-Stich­wort

Das Bet­teln

tz - - POLITIK - KV

Ge­ne­rell ist Bet­teln in Mün­chen er­laubt (Aus­nah­men sind die Fuß­gän­ger­zo­ne und der Vik­tua­li­en­markt). Da sich aber in der In­nen­stadt im­mer wie­der Bür­ger be­schwer­ten, dass sie von Bett­lern ag­gres­siv be­läs­tigt wer­den, gilt seit 2014 für das Bet­teln in­ner­halb des Alt­stadt­rings und des Haupt­bahn­hof-Vier­tels ei­ne All­ge­mein­ver­fü­gung. Sie ver­bie­tet das „ag­gres­si­ve Bet­teln, das or­ga­ni­sier­te be­zie­hungs­wei­se ban­den­mä­ßi­ge Bet­teln, das den Ver­kehr be­hin­dern­de Bet­teln, das Bet­teln un­ter Vor­täu­schen kör­per­li­cher Be­hin­de­run­gen und so­zia­ler Not­la­gen, das Bet­teln durch Vor­täu­schen von künst­le­ri­schen Dar­bie­tun­gen, das Bet­teln in Be­glei­tung von Kin­dern oder durch Kin­der, das Bet­teln mit Tie­ren, oh­ne dass die er­for­der­li­chen so­wie voll­stän­dig und wahr­heits­ge­treu aus­ge­füll­ten tier­schutz­recht­li­chen Nach­wei­se (Impf­pass) mit­ge­führt wer­den.“

Ag­gres­si­ve Bett­ler im Tal! Der BA-Vor­sit­zen­de Wolf­gang Ne­u­mer (CSU) hat­te den Vor­schlag ge­macht, Ka­me­ras zu in­stal­lie­ren, um or­ga­ni­sier­te Ban­den über­wa­chen zu kön­nen ( tz be­rich­te­te). Ne­u­mers Vor­stoß war al­ler­dings ein Al­lein­gang, ei­nen ge­mein­sa­men Be­schluss des BA da­für gab es nicht. Im Stadt­teil­gre­mi­um stell­te der CSU-Kom­mu­nal­po­li- ti­ker klar, dass sich sei­ne Initia­ti­ve nicht ge­gen die Bett­ler ge­rich­tet ha­be, „son­dern ge­gen die Leu­te, die sie aus­nut­zen“. Die Be­schwer­den aus der Be­völ­ke­rung hät­ten sich ge­häuft. Aber: Die Po­li­zei hält nichts von ei­ner Vi­deo­über­wa­chung im Tal. Dies be­ton­te der stell­ver­tre­ten­de Lei­ter der PI 11, Jo­chen Gei­ßer, wäh­rend der jüngs­ten Sit­zung des Be­zirks­aus- schus­ses (BA) Alt­stadt-Le­hel. „Das Tal ist kein Kri­mi­na­li­täts­schwer­punkt.“Die sta­tis­tisch er­fass­ten De­lik­te sei­en in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren so­gar um 23 Pro­zent zu­rück­ge­gan­gen. 364 Straf­ta­ten hat­te die Po­li­zei im Vor­jahr ins­ge­samt im Tal re­gis­triert. Die Ver­stö­ße ge­gen die All­ge­mein­ver­fü­gung des Kreis­ver­wal­tungs­re­fe­rats (KVR) zum The- ma Bet­teln hiel­ten sich in Gren­zen. Gei­ßer zu­fol­ge sind im Jahr 2016 stadt­weit bis­her 226 Ver­stö­ße er­fasst wor­den, da­von le­dig­lich fünf im Tal.

Ka­me­ras sei­en auch kein All­heil­mit­tel zur Kri­mi­na­li­täts­be­kämp­fung. „Man soll­te nicht in­fla­tio­när da­mit um­ge­hen, son­dern die Vi­deo­über­wa­chung schwer­punkt­mä­ßig ein­set­zen.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.