So ko­piert Ha­mil­ton Ni­co Ros­berg

Ni­co hat Le­wis zu­ge­setzt, al­so ko­piert er ihn – und ist schlech­ter als das Ori­gi­nal

tz - - ERSTE SEITE - RALF BACH

Ni­co Ros­berg gilt auch beim USAGP am Sonn­tag in Aus­tin als Fa­vo­rit. Mer­ce­des-Team­kol­le­ge Le­wis Ha­mil­ton wirkt an­ge­schla­gen. Rei­fen­test­fahr­ten letz­te Wo­che in Bar­ce­lo­na sag­te er we­gen ei­ner Fuß­ver­let­zung ab. Er glaubt selbst kaum noch, dass er den Ti­tel bei 33 Punk­ten Rück­stand auf Ros­berg und vier noch zu fah­ren­den Ren­nen ho­len kann. Al­lein – die ent­schei­den­de Fra­ge ist: Was hat der Deut­sche 2016 ge­än­dert, um nach zwei WM-Nie­der­la­gen in Fol­ge dies­mal am En­de den WM-Po­kal in den Hän­den zu hal­ten? Ger­hard Ber­ger (57), der Mit­te des Jah­res für Ros­berg die Ver­trags­ver­län­ge­rung mit Mer­ce­des aus­han­del­te, hat ei­ne The­se: „Ni­co hat Le­wis im Kopf be­siegt. Das hat­te er in den Vor­jah­ren ge­lernt. Denn mit glei­chen Mit­teln hast du ge­gen Ha­mil­ton kei­ne Chan­ce, da­für ist er zu schnell. Ni­co ver­un­si­cher­te in die­sem Jahr Le­wis aber so sehr, dass er sein ei­ge­nes Sys­tem auf­gab und ver­such­te, die Er­folgs­for­mel Ros­berg zu ko­pie­ren. Und das mach­te Ni­co stark und Le­wis schwä­cher.“Die tz ging der The­se nach. In der Tat: Ha­mil­ton ko­piert Ros­berg. So­gar bei Klei­nig­kei­ten. Bei­spie­le: ■ Hand­schu­he: Vor dem Ma­lay­si­aGP ließ sich der Bri­te ei­ne spe­zi­el­le Naht an den Renn-Hand­schu­hen ent­fer­nen – nach­dem er raus­fand, dass dies Ros­berg zu­vor auch ge­tan hat­te. Mer­ce­des-Mo­tor­sport­chef To­to Wolff kennt den Grund für Ha­mil­tons Ko­pi­er-Wahn: „Weil Ni­co, bei al­lem was er macht, so prä­zi­se ist, will das Le­wis auch.“■ Fahr­zeug­ab­stim­mung: Es war in Su­zu­ka nicht das ers­te Mal, dass Ha­mil­ton vor dem Qua­li­fy­ing die Fahr­zeug­ab­stim­mung über­nahm, die der Deut­sche zu­vor her­aus­ge­fah­ren war, wäh­rend sich Ha­mil­ton da­rin ver­zet­telt hat­te. ■ Ver­trä­ge: Wie Ros­berg ver­han­del­te Ha­mil­ton den neu­en Mer­ce­des-Ver­trag selbst. Sein „Ger­hard Ber­ger“wa­ren An­wäl­te. Der Deut­sche kennt Ha­mil­tons Klon-Ver- hal­ten seit der Kind­heit. Ros­berg: „Als ich zum Spaß Ein­rad­fah­ren lern­te, konn­te Le­wis das ein paar Ta­ge spä­ter auch.“■ Mo­tor­ho­mes: Ros­berg fing da­mit an, in Wohn­mo­bi­len an der Renn­stre­cke zu woh­nen (Fo­to oben sein da­ma­li­ges bei Wil­li­ams). Ha­mil­ton, frü­her nur in Lu­xus­ho­tels un­ter­wegs, macht das seit die­ser Sai­son auch. ■ Team: Wie Ros­berg hat Ha­mil­ton mitt­ler­wei­le ei­ne klei­ne Mann­schaft um sich her­um auf­ge­baut. Sein Mäd­chen für al­les ist der bri­ti­sche Ex-F3-Cham­pi­on Mark Hy­nes (38). Hy­nes war es, der in Un­garn den Renn­kom­mis­sa­ren in­ter- neDa­ten zu­kom­men ließ, die­be­wei­sen soll­ten, dass der Deut­sche im Qua­li­fy­ing un­ter Warn­flag­gen zu schnell war und des­halb be­straft ge­hör­te. ■ So­ci­al Me­dia: Ha­mil­ton ar­bei­te­te bis vor Kur­zem in den so­zia­len Me­di­en nur mit Fo­tos. Seit Neu­es­tem ist er auf der Su­che nach ei­nem pro­fes­sio­nel­len Leib­fo­to­gra­fen, den Ni­co Ros­berg mit Paul Rip­ke (35) schon seit An­fang des Jah­res hat.

Ber­gers Fa­zit: „Ni­co trat so cool und sou­ve­rän auf, ging 2016 in je­dem Ren­nen so kon­se­quent sei­nen Weg, dass Le­wis be­gann, an sei­ner ei­ge­nen Stär­ke zu zwei­feln.“

Fo­tos: dpa, Twit­ter

Le­wis Ha­mil­ton in­sze­niert sich ger­ne – hier in ei­ner Fo­to­stre­cke für das Ma­ga­zin Prestige

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