Fort­schritt in der Au­gen-Me­di­zin

Bei der feuch­ten AMD ist die The­ra­pie jetzt ­ein­fa­cher und ef­fek­ti­ver

tina - - News - Dr. Mo­ni­ka ­Fle­cken­stein Die Au­gen­ärz­tin ist an der Uni­ver­si­täts-Au­gen­kli­nik Bonn tä­tig

Mit dem Al­ter lässt die Seh­kraft all­mäh­lich nach. Das ist zwar na­tür­lich, doch Augenärzte ­ra­ten al­len Men­schen über 40: Ge­hen Sie al­le zwei Jah­re zum Check. Denn es könn­te sich auch ei­ne schwe­re Seh­be­hin­de­rung ent­wi­ckeln, die

al­ters­be­ding­te Ma­ku­la­de­ge­ne­ra­ti­on (AMD). Be­trof­fen ist der so­ge­nann­te gel­be Fleck (lat: Ma­cu­la lu­tea) in der Netz­haut. Die­ser ist fürs De­tail-Se­hen ­zu­stän­dig. „Im Früh­sta­di­um kommt es zu Abla­ge­run­gen, den Dru­sen“, er­klärt Dr. Mo­ni­ka Fle­cken­stein. „Da­bei ist die Seh­kraft noch nicht stark ein­ge­schränkt. Spä­ter kön­nen aber Sin­nes­zel­len ab­ster­ben.“

Die Dru­sen kön­nen zwei Ar­ten der AMD aus­lö­sen: 85 Pro­zent der Be­trof­fe­nen ha­ben die tro­cke­ne Form, da­bei schwin­det stel­len­wei­se das Seh­pig­ment, die Netz­haut sieht aus wie ei­ne Land­kar­te (med.: geo­gra­fi­sche Atro­phie). Bei der sel­te­nen feuch­ten Form tritt Flüs­sig­keit in die Netz­haut aus, und es bil­den sich krank­haf­te Blut­ge­fä­ße.

„Ein Mei­len­stein“

Die feuch­te AMD kann man seit Län­ge­rem mit Me­di­ka­men­ten be­han­deln. Die­se un­ter­drü­cken die Bil­dung der un­na­tür­li­chen Blut­ge­fä­ße. Da­zu wer­den ge­zielt wir­ken­de so­ge­nann­te An­ti­kör­per in­ji­ziert: „Die­se ­An­tiVEGF-The­ra­pie war ein Mei­len­stein“, sagt die Ex­per­tin. Das Fort­schrei­ten der ­Er­kran­kung kann da­mit in vie­len Fäl­len ge­stoppt wer­den.

Er­folg auch bei tro­cke­ner AMD

Al­ler­dings sind re­gel­mä­ßi­ge Sprit­zen nö­tig. Das be­las­te­te die Pa­ti­en­ten und An­ge­hö­ri­ge, die sie zum Ter­min be­glei­ten müs­sen. „­An­fangs er­folg­ten die Be­hand­lun­gen in der Re­gel mo­nat­lich.“Doch in­zwi­schen wird die The­ra­pie fle­xi­bler an die Be­dürf­nis­se der ein­zel­nen Pa­ti­en­ten an­ge­passt. Augenärzte nen­nen dies Tre­at and Ex­tend (T & E). „Da­mit fal­len we­ni­ger Arzt­ter­mi­ne an. Gro­ße Da­ten­aus­wer­tun­gen le­gen na­he, dass mit T& E je­doch eben­so gu­te Er­geb­nis­se er­zielt wer­den wie mit bis­he­ri­gen ­B eh andlungs sche­ma­ta “, so die Ex­per­tin.

Dar­über hin­aus wer­den in gro­ßen kli­ni­schen Stu­di­en zwei ef­fek­ti­ve­re Me­di­ka­men­te ge­tes­tet. „Sie drin­gen wahr­schein­lich bes­ser in die Netz­haut ein.“Die Ex­per­tin hält es für mög­lich, dass die Neu­ent­wick­lun­gen „Bro­lu­ci­zu­m­ab“und „Abi­ci­par Pe­gol“die Zahl der Arzt­ter­mi­ne dann auf al­le zwölf Wo­chen sen­ken.

Ge­gen die tro­cke­ne AMD gab es bis­her kei­ne wirk­sa­me Be­hand­lung. Jetzt be­steht aber Hoff­nung: In ei­ner ak­tu­el­len in­ter­na­tio­na­len Stu­die bes­ser­ten mo­nat­li­che ­In­jek­tio­nen mit dem eben­falls neu­en An­ti­kör­per Lam­pa­li­zu­m­ab die Seh­kraft zwar nicht, sie brem­sen aber das Fort­schrei­ten bei vie­len Pa­ti­en­ten deut­lich.

Ty­pi­sches An­fangs­sym­ptom der Au­gen­krank­heit AMD: ein blin­der Fleck in der Mit­te des Ge­sichts­felds

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