Klin­ge: „Ich ha­be nie ei­ne Ab­fin­dung ge­for­dert“

FDP-Bun­des­tags­kan­di­dat wehrt sich ge­gen Be­richt über gol­de­nen Hand­schlag

Trossinger Zeitung - - Villingen-schwenningen - Von Cor­ne­lia Spitz

SCHWARZ­WALD-BAAR-KREIS Kurz vor der Bun­des­tags­wahl am 24. Sep­tem­ber sieht sich der Bun­des­tags­kan­di­dat Mar­cel Klin­ge (FDP) mit ei­nem un­an­ge­neh­men Pres­se­be­richt an sei­ner po­li­ti­schen Wir­kungs­stät­te in Bre­men kon­fron­tiert. Der We­ser-Ku­ri­er be­rich­tet, Klin­ge wol­le sich sei­nen mög­li­chen Ab­schied aus der FDP-Bür­ger­schafts­frak­ti­on mit ei­nem gol­de­nen Hand­schlag in Hö­he ei­ner Ab­fin­dung von 100 000 Eu­ro ver­sü­ßen las­sen.

Doch ei­ne sol­che For­de­rung, be­tont Klin­ge, ha­be er nie ge­stellt und ver­mu­tet da­hin­ter ei­nen po­li­tisch lan­cier­ten Vor­gang. Nun hat Klin­ge Stel­lung ge­nom­men. Als Ge­schäfts­füh­rer der FDP-Frak­ti­on der Bre­mi­schen Bür­ger­schaft ha­be ei­nen un­be­fris­te­ten Ver­trag – es ge­be „ei­ne Drei­ecks­be­zie­hung zwi­schen mir, der Frak­ti­on und der Bür­ger­schaft“. Wird Klin­ge in den Bun­des­tag ge­wählt – was mit Lis­ten­platz sechs wahr­schein­lich ist und ab fünf Pro­zent für die FDP zu­tref­fen dürf­te – und nimmt er die Wahl an, wer­de er so­fort von die­ser Po­si­ti­on be­ur­laubt.

Schei­de er dann aber aus dem Bun­des­tag aus, ha­be er theo­re­tisch ein An­recht zu­rück­zu­keh­ren, „min­des­tens ein Jahr, weil es ein Jahr Kün­di­gungs­frist gibt“. So kom­me auch die Sum­me von 100 00 Eu­ro zu­stan­de, „das ist mein Jah­res­ge­halt“. Für Klin­ge aber sei­en das „un­ge­leg­te Eier“ge­we­sen, „ich bin ja noch nicht ein­mal ge­wählt“, so Klin­ge.

Da es oh­ne­hin un­wahr­schein­lich sei, dass er nach Bre­men an die­se Stel­le zu­rück­keh­re, hät­ten auch die Ge­sprä­che dar­über für ihn eher theo­re­ti­schen Cha­rak­ter ge­habt. Die­se ha­be es mit der Frak­ti­on und der Bür­ger­schaft tat­säch­lich ge­ge­ben, weil die Bür­ger­schaft für Klin­ges theo­re­tisch mög­li­che Rück­kehr ei­ne Rück­stel­lung bil­den müss­te und die Frak­ti­on sei­nen Nach­fol­ger nur be­fris­tet ein­stel­len kön­ne.

In dem Ge­spräch En­de Au­gust mit Len­ke St­ei­ner, sei­ner Che­fin, und dem Di­rek­tor der Bre­mi­schen Bür­ger­schaft sei­en ganz of­fen ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten an­ge­spro­chen wor­den, auch die ei­nes Auf­he­bungs­ver­trags mit ei­ner Ab­fin­dung.

„Ich ha­be mir das dann mal an­ge­hört“, so Klin­ge, „wir ha­ben das aber dann nicht wei­ter ver­folgt“, sie sei­en nach ei­ner hal­ben St­un­de wie­der er­geb­nis­of­fen aus­ein­an­der ge­gan­gen. „Ich ha­be ge­sagt, ich wer­de noch­mals mei­ne recht­li­che Stel­lung mit Blick auf das Ab­ge­ord­ne­ten­ge­setz von ei­nem An­walt über­prü­fen las­sen, „weil ich mich da nicht aus­ken­ne“. Sein Vor­schlag sei klar ge­we­sen: „Lasst uns das doch in der Wo­che nach der Bun­des­tags­wahl noch mal be­spre­chen.“Statt­des­sen aber wur­de er nun mit ei­nem Pres­se­be­richt kon­fron­tiert, der par­tei­in­tern ho­he Wel­len schlug und dem er nun ent­ge­gen­tre­ten wol­le, weil er zu kei­nem Zeit­punkt ei­ne Ab­fin­dung ge­for­dert ha­be, so Klin­ge.

Im Ge­gen­teil, in ei­nem Ge­spräch mit Len­ke St­ei­ner im Bei­sein meh­re­rer Zeu­gen ha­be er ex­pli­zit ge­be­ten, das The­ma ir­gend­wann nach der Wahl zu be­spre­chen. Doch nun ist die­ses „ir­gend­wann“jetzt – „wir ma­chen jetzt die Auf­lö­sung oh­ne fi­nan­zi­el­le Be­din­gun­gen“, so Klin­ge, der die Dis­kus­si­on im Keim er­sti­cken und ei­ne Ge­gen­dar­stel­lung er­wir­ken will.

FO­TO: AR­CHIV

Mar­cel Klin­ge.

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