„Wir ba­cken das“

tz - - ANZEIGE -

Wer Mit­glied in der Bä­cker-In­nung Mün­chen und Lands­berg ist, muss sich mit sei­nen Er­zeug­nis­sen nicht ver­ste­cken. Da stimmt ein­fach al­les: Der Ge­schmack, die Viel­falt und die Qua­li­tät. Das hat wie­der die mitt­ler­wei­le 44. Brot­prü­fung deut­lich ge­zeigt. Von A wie Au­mül­ler bis Z wie Zöttl. Nicht we­ni­ger als 19 Bä­cker nah­men die ent­spre­chen­de Aus­zeich­nung („sehr gut“) ent­ge­gen. Die An­zahl der Brot­sor­ten war – ein­mal mehr – enorm groß. Ob Din­kel- oder Blü­ten­krus­te, Bau­ern­brot oder Voll­korn­brot, Rüb­li­brot, Kas­ten-Weiß­brot, oder Tos­kan­ab­rot: beim Brot be­frie­di­gen Mün­chens Bä­cker je­de Ge­schmacks­rich­tung. Am Wett­be­werb be­tei­lig­ten sich 20 Be­trie­be der Bä­ckerIn­nung Mün­chen und Lands­berg. Zur Über­prü- fung stan­den ex­akt 401 Bro­te an. Da­bei durf­ten we­der das Ring­nuss­brot, das Dop­pelk­rus­ti­ge Bau­ern­brot, die Per­la­cher Din­kelk­rus­te, das Rüb­li­brot oder die Gre­en Mam­ba feh­len. Letzt­ge­nann­tes Backerzeug­nis von Din­kel­bä­cker Dü­mig aus Haar, er­in­ner­te schon op­tisch an ei­ne Grü­ne Mam­ba. „Ge­schmack­lich hin­ge­gen ist das mit ei­nem grü­nen Al­gen­man­tel um­hüll­te Brot ei­ne wah­re De­li­ka­tes­se, die es un­se­ren Kun­den rich­tig an­ge­tan hat“, freu­te sich Che­fin Ge­ral­di­ne Dü­mig.

Fe­st­red­ner Hein­rich Traublin­ger ju­ni­or ver­säum­te es nicht, die Ge­schich­te des Bro­tes Re­vue pas­sie­ren zu las­sen. So stieg die Zahl der Brot­sor­ten in den ver­gan­ge­nen 35 Jah­ren von 300 auf mitt­ler­wei­le 3500. Der stell­ver­tre­ten­de Ober­meis­ter der Bä­cker-In­nung Mün-

Kai­ser Lud­wig der Bay­er spielt im Ge­schichts­be­wußt­sein der Münch­ner Bä­cker­ge­sell­schaft ei­ne gro­ße Rol­le. Der Über­lie­fe­rung nach ret­te­ten die „Münch­ner Pöck­henk­nech­te“dem Kai­ser am 28. Sep­tem­ber 1322 in der Schlacht bei Mühl­dorf und Amp­fing ge­gen die Ös­ter­rei­cher das Le­ben. Der Kai­ser schenk­te ih­nen da­für ein Häu­schen im Tal, das Bru­der­schafts­häus­chen, und ge­stat­te­te ih­nen, in ih­rem Sie­gel den kai­ser­li­chen Ad­ler füh­ren zu dür­fen, der auch heu­te noch im be­rufs­stän­di­schen Em­blem des Münch­ner Bä­cker­hand­werks auf­taucht. Das Bru­der­schafts­häus­chen im Tal wur­de 1808 ver­kauft und da­für das An­we­send Kreuz­stra­ße 9 für Her­bergs­zwe­cke er­wor­ben. Wie ernst es der Münch­ner Bä­cker­schaft im­mer war, den his­to­risch er­wor­be­nen chen und Lands­berg wur­de bei­na­he phi­lo­so­phisch, als er die „Be­deu­tung des Bro­tes in un­se­rer Zeit“be­schrieb. Ist Brot heu­te wirk­lich noch ein Gr­und­nah­rungs­mit­tel? Wie er­nährt sich die Be­völ­ke­rung heu­te? Was hat Brot heu­te noch für ei­nen Stel­len­wert in un­se­rer Ge­sell­schaft? Fra­gen über Fra­gen, die der Vi­ze-Ober­meis­ter gleich selbst be­ant­wor­te­te. „Brot ist nicht nur das Gr­und­nah­rungs­mit­tel Num­mer eins, Brot heißt auch Ge­nuss zu je­der Mahl­zeit. Hand­werk­lich ge­fer­tig­tes Brot ist ein Teil un­se­rer Kul­tur, ge­ra­de bei uns in Bay­ern.“Geht es nach Traublin­ger ju­ni­or, soll das Be­wusst­sein für das Kul­tur­gut Brot per­ma­nent wach­ge­hal­ten wer­den. Des­halb fin­det am nächs­ten Tag des Bro­tes, am 16. Mai 2017, ein Brot­markt auf dem Münch­ner Vik­tu- Be­sitz­stand zu wah­ren, geht aus Fol­gen­dem her­vor: Auf die his­to­ri­sche Hel­den­tat der Münch­ner „Pöck­henk­nech­te“weist heu­te noch ei­ne über­le­bens­gro­ße St­ein­plas­tik, ei­nen „Pöck­henk­necht mit Lan­ze dar­stel­lend“, am ehe­ma­li­gen Stand­ort des Bä­cker­häus­chens, am Dänt­l­haus im Tal, Ecke Tal/Hoch­brü­cken­stra­ße hin. Kai­ser Lud­wig der Bay­er wur­de zu al­len Zei­ten und von al­len Be­völ­ke­rungs­schich­ten sehr ver­ehrt. Aus die­ser Ver­eh­rung her­aus stif­te­te 1905 der Groß­braue­rei­be­sit­zer Mat­thi­as Pschorr das Kai­serLud­wig-Denk­mal auf dem gleich­na­mi­gen Platz in Mün­chen (ge­schaf­fen von Fer­di­nand von Mil­ler). Das Denk­mal wur­de am 24. Ju­ni 1905 un­ter An­we­sen­heit von Prinz­re­gent Luit­pold und Mit­glie­dern des kgl. Hau­ses ent­hüllt.

Fo­to: fkn

Die Münch­ner Bä­cker und Kai­ser Lud­wig der Bay­ern sind eng ver­bun­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.