So alt wer­den die Bay­ern

Le­bens­er­war­tung steigt

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Die Deut­schen wer­den im­mer äl­ter! Ein neu­ge­bo­re­nes Mäd­chen hat sta­tis­tisch ge­se­hen rund 83 Jah­re und ei­nen Mo­nat vor sich, ein Bub 78 Jah­re und zwei Mo­na­te. Das teil­te das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt in Wies­ba­den ges­tern auf der Ba­sis der To­des­fäl­le der Jah­re 2013/2015 mit. Die tz fasst die wich­tigs­ten Fak­ten zum The­ma Le­bens­er­war­tung für Sie zu­sam­men. ■ Män­ner und Frau­en: Der Un­ter­schied zwi­schen den Ge­schlech­tern ist deut­lich. Ein neu­ge­bo­re­nes Mäd­chen hat sta­tis­tisch ge­se­hen ein rund vier Jah­re und elf Mo­nat län­ge­res Le­ben, als ein neu­ge­bo­re­ner Bub. In den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren ha­ben die Män­ner aber deut­lich auf­ge­holt: Ih­re Le­bens­er­war­tung hat in die­sem Zei­t­raum um fünf Jah­re und zwei Mo­na­te zu­ge­nom­men, bei den Frau­en um drei Jah­re und sie­ben Mo­na­te. ■ Re­gio­na­le Un­ter­schie­de: Der Ab­stand zwi­schen den Bun­des­län­dern mit der höchs­ten und der nied­rigs­ten Le­bens­er­war­tung hat sich in den ver­gan­ge­nen zwei Jahr­zehn­ten fast hal­biert. Er be­trägt bei den neu­ge­bo­re­nen Bu­ben noch rund drei Jah­re und vier Mo­na­te, bei den Mäd­chen noch ein Jahr und neun Mo­na­te. Die Be­grün­dung der Ex­per­ten: Die Le­bens­ver­hält­nis­se in Ost und West ha­ben sich in die­sem Zei­t­raum an­ge­gli­chen. ■ Die Spit­zen­wer­te: Die höchs­te Le­bens­er­war­tung ha­ben Neu­ge­bo­re­ne bei­der Ge­schlech­ter in Ba­den-Würt­tem­berg. Mäd­chen wer­den nach der Mo­dell­rech­nung im Süd­wes­ten fast 84 Jah­re, Bu­ben 79,5 Jah­re alt. ■ Der Ne­ga­tiv­re­kord: Am nied­rigs­ten ist die Le­bens­er­war­tung für männ­li­che Säug­lin­ge in Sach­sen-An­halt mit 76 Jah­ren und zwei Mo­na­ten und für weib­li­che im Saar­land mit 82 Jah­ren und zwei Mo­na­ten. ■ Zah­len in Bay­ern: Die Le­bens­er­war­tung hat dort wei­ter zu­ge­nom­men. Für neu­ge­bo­re­ne Mäd­chen be­trägt sie 83,5 Jah­re und für Bu­ben 78,9 Jah­re, wie das zu­stän­di­ge Lan­des­amt in Fürth ges­tern be­kannt gab. Be­mer­kens­wert: Frau­en, die be­reits 65 Jah­re über­lebt ha­ben, ha­ben sta­tis­tisch ge­se­hen wei­te­re 21,1 Le­bens­jah­re vor sich. Bei 65-jäh­ri­gen Män­nern sind es wei­te­re 18,1 Le­bens­jah­re.

Schlüs­sel zu ei­nem lan- en Le­ben: Vor al­lem auf das le­bens­lan­ge Be­we­gungs­ver­hal­ten kom­me es an, so Prof. Jür­gen Bau­er, Prä­si­dent der Deut­schen Ge­sell­schaft für Ger­ia­trie (Al­ters­me­di­zin). Mög­li­cher­wei­se zei­ge sich der ne­ga­ti­ve Ef­fekt von sit­zen­der Ar­beit all­mäh­lich. „Man muss sehr viel Frei­zeit ins Be­we­gungs­ver­hal­ten in­ves­tie­ren, um die­se ne­ga­ti­ven Ef­fek­te des Sit­zens aus­zu­glei­chen.“Der Ex­per­te emp­fiehlt des­halb 30 bis 60 Mi­nu­ten Sport pro Tag. Au­ßer­dem wich­tig für die Ge­sund­heit im Al­ter: gu­te So­zi­al­kon­tak­te. „Das müs­sen wir im Au­ge be­hal­ten, wenn sich ei­ne Ge­sell­schaft teil­wei­se im­mer mehr zu Ein­zel­gän­gern ent­wi­ckelt“, so Prof. Jür­gen Bau­er. ■ Gibt es ei­ne Gren­ze der ma­xi­ma­len Le­bens­zeit? Dar­über ist vor rund zwei Wo­chen ein Streit in der For­schung ent­brannt. US-Wis­sen­schaft­ler ge­hen nach ei­ner Ana­ly­se von de­mo­gra­fi­schen Da­ten da­von aus, dass die Le­bens­zeit ei­ne na­tür­li­che Ober­gren­ze hat. Die Wahr­schein­lich­keit, dass ein Mensch je­mals äl­ter als 125 Jah­re wer­de, sei ex­trem ge­ring. Der Grün­dungs­di­rek­tor des Max-Planck-In­sti­tuts für de­mo­gra­fi­sche For­schung in Ros­tock, Ja­mes Vau­pel, sieht da­ge­gen kei­ne Hin­wei­se auf ei­ne sol­che Gren­ze.

Die Le­bens­er­war­tung in Bay­ern hat wei­ter zu­ge­nom­men

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