FC Bay­ern

4:1 Mi­ni-Kri­se be­en­det

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Die Son­ne scheint wie­der über der Sä­be­ner Stra­ße. Nach drei Spie­len oh­ne Sieg hat der FC Bay­ern ges­tern ge­gen die PSV aus Eind­ho­ven wie­der ei­nen Drei­er ein­ge­fah­ren und nach dem 4:1 (2:1) wei­ter­hin al­le Chan­cen auf den ers­ten Platz in der Grup­pe D. Spie­le­risch lief es auch rund, nur der ein oder an­de­re De­fen­siv­aus­set­zer hin­ter­ließ ei­nen Bei­ge­schmack. Denn es hät­te auch an­ders lau­fen kön­nen, hät­ten die Gäs­te ih­re Chan­cen ge­nutzt. „Es muss noch mehr Ak­ti­on kom­men“, so Trai­ner Car­lo An­ce­lot­ti im ZDF. „Das war noch nicht ge­nug.“

Die Bay­ern hat­ten of­fen­sicht­lich gut ge­näch­tigt im Ho­tel Dol­ce, zu­min­dest die An­fangs­pha­se leg­te die­sen Schluss na­he. An­ders die Hol­län­der, die sich di­rekt in der 13. Mi­nu­te ein Kol­lek­tiv­ni­cker­chen gönn­ten. Nach ei­nem Le­wy-Ham­mer wehr­te PSV-Schluss­mann Zo­et den Ball ins Tor­aus ab, wor­auf der Rest der Eind­ho­ve­ner mal eben in den Schlum­mer­mo­dus schal­te­te. Das Re­sul­tat: Mül­ler stand mut­ter­see­len­al­lein am Fün­fer­eck, fuch­tel­te, be­kam die Ecke von Rob­ben in den Fuß und schoss die Ro­ten im Nach­schuss in Füh­rung. 1:0 (13.), En­de der Mül­ler­schen Tor­flau­te – al­les wie­der gut al­so.

Es war ver­dient. Nicht nur, dass An­ce­lot­tis Män­ner in den ers­ten zehn Mi­nu­ten ge­gen PSV ge­fühlt mehr Chan­cen hat­ten als in den ver­gan­ge­nen drei Par­ti­en zu­sam­men, sie mach­ten auch nach dem schnel­len Tref­fer im Wie­der­gut­ma­chungs-Mo­dus wei­ter. Ho­hes Pres­sing, viel Ball­be­sitz und da­mit auch Chan­cen. Erst stol­per­te Eind- ho­vens Mo­re­no den Ball nach Ala­ba-Her­ein­ga­be an den Pfos­ten, und dann war – wer sonst? – King Kim­mich an der Rei­he. Mi­nu­te 21: Bo­gen­lam­pe Ala­ba von links, die dem völ­lig un­be­dräng­ten Senk­recht­star­ter des FCB auf der Tor­li­nie auf den Kopf fällt und von dort aus ins Netz kul­lert. 2:0. Kri­se? Wel­che Kri­se?

Man merk­te: Die Münch­ner fühl­ten sich in der Eh­re ge­kränkt, was für die Nie­der­län­der be­son­ders in Ver­bin­dung mit ih­rer ei­ge­nen Un­fä­hig­keit nur ei­ne be­dingt gu­te Nach­richt war. Ein­zi­ge gu­te Nach­richt für die Män­ner von Phil­lip Co­cu: Das Pro­blem mit der man­geln­den Chan­cen­ver­wer­tung hat­te sich in der Al­li­anz Are­na er- le­digt – ganz ein­fach weil sie kei­ne Chan­cen hat­ten. Bis zur 39. Mi­nu­te. Pe­rei­ro schob die Ku­gel nach Alon­so-Ball­ver­lust ins Netz, schei­ter­te al­ler­dings an Neu­ers klas­si­schem Re­kla­mier­arm. Ab­seits. War aber keins. War PSV aber egal. Zwei Mi­nu­ten spä­ter häm­mer­te Nar­singh die Ku­gel (er­neut) aus re­gel­kon­for­mer Po­si­ti­on in den Win­kel und es ging mit 2:1 ging es zum Pau­sen­tee.

Na hop­pa­la. Das Ge­tränk wirk­te. Die Münch­ner ka­men wie von der Ta­ran­tel ge­sto­chen zu­rück aufs Spiel­feld, Thia­go spiel­te Le­wy frei, doch sein Ab­schluss roll­te Mil­li­me­ter an Zo­ets Kas­ten vor­bei. Sym­pto­ma­tisch für die ak­tu­el­le La­ge beim FCB: Kei­ne Mi­nu­te spä­ter kam de Jong bei ei­nem Kol­lek­ti­vBlack­out der Ab­wehr frei vor Neu­er zum Kopf­ball, ziel­te aber et­was zu hoch. Kurz dar­auf kam Pe­rei­ro er­neut frei vor Neu­er zum Ab­schluss, die Münch­ner Num­mer eins pa­ri­er- te aber glän­zend. Auf ein­mal der FCB im Schlum­mer­mo­dus – und die PSV lau­er­te auf Chan­cen. Nur: Sie be­ka­men kei­ne mehr. Le­wy staub­te ei­nen Rob­ben-Clas­sic (rein­zie­hen, drauf­zie­hen) per Kopf ab (59.) und Rob­ben mach­te das 4:1 (84.), erst­mals per Kopf. „Man ist nie zu alt, um ein Kopf­ball­tor zu ma­chen“, grins­te er bei Sky. Mi­ni-Kri­se ab­ge­wen­det. Aber: Rund läuft’s noch nicht. Da­für stim­men die Er­geb­nis­se wie­der. Und das zählt.

Fo­to: Mis Fo­to: Sampics Fo­to: Get­ty

De­fen­siv aus­bau­fä­hig, of­fen­siv or­dent­lich: Thomas Mül­ler & Co. ha­ben nach zwei Un­ent­schie­den die PSV Eind­ho­ven be­zwun­gen Le­wan­dow­ski traf zum 3:1 Na al­so, geht doch: Tor­schüt­ze Thomas Mül­ler nach sei­nem Tref­fer zum 1:0

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