär­chen pas­siert – die Lie­be fragt nicht, sie macht ein­fach. Egal, aus wel­chem El­tern­haus bei­de kom­men – nur die Ge­füh­le zäh­len. „Mit Stefan ha­be ich mei­nen Koch fürs Le­ben ge­fun­den“, sagt die Grä­fin.

Ein Herz und ei­ne See­le: Das Paar liebt es bo­den­stän­dig

ja­nu­ar 2017 Dia­na und Stefan be­sie­geln bei der Trau­ung im Schloss ih­re Lie­be

Das Deut­schor­dens­schloss: Björn, der Bru­der von Dia­na, lebt noch hier

Hut auf, gut drauf: Dia­na ar­bei­tet als Mo­dis­tin und hat im Schloss Main­au ein Hu­tate­lier

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