Forsch ent­staub­ter Dvor­ak

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Kom­pro­mis­se schei­nen nicht die Sa­che von Ke­vin John Edus­ei zu sein, der nun be­reits im drit­ten Jahr den Münch­ner Sym­pho­ni­kern sei­nen Stem­pel auf­drückt. Dann eher schon kla­re Zie­le, die der Di­ri­gent sich und sei­nem längst bes­tens auf ihn ein­ge­schwo­re­nen Orches­ter steckt. Edus­ei for­dert oh­ne zu über­for­dern und treibt die Mu­si­ke­rin­nen und Mu­si­ker da­mit im­mer wei­ter nach oben. Dies war nun un­ter an­de­rem auch bei Dvor­aks Sym­pho­nie Nr. 7 der Fall, die der Ma­e­s­tro mit sei­nem for­schen Zu­griff or­dent­lich ent­staub­te.

Ein Ba­lan­ce­akt zwi­schen klang­li­cher Ele­ganz und Bo­den­stän­dig­keit, der das pa­trio­ti­sche Ele­ment von Dvor­aks Kom­po­si­ti­on zu sei­nem Recht kom­men ließ. Mit kon­trol­lier­tem Pa­thos di­rekt hin­ein in den ers­ten Satz, spä­ter aber auch beim tän­ze­risch leicht an­mu­ten­den Scher­zo im­mer die dra­ma­ti­schen Qua­li­tä­ten be­to­nend.

Ähn­lich schlüs­sig hat­te sich zu­vor be­reits Co­plands Ap­pa­la­chi­an Spring er­wie­sen, selbst wenn man sich die lang­sa­men An­fangs­tak­te viel­leicht noch ei­ne Spur fi­li­gra­ner hät­te vor­stel­len kön­nen. Doch ge­lang Edus­ei auch hier das Kunst­stück, trotz reiz­vol­ler Kon­tras­te in­ner­halb der Par­ti­tur das Stück stets als gro­ße Ein­heit zu den­ken.

Ein­ge­rahmt da­von galt es schließ­lich noch den der­zeit hoch ge­han­del­ten Cel­lis­ten Ed­gar Mo­reau ken­nen­zu­ler­nen, der dem Pu­bli­kum mit Schu­manns Konzert op. 129 ei­ne vir­tuo­se Show lie­fer­te und zwi­schen sei­nen Ein­sät- zen noch Zeit fand, um die hip­pe Wu­schel­fri­sur im­mer wie­der kurz zu­recht­zu­strub­beln. Le­dig­lich der lang­sa­me Mit­tel­satz ge­riet ihm da­bei arg neu­tral. Ob­wohl die sen­si­ble Bach-Zu­ga­be be­wies, dass er durch­aus auch mit lei­sen Tö­nen zu über­zeu­gen ver­mag.

Fo­tos: dpa Fo­to: Mignot

Wind­müh­len, Kä­se und Frau Ant­je – aber es gibt viel mehr in den Nie­der­lan­den. Et­wa gu­te Bü­cher Vor al­lem bei Bach ge­fühl­voll: Ed­gar Mo­reau Kä­se

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