„Wir se­hen uns im Him­mel wie­der“

tz - - MÜNCHEN+REGION - MDU

Die Nym­phen­bur­ger Stra­ße hat­te am Frei­tag vor ei­ner Wo­che ei­nem Trüm­mer­feld ge­gli­chen. Ein 86-jähriger Rent­ner war an ei­ner Am­pel­kreu­zung in die dort war­ten­den Au­tos ge­kracht – das kos­te­te die 25-jäh­ri­ge Ru­za V. das Le­ben. An die­sem Frei­tag wur­de sie mit ei­ner be­we­gen­den Trau­er­fei­er und un­ter gro­ßer An­teil­nah­me zu Gr­a­be ge­tra­gen.

Jetzt steht auf dem Gr­ab am West­fried­hof ein schlich­tes Holz­kreuz, an dem das Ster­be­bild­chen der hüb­schen Frau an­ge­bracht ist. Ne­ben das Fo­to hat die Fa­mi­lie fol­gen­des Kin­der­ge­bet dru­cken las­sen: „Schutz­en­gel mein, lass mich dir emp­foh­len sein, in al­len Nö­ten steh mir bei und hal­te mich von Sün­den frei, bei Tag und Nacht ich bit­te dich, be­schüt­ze und be­wah­re mich.“Ih­re Fa­mi­lie leg­te ei­nen Ro­sen­kranz nie­der auf dem die Wor­te „Wir se­hen uns im Him­mel wie­der“ste­hen. Und ihr Freund ver­ab­schie­de­te sich mit ei­nem Ro­sen­kranz.

Ne­ben ih­rer Fa­mi­lie und ih­ren Freun­den nah­men auch zahl­rei­che Mit­ar­bei­ter des Jus­tiz­zen­trums Nym­phen­bur­ger Stra­ße an der Trau­er­fei­er teil. Ru­za V. hat­te dort als Fach­an­ge­stell­te ge­ar­bei­tet.

Die 25 -Jäh­ri­ge war auf dem Heim­weg nach Un­ter­men­zing ge­we­sen, als am Nach­mit­tag des 14. Ok­to­bers der furcht­ba­re Unfall ge­schah. Der 86-jäh­ri­ge Rent­ner ras­te mit sei­nem sil­ber­nen Mer­ce­des E-Klas­se mit ho­hem Tem­po und ab­so­lut un­ge­bremst in den Am­pel-Stau vor der Lands­hu­ter Al­lee. Am schlimms­ten traf die Wucht des Auf­pralls den klei­nen Ford Fies­ta von Ru­za V. Sie stand am En­de des Am­pel­staus, als der Mer­ce­des von hin­ten her­an­ras­te. Die Po­li­zei fand spä­ter nicht den An­satz ei­ner Brems­spur. Der Mer­ce­des bohr­te sich bis zu den Vor­der­sit­zen in den Klein­wa­gen. Da­bei er­litt Ru­za schwers­te Kopf­ver­let­zun­gen. Meh­re­re Erst­hel­fer und auch ein Not­arzt ver­such­ten am Un­fall­ort, die 25-Jäh­ri­ge zu re­ani­mie­ren, doch war je­de Hil­fe am En­de ver­ge­bens: Ru­za V. er­lag noch am Un­fall­ort ih­ren schwe­ren Kopf­ver­let­zun­gen.

War­um der schreck­li­che Unfall über­haupt pas­sier­te, dar­über ist in der Öf­fent­lich­keit noch im­mer nichts be­kannt. Die Staat­an­walt­schaft ließ wei­ter of­fen, ob der Rent­ner ei­ne Vo­r­er­kran­kung hat­te, oder ob es zum Un­fall­zeit­punkt bei ihm ei­nen aku­ten ge­sund­heit­li­chen Vor­fall gab.

Ru­za V. war ei­ne hüb­sche Frau, die mit bei­den Bei­nen fest im Le­ben stand

F: Wes­ter­mann, fkn

„Ich lie­be dich für im­mer“: Die­se Lie­bes­er­klä­rung hin­ter­ließ der Freund von Ru­za V. am Un­fall­ort. Das Fo­to rechts zeigt das Trüm­mer­feld nach dem Unfall. Rechts oben der Münch­ner West­fried­hof

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