Die Kraft des Wir

Mit 40 plus ha­ben wir den Mut und die Ener­gie, Neu­es zu wa­gen. Am liebs­ten in Ge­mein­schaft

tina - - News - Bar­ba­ra L. Fred­rick­son Pro­fes­so­rin für Psy­cho­lo­gie an der Uni­ver­si­ty of North Ca­ro­li­na (USA)

Das Be­dürf­nis da­zu­zu­ge­hö­ren ist tief in uns ver­an­kert. Aber wie sieht es mit den Be­zie­hun­gen im Lau­fe des Le­bens aus? Vie­le ge­hen ver­lo­ren. Und je ­äl­ter man wird, um­so schwe­rer fällt es, neue Kon­tak­te zu knüp­fen. Schließ­lich stei­gen mit den Jah­ren auch die An­sprü­che an neue Freund­schaf­ten. Das ist nun mal so, oder? Nein, sagt Bar­ba­ra L. Fred­rick­son („Die Macht der Lie­be“, Cam­pus, 22,99 €).

Be­zie­hun­gen wer­den wich­ti­ger

Fakt ist: Kon­tak­te zum Bei­spiel zu neu­en Freun­den, et­wa im Ver­ein oder Eh­ren­amt, be­kom­men grö­ße­re Be­deu­tung. Zu­gleich ge­lin­gen uns die­se Be­zie­hun­gen, ob zu Män­nern oder Frau­en, ob pri­vat oder be­ruf­lich, mit 40 plus auch bes­ser, weiß die Ex­per­tin. Denn wir sind dank­ba­rer für Mo­men­te des Mit­ein­an­ders. Weil wir im Lau­fe des Le­bens er­fah­ren ha­ben, wie kost­bar die­se sind. Auch das Le­ben selbst schenkt uns neue Chan­cen: Die Kin­der sind aus dem Haus, und in die­ser Pha­se des Auf­bruchs ent­steht Raum für Neu­es – auch im Mit­ein­an­der.

Al­lein zu wis­sen, „wenn ich Trost oder Hil­fe brau­che, ist je­mand für mich da“, stärkt uns. Das wis­sen an­de­re in un­se­rem Al­ter auch – und kön­nen dann wirk­lich für uns da sein, wenn wir sie brau­chen. „Das re­du­ziert Stress und macht ge­löst.“

Gro­ße und klei­ne Mo­men­te der Lie­be

Die­ses wun­der­ba­re Wir-Ge­fühl spü­ren wir nicht nur, wenn wir ein­an­der hel­fen, son­dern oft auch in den Klei­nig­kei­ten des All­tags. Bar­ba­ra Fred­rick­son spricht von „Mi­kro-Mo­men­ten der ­Lie­be“und meint da­mit die kur­zen Begegnungen im All- tag, die wir in­ten­si­ver ge­nie­ßen kön­nen – ein freund­li­ches Ge­spräch an der Kas­se, die be­ru­hi­gen­de Hand der Kol­le­gin auf der Schul­ter, ge­mein­sa­mes La­chen in der Kan­ti­ne. Auch sol­che flüch­ti­gen Au­gen­bli­cke der Ver­bun­den­heit we­cken star­ke gu­te Ge­füh­le.

Wie an­de­re uns neue ­Le­bens­en­er­gie schen­ken

„Durch sol­che po­si­ti­ven Emo­tio­nen er­wei­tert sich un­ser Blick­feld“, so die Ex­per­tin. Denn Emp­fin­dun­gen wie Freu­de und Hei­ter­keit, die an­de­re uns schen­ken, be­sänf­ti­gen uns, füh­ren uns neue Kräf­te zu, las­sen uns aus­ge­gli­chen wer­den. Und das führt ih­ren For­schun­gen zu­fol­ge noch wei­ter: „Aus­ge­gli­chen­heit ist ein psy­chi­scher Zu­stand, der den Kör­per in ei­ne Art Ener­gie­spar­si­tua­ti­on ver­setzt, die un­ser Im­mun­sys­tem ge­nau­so stärkt wie un­se­re Fä­hig­keit, ak­tiv, kon­struk­tiv und krea­tiv den neu­en Her­aus­for­de­run­gen im Le­ben zu be­geg­nen.“Ein star­kes Wir macht glück­lich und ge­sund.

81 % der Deut­schen ­emp­fin­den Zu­sam­men­ge­hö­rig­keit als wich­tig Re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­ge, in­fas

Zu­sam­men sind wir stär­ker. Mit dem Al­ter wächst die Fä­hig­keit, ­neue be­stän­di­ge Be­zie­hun­gen auf­zu­bau­en

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