Wie 1860, nur schlech­ter

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Jetzt wird al­les gut. Nach neun Nie­der­la­gen in Fol­ge schoss sich der FC Bay­ern ges­tern­aus­ei­ner­der­schwers­ten Kri­sen sei­ner über 200-Jäh­ri­gen Ver­eins­ge­schich­te. Zu­min­dest klang das bei Sky und im ZDF so. Vie­le spra­chen zu­vor be­reits vom „FC In­gol­stadt von der Sä­be­ner Stra­ße“. An­de­re be­schwo­ren das tiefs­te Tief seit der baye­ri­schen SPD. Sky be­klag­te die „Er­geb­nis-Mi­grä­ne“der Ro­ten. Mot­to: „Wo ich geh und steh, über­all nur Schä­del­weh.“Und Ott­mar Hitz­feld hat­te vor lau­ter „Rot in Not“bloß noch ein Re­zept für Car­lo pa­rat: „Man muss als Trai­ner sehr pe­ne­tran­tisch sein.“Wir fas­sen die Er­eig­nis­se zu­sam­men. ■ Jes­sy Kastrop: Die pe­ne­tran­ti­sche Sky-Tan­te mach­te sich gro­ße Sor­gen um den FC Blei­ern. Sie ana­ly­sier­te: „Die Bay­ern ha­ben den Kul­tur­wech­sel von Tur­bo-Pep zu Re­lax-Car­lo noch nicht ganz ver­kraf­tet.“Da mach­te sich Be­trof­fen­heit breit – weil An­ce­lot­ti, der Kos­ta Run­jaic der Emi­lia-Ro­ma­gna, qua­si das post­tak­ti­sche Zeit­al­ter aus­ge­ru­fen hat. Frau Kastrop ha­der­te mit dem „Rum­pelRück­fall“der Münch­ner, und über­gab dann an Herrn C-Bas. Der YouTu­beFa­xen­ma­cher er­wies als ei­ne Art TSV 1860 des Lus­tigseins, bloß noch schlech­ter. ■ Die Ol­lis: Gro­ße Freu­de, die Öf­fi-Spaß­vö­gel wie­der­zu­se­hen. „Wir ha­ben uns ge­gen­sei­tig das Wort Bay­ern­kri­se ver­bo­ten“, teil­te Erst-Ol­li Wel­ke mit, und sprach lie­ber von ei­ner „Er­geb­nis­del­le“, was nichts mit dem gleich­na­mi­gen ARD-Alt­mo­de­ra­tor „Del­le“Del­ling zu tun hat. Zweit-Ol­li Kahn ver­zähl­te viel übers Top­The­ma „Rest­ab­si­che­rung“. Aber es war ein­deu­tig der Abend von Wel­ke, der zu­recht staun­te, wie der FC Bay­ern als un­ge­schla­ge­ner Ta­bel­len­füh- rer der­ma­ßen über­zeu­gend am En­de sein kann: „Das ist kei­ne han­dels­üb­li­che Kri­se, das ist ei­ne ganz ei­ge­ne Gat­tung.“■ Bé­la Ré­thy: Wenn Bé­la kom­men­tiert, und nicht Sprach­schän­der Oliver Schmidt, ist das ei­ne gro­ße Er­leich­te­rung – un­ge­fähr so, wie wenn nach ei­ner Blind­darm-OP der Schmerz im Un­ter­bauch lang­sam nach­lässt. Am An­fang hat­te auch Herr Ré­thy Angst um den FCB: „Die Na­ti­on schaut be­son­ders in­ter­es­siert und je nach Sym­pa­thiel­a­ge auch be­sorgt auf den FC Bay­ern.“Spä­ter mach­te er sich lo­cker, und pries den „Rock’n’Roll“der Münch­ner. Wer pe­ne­tran­tisch ist, mag ihm den ei­nen an­de­ren Feh­ler vor­wer­fen, aber ins­ge­samt gab’s kei­nen Grund für Schä­del­weh.

Fo­to: Sky Fo­to: AFP

Gro­ße Sor­ge um den FC Blei­ern: Frau Kastrop Ju­bi­lar: Phil­ipp Lahm be­stritt sein 100. Cham­pi­ons­Le­agueSpiel

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