0 Woh­nun­gen kön­nen wiruns­da­fürin der Stadt leis­ten

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Ja, wo sol­len wir denn über­haupt noch hin­zie­hen?! Der neu­es­te Preis­spie­gel des Im­mo­bi­li­en­ver­ban­des IVD zeigt ei­ne ex­plo­si­ons­ar­ti­ge Preis­stei­ge­rung bei Häu­sern und Ei­gen­tums­woh­nun­gen im zwei­ten und drit­ten Quar­tal die­ses Jah­res. Nur lo­gisch, dass es im­mer mehr Münch­ner ins Um­land zieht! Al­ler­dings mit der Fol­ge, dass der Im­mo­bi­li­en­markt jetzt auch dort Münch­ner Ver­hält­nis­se an­nimmt – und schon fast leer­ge­fegt ist. Jetzt kommt der gro­ße (H)aus­ver­kauf im Um­land! Die tz hat al­le Fak­ten: ■ Re­kord­wachs­tum in der Stadt: Laut IVD ha­ben die Kauf­prei­se in den Städ­ten heuer noch stär­ker an­ge­zo­gen als in den Vor­jah­ren. Im Ver­gleich zu 2015 sind et­wa die Be­stands-Ei­gen­tums­woh­nun­gen in Mün­chen um 7,7 Pro­zent teu­rer ge­wor­den. Im Schnitt kos­ten die Woh­nun­gen 4200 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter. Die zweit­höchs­ten Prei­se hat Stutt­gart mit 2950 Eu­ro. Bei den Ein­fa­mi­li­en­häu­sern sieht’s noch schlim­mer aus: Hier ist der Preis um 8,39 Pro­zent ge­stie­gen – auf durch­schnitt­lich 840 000 Eu­ro, Stutt­gart folgt erst mit rie­si­gem Ab­stand (595 000 Eu­ro).

Wohn­wahn­sinn zieht wei­te­re Krei­se: Der Druck im Münch­ner Kes­sel ver­la­gert sich im­mer mehr ins Um­land, ent­lang der S-Bahn-Äs­te und der Haupt­ver­kehrs­adern“, warnt Prof. Ste­phan Kip­pes vom IVD Süd. „Ge­ra­de bei Häu­sern und Dop­pel­haus­hälf­ten hat sich in ei­ni­gen Ge­gen­den der Markt schon stark aus­ge­dünnt.“Das liegt ei­ner­seits am Zu­zug aus Mün­chen, an­de­rer­seits am be­grenz­ten Po­ten­zi­al. „Ich den­ke et­wa an Be­rei­che um Fürs­ten­feld­bruck, in de­nen die Bau­tä­tig­keit al­lein durch Land­wirt­schaft und Na­tur­schutz­ge­bie­te ein­ge­schränkt ist.“Ge­ra­de bei güns­ti­ge­ren Ob­jek­ten ge­stal­te sich die Im­mo­bi­li­en­su­che im Um­land mitt­ler­wei­le ähn­lich schwie­rig wie in Mün­chen – et­wa im Würm­tal, so Kip­pes. Des­halb ver­la­gert sich der Wahn­sinn im­mer wei­ter raus: „Es gibt durch­aus Leu­te, die nun bis Augs­burg oder Ro­sen­heim aus­wei­chen.“ ■ Die teu­ers­ten Ge­mein­den: Auch im Um­land muss man we­gen der stei­gen­den Nach­fra­ge mitt­ler­wei­le oft fast ei­ne Mil­li­on Eu­ro für ein Haus hin­blät­tern (150 qm) – und das nicht nur in Starn­berg oder Grün­wald! Rich­tig ins Geld geht’s auch hier (Prei­se be­zie­hen sich auf gu­te Wohn­wer­te, des­halb an­de­re Zah­len als in der Gra­fik rechts): Grä­fel­fing (1 195 000 Eu­ro), Tutz­ing (1 150 000 Eu­ro), Ger­me­ring (1 050 000 Eu­ro), Gau­ting (970 000 Eu­ro), Ober­ha­ching, Frei­sing (bei­de 950 000 Eu­ro) oder Ot­to­brunn (920 000 Eu­ro). Ei­gen­tums­woh­nun­gen (70 qm) sind teil­wei­se eben­falls kaum mehr be­zahl­bar: So blät­tert man in Grä­fel­fing, Ober­ha­ching, Ot­to­brunnn und Puch­heim über 4000 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter hin. ■ Vor­sicht beim Kauf: Um nicht un­rea­lis­ti­sche Prei­se für die Traum­im­mo­bi­lie zu zah­len, rät Hart­mut Schwarz, Im­mo­bi­li­en­ex­per­te der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bre­men: „Schau­en Sie sich den Grund­stücks­markt­be­richt des Gut­ach­ter­aus­schus­ses in Ih­rer Re­gi­on an.“Dort kön­ne man er­fah­ren, zu wel­chen Prei­sen Im­mo­bi­li­en tat­säch­lich ver­kauft wur­den. „Prei­se in der An­zei­ge sind ja im­mer Wunsch­prei­se des Ver­käu­fers.“Au­ßer­dem soll­ten Käu­fer sich nicht aus der Ru­he brin­gen las­sen. „Wenn ein Mak­ler oder Ver­käu­fer Druck macht, ist das kein gu­tes Zei­chen“, sagt Schwarz. Au­ßer­dem soll­te der Ener­gie­aus­weis vor­lie­gen. „Denn ob der Preis an­ge­mes­sen ist, hängt auch vom an­ste­hen­den Mo­der­ni­sie­rungs­be­darf ab.“

Fo­to: dpa

Wohn-Wahn­sinn fast wie in Mün­chen: Weil es im­mer mehr Städ­ter ins Um­land zieht, wer­den auch hier be­zahl­ba­re Ein­fa­mi­li­en­häu­ser im­mer be­gehr­ter – und teu­rer

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