Bay­ern-Ma­ga­zin

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Kalt du­schen, das be­stä­ti­gen min­des­tens 120 von 100 Wal­d­und-Wie­sen-Heil­prak­ti­kern, ist das bes­te Haus­mit­tel über­haupt ge­gen de­pres­si­ve Ver­stim­mun­gen und senkt das Stress­le­vel. So ge­se­hen muss es den Bay­ern ges­tern in der 41. Mi­nu­te schlag­ar­tig noch viel bes­ser als oh­ne­hin schon ge­gan­gen sein. Da kas­sier­ten sie näm­lich das Ge­gen­tor zum 1:2. Ein Eis­was­ser­schwall, der sich ge­wa­schen hat­te. Dass sie zu­vor tat­säch­lich ex­zel­lent ge­spielt hat­ten und zur Pau­se be­reits 15:2 Tor­schüs­se auf­zu­wei­sen hat­ten, ver­dank­ten sie wie­der­um der per­so­ni­fi­zier­ten kal­ten Du­sche: Karl-Heinz Rum­me­nig­ge. „Sei­ne Kri­tik fruch­tet, das Team weiß, dass es in der Bring­schuld steht“, hat­te Ott­mar feld bei Sky ana­ly­siert.

Spiel­freu­de und In­spi­ra­ti­on wa­ren tat­säch­lich wie­der da, aber be­vor auch nur ei­ne Mi­nu­te ge­spielt war, hat­te man schon das Ge­fühl, dass aus der Mi­ni­Kri­se nur noch ei­ne klei­ne Form­del­le ge­wor­den war – der hef­ti­gen, öf­fent­li­chen Kri­tik Rum­me­nig­ges und der in­ter­nen An­spra­che Car­lo An­ce­lot­tis we­gen. „Ich muss klar und deut­lich sa­gen, dass ich das nicht emo­tio­nal ge­sagt ha­be son­dern über­legt. Ich ha­be ge­hofft, dass es die­se öf­fent­li­che Re­so­nanz gibt“, er­klär­te Rum­me­nig­ge, der ja vor al­lem die Ein­stel­lung in den letz­ten Spie­len be­män­gelt hat­te. „Es geht um das Auf­tre­ten! Ich glau­be, die Spie­ler wis­sen jetzt, wor­auf es an­kommt. Sie dür­fen sich nicht ge­hen las­sen“, füg­te er an. Da­von wa­ren sie auch weit ent­fernt dies­mal. „Wir ha­ben sehr gut an­ge­fan­gen und so­fort do­mi­niert, Druck nach vor­ne ge­macht und Chan­cen kre­iert“, freu­te sich Ar­jen Rob­ben. Dann kam das Aber: „Wenn man so viel nach vor­ne spielt, muss man im Um­schal­ten gut ste­hen. Es kann nicht sein, dass drei Leu­te frei auf un­ser Tor zu­lau­fen. Das kann nicht sein, denn nur so kön­nen sie uns ge­fähr­lich wer­den.“

In der Tat ste­hen die Bay­ern gut da, aber was bei all­zu gu­ter Lau­ne pas­sie­ren kann, wis­sen sie ja auch nach die­sem Spiel – sie­he Mi­nu­te 41. In die­ser Si­tua­ti­on be­män­gel­te Oliver Kahn im ZDF, dass „die so­ge­nann­te Rest­ab­si­che­rung fehlt, wenn man mal in ei­nen Kon­ter läuft. Als Alon­so den Ball ver­liert,

Mit ei­ner über­zeu­gen­den Leis­tung hat sich Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach in der hit­zi­gen At­mo­sphä­re des Glas­go­wer Cel­tic Parks al­le Chan­cen auf das Ach­tel­fi­na­le der Cham­pi­ons Le­ague er­hal­ten. Der Bun­des­li­ga­neun­te ge­wann am Mitt­woch trotz gro­ßer Per­so­nal­not beim schot­ti­schen Meis­ter mit 2:0 (0:0) und schob sich durch den Pre­mie­ren­sieg die­ser Kö­nigs­klas­sen-Sai­son auf Rang drei der Grup­pe C.

Vor 60 000 Zu­schau­ern er­ziel­ten Lars St­indl (57. Mi­nu­te) und An­dré Hahn (77.) die Tref­fer für die Gäs­te. „Das war ein sind die bei­den Au­ßen­ver­tei­di­ger Ala­ba und Lahm sehr weit auf­ge­rückt und kom­men nicht hin­ter­her, Hum­mels ge­nau­so­we­nig.“Der war zwar der Letz­te in der Feh­ler­ket­te, such­te bei der Beur­tei­lung die­ser Sze­ne aber trotz­dem kei­ne Aus­flüch­te. „Ent­we­der ge­he ich drauf und ver­hin­de­re den Pass oder ich lau­fe den Geg­ner nach hin­ten ab – mir ist kei­nes da­von ge­lun­gen, al­so war es falsch“, sag­te er.

Den­noch stand am En­de ein kla­rer Sieg, und der FC Bay­ern ist in der Spur – wo­bei Oliver Kahn im ZDF auch ei­ne grund­sätz­li­che Fra­ge stell­te. Die nach dem Sys­tem: sehr, sehr gu­ter Auf­tritt un­se­rer Mann­schaft. Wir wol­len in Eu­ro­pa über­win­tern und da ha­ben wir ei­nen gro­ßen Schritt ge­macht“, schwärm­te Glad­bachs Sport­di­rek­tor Max Eberl bei Sky und äu­ßer­te sich be­geis­tert von der At­mo­sphä­re in Glas­gow. „Aber jetzt hört man nur noch un­se­re Fans. Das zeigt, wie das Spiel aus­ge­gan­gen ist.“

Mit ei­nem wei­te­ren Er­folg im Rück­spiel in zwei Wo­chen wä­re den Glad­ba­chern zu­min­dest die wei­te­re Teil­nah­me an der Eu­ro­pa Le­ague kaum noch zu neh­men. Mit 3 Punk­ten liegt die Bo­rus­sia vor Cel­tic (1) und „An­ce­lot­ti spielt im­mer die­ses 4-3-3 – da wüss­te ich als geg­ne­ri­scher Trai­ner, wor­auf im mich ein­zu­rich­ten ha­be. An­ce­lot­ti bringt die­ses Sys­tem mit, und möch­te das um­set­zen. Da bin ich mal ge­spannt, ob das funk­tio­niert.“In Sa­chen Of­fen­si­ve funk­tio­niert es, das sieht auch Kahn. Aber die von ihm an­ge­mahn­te Rest­ab­si­che­rung kann auch symbolisch ge­se­hen wer­den. Und der Ti­tan ist de­fi­ni­tiv eher Kalt- als Warm­du­scher. Wer auf ihn hört, kriegt bes­se­re Lau­ne – sie­he Text­an­fang. darf so­gar mit den ers­ten K.o.Spie­len in der Kö­nigs­klas­se seit 1978 lieb­äu­geln. Man­ches­ter Ci­ty (4) ist nach dem 0:4 in Bar­ce­lo­na – mit drei Mes­si-Tref­fern – hin­ter Spit­zen­rei­ter FC Bar­ce­lo­na (9) wie­der in Reich­wei­te. Der star­ke Auf­tritt bringt vor dem Bun­des­li­ga-Klas­si­ker beim FC Bay­ern am Sams­tag­abend auch wie­der et­was mehr Ru­he für An­dré Schu­bert. Bo­rus­si­as Coach war nach zu­vor nur ei­nem Sieg in den ver­gan­ge­nen fünf Pflicht­spie­len in die öf­fent­li­che Kri­tik ge­rückt. In Glas­gow über­zeug­te Schu­berts tak­ti­sche Um­stel­lung auf die Vie­rer­ket­te, auch die über­ra­schen­de Auf­stel­lung von Jo­nas Hof­mann er­wies sich als rich­ti­ger Griff.

Beim FC Ar­senal glänz­te der­weil Welt­meis­ter Me­sut Özil, der beim 6:0 (2:0)-Kan­ter­sieg ge­gen den bul­ga­ri­schen Meis­ter Lu­do­go­rez Ras­grad ei­nen lu­pen­rei­nen Hattrick er­ziel­te. Özil hat­te zu­nächst das zwei­te Tor von Theo Wal­cott (42.) vor­be­rei­tet.

Fo­to: Reuters

Glad­bachs Ves­ter­gaard im Du­ell mit Dem­be­le

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