Die Su­che nach Eh­ren­amt­li­chen reißt nicht ab

AK Asyl: Wei­te­re Flücht­lings­pa­ten er­for­der­lich – Neue Kreis-In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te stellt sich vor

Trossinger Zeitung - - Villingen-schwenningen - Von Ma­rei­ke Kratt

VS-SCHWEN­NIN­GEN (sbo) - Auch wenn die Flücht­lin­ge sicht­bar we­ni­ger wer­den – die Ar­beit der Eh­ren­amt­li­chen wird es auf kei­nen Fall. Die­ses Fa­zit zie­hen die Gäs­te des jüngs­ten Ar­beits­krei­ses Asyl.

„Un­se­re Ar­beit hat sich ver­scho­ben“, sagt Eve­lyn Preuß, Eh­ren­amts­ko­or­di­na­to­rin bei der Dia­ko­nie. In den drei Schwen­nin­ger Ge­mein­schafts­un­ter­künf­ten sind der­zeit nur noch 67 Per­so­nen un­ter­ge­bracht, zu­meist af­gha­ni­scher Her­kunft. Zu­gän­ge sei­en nur ver­ein­zelt zu er­war­ten. Min­des­tens bis En­de des Jah­res, so Preuß wei­ter, wer­den die Häu­ser in der Vil­lin­ger-, Sturm­bühl- so­wie Al­le­en­stra­ße be­ste­hen blei­ben. Das Jahr 2018 sei noch in Pla­nung.

Zu­letzt hat­te es ge­hei­ßen, dass der Be­trieb der Ge­mein­schafts­un­ter­künf­te wei­ter her­un­ter­ge­fah­ren wer­de.

Der Sprach­un­ter­richt in der Al­le­en­stra­ße sei man­gels Be­darf mitt­ler­wei­le aus­ge­lau­fen, eben­so wie das Sprech­ca­fé. Der­zeit sucht Preuß nach neu­en Eh­ren­amt­li­chen. Reinhold Hum­mel, Lei­ter der Dia­ko­nieBe­ra­tungs­stel­le, un­ter­streicht die gu­te In­fra­struk­tur, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren in Schwen­nin­gen so­wie im ge­sam­ten Land­kreis für Flücht­lin­ge ge­schaf­fen wur­de. Jetzt stün­den die meis­ten Häu­ser leer. „Nicht zu­letzt durch un­se­re Er­fah­rung könn­te der Kreis ei­gent­lich mehr Flücht­lin­ge auf­neh­men“, kom­men­tiert er.

An­net­te Dold ist die neue In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te des Land­krei­ses und Nach­fol­ge­rin von Mar­cel Drey­er. Die ge­lern­te So­zi­al­päd­ago­gin und So­zi­al­wir­tin, die be­reits zu­vor im Land­rats­amt im Be­reich Ju­gend­amt tä­tig war, sieht sich als zen­tra­le An­sprech­part­ne­rin und Schnitt­stel­le für die Ak­teu­re der Flücht­lings­ar­beit. „Ich bin in vie­len Netz­wer­ken un­ter­wegs, um mög­lichst vie­le The­men und In­for­ma­tio­nen auf­zu­grei­fen und sie nach oben oder un­ten wei­ter­zu­ge­ben“, be­rich­tet sie. Sie ste­he nicht nur mit den Eh­ren­amts­ko­or­di­na­to­ren, son­dern auch mit den Ober­bür­ger­meis­tern im Kreis in re­gel­mä­ßi­gem Kon­takt.

Die AK Asyl-Mit­glie­der be­rich­ten zu­dem aus ih­ren Er­fah­run­gen mit den Flücht­lin­gen und ih­rem Glau­ben. Ih­re Pa­ten­kin­der be­such­ten so­gar den christ­li­chen Re­li­gi­ons­un­ter­richt, er­zählt ei­ne Eh­ren­amt­li­che. Die Mut­ter ha­be es den Kin­dern frei­ge­stellt. Sie be­ob­ach­te, dass vie­le Eri­tre­er mit christ­lich-or­tho­do­xem Glau­ben die hie­si­gen Frei­kir­chen zum Be­ten nutz­ten, be­rich­tet Ul­ri­ke Schmi­der. „Dar­über sind sie wirk­lich er­leich­tert.“Dif­fe­ren­zen zwi­schen den Kul­tu­ren und Re­li­gio­nen zeig­ten sich aber be­son­ders beim Tra­gen des Kopf­tu­ches, sind sich die Eh­ren­amt­li­chen ei­nig. Ul­ri­ke Lich­te fin­det es be­denk­lich, dass im­mer jün­ge­re Kin­der ein Kopf­tuch tra­gen. In ganz an­de­rer Wei­se pro­ble­ma­tisch sei hin­ge­gen der Wunsch ei­ni­ger Flücht­lin­ge, sich in Deutsch­land tau­fen las­sen zu wol­len. Reinhold Hum­mel meint: „Sich in­te­grie­ren heißt nicht so­fort, un­se­re Re­li­gi­on an­zu­neh­men.“ Wer an der Flücht­lings­ar­beit in Schwen­nin­gen in­ter­es­siert ist, kann sich mit der Eh­ren­amts­ko­or­di­na­to­rin Eve­lyn Preuß, Te­le­fon 07720/30 13 52, Email eve­lyn.preuss@elk-wue.de, in Ver­bin­dung set­zen.

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