CSU will Bett­lerHun­de ver­bie­ten

Nach -Be­richt: CSU will neue Re­geln ge­gen die Bet­tel-Ma­fia

tz - - ERSTE SEITE - AR­MIN GEI­ER

Sie lie­gen meist ein­fach nur da. Be­we­gungs­los. Die Hun­de der Bet­tel­Ma­fia. Wie die tz am Di­ens­tag ex­klu­siv be­rich­te­te, sind vie­le der ar­men Vie­cherl mit Schmerz­mit­teln voll­ge­pumpt, um sich ja ru­hig zu ver­hal­ten. Doch mit dem tie­ri­schen Mit­leid­strick der Ban­den soll bald Schluss sein – je­den­falls wenn es nach der CSU-Stadt­rats­frak­ti­on geht: Die reich­te nun ei­nen An­trag ein, dass Bet­tel-Hun­de ver­bo­ten wer­den sol­len.

„Uns geht es hier nicht nur dar­um, das Be­täu­ben der Hun­de zu un­ter­bin­den, son­dern zu ver­hin­dern, dass Hun­de ge­ne­rell ein­ge­setzt wer­den, um Mit­leid zu er­re­gen“, er­klärt CSU-Stadt­rä­tin Dr. Eve­ly­ne Men­ges. Frü­her hät­te die Bet­tel-Ma­fia gar Kin­der ein­ge­setzt, um den Pas­san­ten mehr Geld aus der Ta­sche zu zie­hen. „Das ist zum Glück längst ver­bo­ten.“Nun müs­se der Hun­de-Trick ge­stoppt wer­den. Men­ges be­tont: „Uns geht es hier nur um das ge­werbs­mä­ßi­ge Bet­teln. Der Hilfs­be­dürf­ti­ge, der seit Lan­gem ei­nen Hund hat, darf die­sen na­tür­lich be­hal­ten.“

Aber wie kann man der Bet­tel-Ma­fia ver­bie­ten, Vier­bei­ner zu be­sit­zen? Laut Po­li­zei wer­den die Vie­cherl von Hin­ter­män­nern so­gar ver­mie­tet – in­klu­si­ve Impf­pass. Dr. Eve­ly­ne Men­ges und ih­re CSU-Kol­le­gen for­dern da­her ei­ne Än­de­rung derSon­der­nut­zungs­sat­zung. Die­se greift, wenn öf­fent­li­cher Stra­ßen­grund über den Ge­mein­ge­brauch (Ge­hen, Fah­ren, Par­ken) hin­aus ge­nutzt wird. Hier könn­te ver­an­kert wer­den, dass Hun­de von or­ga­ni­sier­ten Bett­lern nicht mit­ge­führt wer­den dür­fen. Beim Bet­teln mit Tie­ren „han­delt es sich um ei­ne un­er­laub­te Son­der­nut­zung“, so die CSU.

Dann stellt sich aber die Fra­ge: Wie un­ter­schei­det man ei­nen „ech­ten“Bett­ler mit Hund von ei­nem Mit­glied der ost­eu­ro­päi­schen Ar­muts-Ma­fia? Hier könn­te sich Men­ges ei­ne Art Bet­tel-Ge­neh­mi­gung vor­stel­len. „Bett­ler müss­ten dann beim KVR ei­ne Er­laub­nis für ih­re Tä­tig­keit be­an­tra­gen – ähn­lich wie Stra­ßen­mu­si­ker.“Das leg­te die or­ga­ni­sier­ten Ban­den lahm. „Denn die Be­hör­den hät­ten ei­ne Hand­ha­be.“Wer kei­ne Er­laub­nis hat, geht.

Beim KVR wird der An­trag nun ge­prüft. Ges­tern sag­te aber ein Spre­cher ge­gen­über der tz: „Das mit der Bet­tel-Ge­neh­mi­gung ist schwer vor­stell­bar, da das stil- le Bet­teln ge­ne­rell je­dem er­laubt ist.“Man wer­de die Si­tua­ti­on aber ju­ris­tisch genau un­ter­su­chen.

Der­weil hat Dr. Eve­ly­ne Men­ges für die Münch­ner noch ei­nen Rat: „Wer den Bett­ler-Hun­den hel­fen will, soll­te kein Geld spen­den, son­dern lie­ber ein Radl Wurst hin­le­gen.“

Die Zahl der Bett­ler mit Hund nimmt in der Stadt wei­ter zu. Das will die CSUS­tadt­rats­frak­ti­on jetzt stop­pen

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.