Preis­brem­se! Ge­richt ent­schei­det für Mie­te­rin

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Seit 1. Au­gust 2015 gilt die Miet­preis­brem­se in Mün­chen. Neu ver­mie­te­te Woh­nun­gen dür­fen seit­her nur noch ma­xi­mal zehn Pro­zent über der orts­üb­li­chen Ver­gleichs­mie­te lie­gen. Das Ge­setz wird aber tag­täg­lich ge­bro­chen – dies so­gar auf aus­drück­li­chen Rat des Haus- und Grund­be­sit­zer­ver­eins Mün­chen, wie des­sen Vor­sit­zen­der Ru­dolf Stür­zer ein­räumt. „Wir hal­ten die Miet­preis­brem­se für recht­lich nich­tig. Des­halb be­ra­ten wir un­se­re Mit­glie­der auch, sich nicht an das Ge­setz zu hal­ten.“

Im Sep­tem­ber ver­han­del­te das Amts­ge­richt Mün­chen erst­mals ei­ne Kla­ge rund um die Miet­preis­brem­se. Im kon­kre­ten Fall hat­te ei­ne Frau im De­zem­ber 2015 den Miet­ver­trag für ei­ne Drei­zim­merDach­ge­schoss woh­nung in der Isar­vor­stadt un­ter­schrie­ben. Sie soll­te 1300 Eu­ro warm kos­ten. Die Vor­mie­te­rin hat­te 190 Eu­ro pro Mo­nat we­ni­ger be- zahlt. Neu ver­mie­te­te Woh­nun­gen dür­fen laut Miet­preis­brem­se aber nur noch ma­xi­mal zehn Pro­zent über der orts­üb­li­chen Ver­gleichs­mie­te lie­gen (in die­sem Fall 910 Eu­ro). Die Mie­te­rin bat dar­auf­hin den Mie­ter­ver­ein, ei­nen Ver­stoß ge­gen die Miet­preis­brem­se zu prü­fen. Dar­auf­hin ver­such­te der Ver­mie­ter, die Mie­te­rin los­zu­wer­den. Be­grün­dung: Der Miet­ver­trag sei nich­tig, weil die jun­ge Frau den Ver­mie­ter „arg­lis­tig ge­täuscht“ha­be, in­dem sie vor­gab, die ver­ein­bar­te Mie­te be­zah­len zu wol­len. In Wahr­heit ha­be sie be­reits vor dem Un­ter­schrei­ben des Ver­trags vor­ge- habt, hin­ter­her die Miet­hö­he zu rü­gen. Die jun­ge Frau wur­de vom Ver­mie­ter auf­ge­for­dert, die Woh­nung zu räu­men. Weil sie sich wi­der­setz­te, zog der Ver­mie­ter vor Ge­richt. Im Sep­tem­ber wies das Amts­ge­richt die Kla­ge ab. Es stell­te fest, dass der Ver­mie­ter die Miet­preis­brem­se miss­ach­tet hat­te.

Die jun­ge Frau zahlt in­zwi­schen so viel Kalt­mie­te wie ih­re Vor­gän­ge­rin. Beim Münch­ner Mie­ter­ver­ein ist man zu­frie­den. „Hät­te der Ver­mie­ter die Kla­ge ge­won­nen, wä­re das ge­sam­te Ge­setz ad ab­sur­dum ge­führt wor­den“, sagt Ge­schäfts­füh­rer Vol­ker Ra­stät­ter.

Ru­dolf Stür­zer vom Hau­sund Grund­be­sit­zer­ver­ein

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