Jetzt kommt die Wohn-Po­li­zei!

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Zwe­ck­ent­frem­dung, Fe­ri­en­woh­nun­gen – Stadt Mün­chen greift end­lich durch

Die Woh­nungs­knapp­heit ist ei­nes der drän­gends­ten Pro­ble­me der Stadt. Um­so är­ger­li­cher, dass Hun­der­te von Woh­nungs­be­sit­zern ih­re Un­ter­künf­te nicht or­dent­lich ver­mie­ten, son­dern als Fe­ri­en­woh­nun­gen an­bie­ten, Me­di­zin­tou­ris­ten un­ter­brin­gen oder die Blei­ben als Ar­bei­ter­un­ter­künf­te zu über­teu­er­ten Prei­sen ver­mie­ten. Die Stadt kämpft bis­lang mit ver­gleichs­wei­se we­nig Per­so­nal da­ge­gen an. Jetzt sol­len die Bür­ger mit­hel­fen – qua­si als Wohn-Po­li­zei!

Auf der In­ter­net-Sei­te der Stadt sol­len sich Münch­ner ab An­fang 2018 mel­den kön­nen, wenn sie der Mei­nung sind, dass ein Haus oder ei­ne Woh­nung zweck­ent­frem­det wird. Vor­bild ist die In­ter­net-Sei­te des Bünd­nis­ses für be­zahl­ba­res Woh­nen, das mit sei­ner Sei­te Leer­stand089 ver­wais­te Woh­nun­gen do­ku­men­tier­te.

Der­zeit be­ar­bei­ten im Rat­haus 31 Mit­ar­bei­ter das The­ma – sie über­prü­fen, ob wirk­lich Zwe­ck­ent­frem­dun­gen vor­lie­gen. Dass das tat­säch­lich ein The­ma ist, zei­gen die Zah­len. Im vo­ri­gen Jahr wur­den 237 zweck­ent­frem­de­te Woh­nun­gen mit ei­ner Ge­s­amt- wohn­flä­che von 16 864 Qua­drat­me­tern wie­der ih­rer Be­stim­mung zu­ge­führt. 2014 wur­den 19 Buß­gel­der ver­hängt – ins­ge­samt über 97 000 Eu­ro. Vo­ri­ges Jahr wa­ren es 129 550 Eu­ro.

Um das mit der neu­en Mel­de­platt­form zu er­war­ten­de hö­he­re Auf­kom­men an Mel­dun­gen zu be­ar­bei­ten, wird die Fahn­dungs­trup­pe um zwei Per­so­nen auf­ge­stockt, au­ßer­dem wer­den das Bünd­nis für be­zahl­ba­res Woh­nen, der Mie­ter­ver­ein, der Ho­te­lund Gast­stät­ten­ver­band und an­de­re Initia­ti­ven an der Platt­form be­tei­ligt. Wor­um es kon­kret geht, zei­gen wir auf die­ser Sei­te:

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